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Zeller Land Nachrichten
Ausgabe 51/2020
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Frohe Weihnachten

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

in wenigen Tagen nähert sich das wohl außergewöhnlichste Jahr der jüngeren Geschichte dem Ende. Hinter uns liegen Monate der Herausforderungen für die ganze Gesellschaft, wie wir sie seit Jahrzehnten nicht – viele von uns noch nie – gekannt haben.

Die Corona-Pandemie hat die Welt in Atem gehalten, angehalten und tut es weiterhin.

Weihnachten steht bevor, in diesem Jahr wird alles, so viel lässt sich jetzt schon sagen, anders sein.

Stimmungsvolle, vorweihnachtliche Besuche auf Christkindlmärkten, fröhliche Weihnachtsfeiern mit Freunden und Kollegen sind bereits ausgefallen.

Lang ersehnte Zusammenkünfte mit der Familie wird es nur in eingeschränkter Form geben, Weihnachtsfeiern mit vielen Freunden, sportliche Skiferien in den Bergen; darauf werden wir verzichten müssen. Wir erleben tiefe Einschnitte in die persönlichen Freiheiten des Einzelnen.

Die Corona-Krise zwingt uns allen Verhaltensweisen auf, die in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr zu erleben waren.

Dinge, die wir bisher für eine Selbstverständlichkeit gehalten haben, gehen nicht mehr. Das öffentliche Leben steht still.

Verständlicherweise führt das zu Verunsicherung, Sorge und Angst. Wir alle hoffen, dass keiner aus unseren Familien, aus unseren Freundeskreisen oder niemand von anderen uns nahestehenden Menschen am Corona-Virus erkrankt. Und wenn doch, dann wünschen wir uns für die Patienten die bestmögliche Behandlung.

Um dies zu ermöglichen traten und treten auf Landes- und Bundesebene strikte Regelungen in Kraft. Diese sollen dazu beitragen, unsere sozialen Kontakte auf ein Minimum zu beschränken und dadurch die Verbreitung des Corona-Virus so gut wie möglich zu verlangsamen. Denn kommen zu viele Patientinnen und Patienten mit schweren Symptomen gleichzeitig in die Kliniken, dann hilft es auch nicht, dass Deutschland über eines der weltbesten Gesundheitssysteme verfügt. Selbst das beste System bricht bei Überlastung zusammen.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürgern,

an dieser Stelle möchte ich Ihnen Mut machen. Mut durchzuhalten und daran zu denken, dass die Corona-Pandemie irgendwann vorbei sein wird. Die derzeitige Krisenerfahrung, davon bin ich überzeugt, führt dazu, dass unsere Gesellschaft enger zusammenrückt. Und dass wir alle aus dieser Phase neue Kraft schöpfen - ungeachtet aller Schwierigkeiten.

Wir sind in der Coronavirus-Krise dabei, die Grenzen unseres extremen Individualismus zu erkennen und den Wert der Solidarität wiederzuentdecken. Das ist – angesichts der ernsten Lage – ein gutes Zeichen. Menschlichkeit first – das muss unser Motto werden, sein und bleiben.

Ich glaube, wenn die Krise vorbei ist, werden wir eine enorme Wiederkehr von Lebensfreude und Lust am Wiederaufbau erleben. Es wird eine große Lust da sein, wieder loszulegen. Zu arbeiten und auch zu feiern.

2021 wird wieder voll sein mit beruflichen Terminen, mit sozialen Ereignissen, mit Konzerten, mit Treffen im Familien- und Freundeskreis. Darauf freue ich mich schon.

Ich weiß, in den Nachrichten hören wir täglich von Aktionen, in denen sich Menschen gegen die Beschränkungen auflehnen.

Wir erleben aber auch gerade bei uns vor Ort, dass die Menschen – mit Abstand - zusammenrücken.

So konnten wir zur Hilfe der Bedürftigen unter uns, einen Tafel-Ersatz einrichten, Übungsleiter von Sportvereinen bieten ihre Kurse per Live-Stream zu den gewohnten Zeiten an. Kirchengemeinden kommen virtuell oder am Telefon zu festen Uhrzeiten zu einem gemeinsamen Gebet zusammen.

Zahlreiche Vereine und Institutionen, Schulen und Kindergärten, die Gemeinden selbst haben kreative Ideen entwickelt, um zu zeigen, „Wir sind füreinander da – wir denken an Euch“ – auch wenn keine Adventsfeier für unsere Senioren, in unseren Schulen und Kindergärten oder Vereinen stattfinden können.

Für Ihre gelebte Solidarität möchte ich mich ganz herzlich bedanken!

Jeder und jedem, die sich zum Wohle ihrer Mitmenschen engagieren danke ich aus ganzem Herzen. Allen voran den vielen Menschen bei den Rettungsdiensten, in den Kliniken und Arztpraxen. Sie sind eine unverzichtbare Stütze für uns alle.

Mein Dank geht auch an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einzelhandel und den zahlreichen Lieferdiensten, die derzeit im wahrsten Sinn des Wortes für uns Berge versetzen. Warenberge nämlich.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Schreiben Sie Menschen, die Sie in diesem Jahr nicht treffen dürfen, ein paar persönliche Zeilen zu Weihnachten. Ich weiß, dass dieses Ritual in den letzten Jahren immer weniger Menschen nutzen. Aber bin mir sicher, ein persönlicher Gruß aus der Ferne ist eine wunderschöne Überraschung, die auch mit Abstand verbindet.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest zu Hause im kleinen Kreise Ihrer Liebsten und bleiben Sie gesund!

Ihr
Karl Heinz Simon
Bürgermeister