Titel Logo
Zeller Land Nachrichten
Ausgabe 38/2021
Aus den Gemeinden
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

... aus dem Rathaus

Johanna heißt die neue Zeller Weinkönigin

Ausschnitt aus dem Plan mit Bereich Otto-Finé-Platz

Das neue Hotel

Ansicht aus Kaimt: links das Hotel, rechts die neue Verbandsgemeindeverwaltung

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

Gasversorgung der Stadt endgültig abgelehnt

Nachdem eine erste Anfrage bei den Stadtwerken Trier zur Versorgung der Stadt Zell mit Gas negativ beschieden wurde, stellten wir eine weitere Anfrage,.ob durch Versorgung des Gewerbe- und Industriegebietes auf dem Barl mit Gas sich eine andere Situation ergibt.

Hintergrund ist, dass das Abwasserwerk der Verbandsgemeinde einen Anschluss der Abwasserleitung vom Barl über eine neue Leitung u.a. entlang der Barlstraße–Nord weiter über einen Düker durch die Mosel an die Kläranlage in Bullay projektiert. Abwasserleitung und Gasleitung hätten parallel verlegt werden können. Nach einer Erhebung, welche Betriebe von Ölversorgung auf Gasversorgung umstellen würden, haben wir uns nochmals an die Stadtwerke Trier gewandt.

Diese führen in ihrer Antwort u.a. aus:

"Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass sich unsere Aussage aus dem Termin im letzten Jahr zu Erweiterungsinvestitionen in unser Erdgasnetz zur Anbindung von Zell nicht geändert hat. Derzeit werden wir keine größeren Erweiterungsinvestitionen tätigen, da diese aufgrund des schwierigen Investitionsumfelds nicht wirtschaftlich darstellbar sind. Wesentlicher Grund hierfür sind nach wie vor die Vorgaben aus der Wärmewende, welche durch die politischen Beschlüsse aus diesem Jahr nochmals verschärft wurden und die sinkende Verzinsungsbasis für Netzinvestitionen. Daran ändern auch die von Ihnen genannten Potentiale nichts. Zumal die Kunden in der Wahl des Erdgaslieferanten frei sind und wir daher die Marge aus einem Erdgasverkauf bei der Bewertung der Netzinvestition unberücksichtigt lassen müssen.

... Wir bitten um Ihr Verständnis für unseren Standpunkt." Da weitere Bemühungen bei dem derzeitigen energiepolitischen und wirtschaftlichen Umfeld keine Aussicht auf eine veränderte Entscheidungen erwarten lassen, müssen wir leider feststellen, dass die Bemühungen um einen Gasanschluss der Stadt zu keinem Erfolg führte.

Instandsetzung der Barlstraße-Nord

Nachdem nunmehr feststeht, dass entlang der Barlstraße-Nord keine Gasleitung mit verlegt wird, wird die Erneuerung der Oberfläche der Barlstraße ausgeschrieben. Sofern die Wetterlage es zulässt hoffe ich, dass die Erneuerung noch in diesem Jahr begonnen werden kann. Dann ist eine ca. 2-wöchige Vollsperrung erforderlich. Die Umleitung erfolgt über die Barlstraße-Süd.

Wir werden die Bevölkerung und die Betriebe auf dem Barl rechtzeitig über den Zeitpunkt der Baumaßnahme informieren.

Aus Johanna wurde Julia

Ob es die charmante Ausstrahlung der Weinmajestäten war oder „nur“ eine Freud´sche Fehlleistung lässt sich nicht sagen. Auf jeden Fall habe ich in der letzten Ausgabe unserer aparten neuen Zeller Weinkönigin bedauerlicher Weise einen neuen Vornamen geben. Sorry. Sie heißt natürlich nicht Julia – sondern Johanna. Als Weinkönigin Johanna wünschen wir alle ihr bei der Repräsentation des Zeller Weines viel Erfolg und persönlich eine erlebnisreiche Zeit.

Hochwasserpumpen werden repariert

Alteingesessenen Mitbürgern ist es beim letzten Hochwasser aufgefallen, dass es lange dauerte, bis die Entwässerungspumpen die Innenstadt ausgepumpt hatten.

Dies lag daran, dass die beiden Pumpen altersschwach werden. Wir haben deshalb eine Instandsetzung in die Wege geleitet.

Für Ausbau der Pumpen, Demontage, Reinigung, Befundung, Wechsel sämtlicher Schleißteile, Wuchten der Läufer, Remontage und Wiedereinbau liegt ein erstes Angebot - ohne Ersatzteile - von rd. 22.500 Euro vor.

Da wir in diesem Haushalt keine Mittel für eine Instandsetzung vorgesehen haben, wird der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung über die außerplanmäßige Ausgabe zu beschließen haben.

Was wird aus der „Zeller Schwarze Katz“

Zur Situation der Weinbezeichnung „Zeller Schwarze Katz“ gibt es wesentliche Änderungen.

Kurz: Die Großlage heißt in der Weinbergsrolle „Schwarze Katz“. Nach dem neuen Weinrecht muss vor dem Namen der Großlage „Region“ und darf nicht der Name der Stadt stehen. Das führt bei unserer Zeller Schwarze Katz zu erheblichen Problemen. Ab 2026 müsste es dann heißen: „Zeller Region Schwarze Katz“. Das stößt bei allen Beteiligten auf Ablehnung.

Um die rechtliche Möglichkeit für die weitere Führung des Namens „Zeller Schwarze Katz“ umgehend in die Wege zu leiten, hat der Stadtrat in Verbindung mit dem Weinlagenausschusses in seiner letzten kurzfristig einberufenen Sitzung die notwendigen Beschlüsse gefasst.

Für Interessierte habe ich eine nähere Betrachtung zu diesem Thema in einem eigenen Artikel in diesem Mitteilungsblatt zusammengestellt.

Vorstellung des Moselvorgeländes und des geplanten Hotels

In einer Bürgerversammlung stellten die Planer des Moselvorgeländes, die Agentur AO Landschaftsarchitekten, Mainz, den derzeitigen vorläufigen Planungsstand zur Umgestaltung des Moselvorgeländes unterhalb der Fußgängerbrücke vor. Veränderungen bringen mit sich, dass der Eine dafür, der Andere dagegen ist. Deshalb haben wir die Meinung der Bevölkerung in einem sehr frühen Planungsstand angehört. Die hierbei vorgetragen Anregungen und Bedenken wurden von den Planern notiert und werden in die weiteren Abwägungen und Planungen eingebunden.

Dem Stadtrat als auch mir ist ein absolut wichtiges Anliegen die Anregungen der Bürgerinnen und Bürger mit in die Planungen einzubinden, damit daraus eine einvernehmliche Planung und Umsetzung resultieren kann. Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals für die Anregungen in der Versammlung bedanken. Dafür haben wir schließlich die frühzeitige Beteiligung unserer Bürger durchgeführt.

Den derzeitigen Planungsstand können die Bürgerinnen und Bürger gerne sowohl bei der Verbandsgemeindeverwaltung als auch bei uns einsehen.

Für die Wiedergabe des ganzen Planes an dieser Stelle, ist er zu groß; Einzelheiten sind dann zu wenig erkennbar. Nachfolgend einen Ausschnitt mit dem Bereich des Otto-Finé-Platzes.

Der Investor und sein Architekt stellten in der Versammlung ihre Planungen zum neuen Hotel vor. Die Darstellung auf der Leinwand wurde durch die Umwandlung des Bildes im Beamer zu einem quadratischen Format leider verzerrt. Hierdurch erschien das Gebäude wuchtiger als es in Wirklichkeit sein wird. Deshalb möchte ich die tatsächliche Darstellung des Objektes in der Landschaft hier nochmals zeigen.

Das Hotel wird rd. 100 Zimmer, Restaurant, Konferenzräume, Wellness, offene Dachterrasse und eine Tiefgarage aufweisen.

Baubeginn ist sofort nach Bezug des neuen Verwaltungsgebäudes durch die Verbandsgemeindeverwaltung.

Weinlounge bleibt weiter geöffnet

Die Jahreszeit wird herbstlich und die Witterung kühler. Ein Aufenthalt im Freien damit unangenehmer. Zur Verlängerung der Saison wird die Stadt Zell auf dem Marktplatz wieder ein Zelt aufstellen. Dieses bietet freien Blick nach außen und wird auch beheizbar sein

Leider war im letzten Jahr dieses Zelt durch die Coronapandemie nicht so nutzbar, wie wir es uns wünschten. Wir gehen optimistisch an das Ganze heran und denken, dass wir in diesem Jahr unter Einhaltung der Coronabedingungen uns zum Federweißen und im Advent zum gemütlichen Beisammensein mit Glühwein pp. dort treffen können.

Das Zelt wird am 4. Oktober aufgebaut und voraussichtlich bis Anfang Januar auf dem Marktplatz zum Besuch einladen.

In diesem Sinne wünsche Ihnen eine schöne Woche

und bleiben Sie gesund

Ihr
Stadtbürgermeister
Hans-Peter Döpgen

Was wird aus der „Zeller Schwarze Katz“

Mit der Änderung des Weingesetzes sind wesentliche Änderungen im Weinbezeichnungsrecht erfolgt.

Das novellierte Gesetz bildet den Rahmen für eine stärkere Herkunftsprofilierung deutscher Weine. Die neuen Regelungen gelten verbindlich ab dem Weinjahrgang 2026.

Für die Qualität deutscher Weine ist zukünftig entscheidend, woher die Trauben stammen. Damit orientiert sich das deutsche Qualitätssystem an dem romanischen Modell und folgt dem Grundsatz „je enger die Herkunft, desto höher die Qualität“. Der Grundgedanke dafür ist, dass die Charakteristik eines Weines in besonderer Weise von seiner Herkunft, dem Terroir bestimmt wird, auf dem die Reben wachsen. Der Herkunftsbegriff bezieht sich sowohl auf ganze Landwein- und Qualitätsweingebiete wie auch enger gefasste Regionen, Ortschaften oder Einzellagen.

Die bestehenden Prädikatsstufen von Kabinett bis Trockenbeerenauslese bleiben von der weingesetzlichen Neuregelung unberührt.

Mit der neuen Weingesetzgebung wurde aufbauend auf die bisherige Qualitätspyramide eine stärker differenzierte Herkunftspyramide geschaffen. In ihr bildet der „Deutsche Wein“ die Basis, gefolgt von den Landweinen mit einer geschützten geografischen Angabe (g. g. A.) und den darüber liegenden Qualitäts- oder Prädikatsweinen mit einer geschützten Ursprungsbezeichnung (g. U.).

Innerhalb der g. U.-Weine gibt es nun eine weitere vierstufig aufgebaute Herkunftspyramide. Hier bilden Weine die Basis, deren Trauben aus dem gesamten Anbaugebiet stammen können. Auf der nächsten Stufe stehen die Weine aus abgegrenzten Bereichen oder den früheren Großlagen, die neuerdings zusätzlich mit dem Begriff „Region“ gekennzeichnet werden müssen. Die darüber liegende Stufe umfasst die Weine, deren Trauben aus einer einzigen Gemeinde oder einem Ortsteil stammen und an der Spitze stehen die Lagenweine, die das Terroir der jeweiligen Einzellage in besonderer Weise zum Ausdruck bringen. Zudem ist es auch möglich, noch kleinere geografische Einheiten innerhalb einer Einzellage auf dem Etikett anzugeben, sofern diese sogenannten Katasterlagen oder Gewann-Namen im Weinlagenregister eingetragen sind.

Innerhalb der Lagenweine werden die Begriffe „Großes Gewächs“ und „Erstes Gewächs“ einheitlich nutzbar geregelt.

Ortsweine:

Weine und Sekte die als geografische Herkunftsangabe den Namen einer Gemeinde oder eines Ortsteils tragen, sog. Ortsweine, bewegen sich in der Hierarchie unter den Lagenweinen. Sie spiegeln geschmacklich die Besonderheiten der dortigen Weinberge wieder. Der Traubenmost für diese Weine muss mindestens Kabinettqualität aufweisen und sie dürfen nicht vor dem 15. Dezember des Erntejahres vermarktet werden.

Region:

Die Kategorie „Region“-Weine und -Sekte wurde neu in die deutsche Weingesetzgebung aufgenommen. Sie wird zur Bezeichnung von Weinen oder Sekten verwendet, deren Trauben aus einem Weinbaubereich oder einer gemeinde- oder ortsteilübergreifenden Großlage stammen. Gekennzeichnet werden diese Weine, indem der Begriff „Region“ dem jeweiligen Bereichs- oder Großlagennamen unmittelbar vorangestellt wird. Eine Gemeinde- oder Ortsteilnahme darf nicht mehr zusammen mit einer Großlage angegeben werden. Dies ist nur noch bei Lagenweinen zulässig.

Ab 2026 gilt die neue Festlegung, dass es unbedingt eine Möglichkeit der Unterscheidung zwischen Großlage und Einzellage geben muss. Die Unterscheidung wird erreicht, indem alle Weine mit Großlagenbezeichnungen den Zusatzbegriff „Region“ tragen müssen und zwar in gleicher Schriftgröße, Schriftart und Farbe und unmittelbar vor der Nennung der Großlage, wie sie in der Weinbergsrolle eingetragen ist.

Mit Bescheid vom 29.09.1971 hat das Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau und Umweltschutz Rhld.-Pf. die Großlage „Schwarze Katz“ nach § 10 Weinlagengesetz festgestellt. Sie umfasst die Stadt Zell, Zell-Kaimt und Zell-Merl und die dort eingetragenen Einzellagen.

Auf Intervention der Stadt Zell vom Oktober 1971 teilte das Ministerium mit:

„... Der Großlagename „Schwarze Katz“ darf also künftig nur für Weine, die in der von der Stadt Zell beantragten Großlage erzeugt wurden, gebraucht werden. Da nach § 10 Abs. 11 Satz 2 (Weingesetz 1971) bei Wahl eines Lagenamens die Gemeinde anzugeben ist, in der die Trauben geerntet worden sind, wird auch in Zukunft die volle Lagebezeichnung „Zeller Schwarze Katz“ von den Zeller Winzern verwendet werden.“

Mit der Änderung des Weinrechts ist diese Aussage überholt.

Die jetzige Regelung würde zur Bezeichnung „Zell Region Schwarze Katz“ führen.

Kommunen, bei denen sich die Großlage ausschließlich auf eine einzige Stadt erstreckt, haben die Möglichkeit, aus der bestehenden Großlage eine Einzellage zu machen. Dann könnte die Bezeichnung "Zeller Schwarze Katz" wie bisher auf das Etikett. Allerdings müssten die so bezeichneten Weine dann die Anforderungen, die an die höchste Stufe, die Lagenweine gestellt werden, erfüllen.

Die Frage der Umstufung des Namens „Zeller Schwarze Katz“ von einer Großlage zu einer Einzellage wirft erhebliche rechtliche Bedenken und Schwierigkeiten auf. Neben den erhöhten Anforderungen durch die höchste Qualitätsstufe, die an Lageweine gestellt werden (Ertragsgrenzen, Lagenabgrenzung, Steillage, Rebsorten, Sensorikprüfung und Produktionskriterien), ist es rechtlich ungeklärt, ob eine Einzellage „Zeller Schwarze Katz“ neben den bestehenden eingetragenen Einzellagen möglich ist; ob die bestehenden Einzellagen untergehen oder als kleinere geografische Einheiten nach § 40 WeinVO in die Weinbergsrolle eingetragen werden können.

In den Gesprächen mit der Landwirtschaftskammer Rhld.-Pf., dem Weinbauverband Mosel und Fachanwälten hat sich gezeigt, dass der sinnvollste und erfolgversprechendste Weg die Änderung der Großlagenbezeichnung „Schwarze Katz“ in „Zeller Schwarze Katz“ ist.

Der Name „Zeller Schwarze Katz“ ist europaweit markenrechtlich geschützt, beim Verbraucher als solcher seit Jahrzehnten eingeführt und steht für die Weine der gesamten Stadt Zell.

Der Ältestenrat hat nach intensiven Gesprächen mit Vertretern der Verbände und Behörden dem Stadtrat vorgeschlagen, die Großlage „Schwarze Katz“ in „Zeller Schwarze Katz“ umbenennen zu lassen.

Um die rechtliche Möglichkeit für die weitere Führung des Namens „Zeller Schwarze Katz“ umgehend in die Wege zu leiten, hat der Stadtrat in Verbindung mit dem Weinlagenausschusses in seiner letzten kurzfristig einberufenen Sitzung die notwendigen Beschlüsse gefasst.

Über den umfangreich zu begründenden Antrag zur Änderung der Großlagenbezeichnung entscheidet das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz.

Ihr
Stadtbürgermeister
Hans-Peter Döpgen