Nicht nur die Kirchenglocken und die Orgel, sondern auch die Kläpper verstummten in Karden an den Kartagen 2026, in den Zeiten, wo sie permanent zum Einsatz hätten kommen müssen. Sehr oft ging der Kläppernachwuchs mit seinen lieben Familienmitgliedern in neun Dienstterminen am heimischen Friedhof vorbei. Währenddessen betätigten sie ihre vielfältigsten, handgefertigten Holzinstrumente nicht. Untereinander deuteten sie mit dem Zeigefinger vor dem Mund daraufhin, leise zu sein. Es hieß: „Tote soll man ruhen lassen." Angesichts der grausigen Tatsache, dass verheerende, extreme Kriege auf der Welt herrschen, gedachten sie mit dieser Geste besonders den Kriegsgefallenen ihres Heimatortes.
Nichtsdestotrotz hörte man in Erinnerung an den Leidensweg des größten Friedensfürsten Jesus Christus ab Gründonnerstagabend bis Karsamstagabend laute, energische Geräusche überall in Karden. Die Windhäuser Höfe, ein wunderschöner Ortsteil Kardens hochoben über dem Moseltal, wurden natürlich auch wieder bekläppert. In diesem Jahr war dort ein besonders großes Team unterwegs. Der Wind blies wieder mal mächtig. Allen Beteiligten herzlichen Dank für das friedliche Miteinander und sehr große Engagement!