Titel Logo
Zeller Land Nachrichten
Ausgabe 4/2021
Aus den Gemeinden
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Vor 100 Jahren zurück aus der Kriegsgefangenschaft

Am 28. Januar 1921 kehrte Franz Fischer nach 6 Jahren russischer Kriegsgefangenschaft in sein Heimatdorf Briedel zurück.

Mit einer schweren Schussverletzung kam er im Februar 1915 an der Ostfront in russische Gefangenschaft und wurde nach Sibirien verschleppt. Eine Entlassung und Heimreise wurde 1918 in der Nähe von Moskau durch die russische Revolution verhindert. Zwischen die Fronten der Bürgerkriegsparteien geraten, wurde er mit vielen anderen wieder nach Sibirien verlegt. Mehrere hygienebedingte schwere Krankheiten überlebte er glücklicherweise. Im November 1920 endlich konnte er in Wladiwostok, mit rund 3.000 weiteren Deutschen, darunter auch seine Frau Maria, die er in Irkutsk kennen und lieben gelernt hatte, den Frachtdampfer "Kaikyu Maru" besteigen. Nach wochenlanger Fahrt über Sumatra und den Suezkanal kam er endlich am 28. Januar 1921 wieder in Briedel an.

Die Bevölkerung, so schreibt es damals die Zeitung, bereitete ihm einen feierlichen Empfang und geleitete ihn mit Gesang zum Elternhaus, wo ein kleiner Triumphbogen errichtet war.

Franz Fischer hat seine vielen Erlebnisse ausführlich in einem Notizbuch niedergeschrieben und damit ein wichtiges Zeitzeugnis geschaffen.

Hoffen wir alle, dass uns der Frieden künftig erhalten bleibt und kein Mitbürger jemals wieder eine solche lebensbedrohende Odyssee erleben muss.

Hermann Thur, Ortschronist Briedel