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Morbacher Rundschau
Ausgabe 26/2026
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Holzmuseum Morbach-Weiperath

Veranstaltung zum 80. Todestag des Malers Wilhelm Terwei am Sonntag, dem 28. Juni 2026 um 17 Uhr im Holzmuseum Morbach-Weiperath

Am 11. Juni war es genau 80 Jahre her, dass der Kunstmaler Wilhelm Terwei im 71. Lebensjahr starb.

Er stammte aus Letmathe (Iserlohn) in Westfalen, hatte eine Lehre als Kirchenmaler gemacht und sich weiter ausbilden lassen als Kunstmaler bei Professor Carl Bantzer an der Kunstakademie Dresden. Anfang des 20. Jahrhunderts kam er auf den Hunsrück zur Bildhauerwerkstatt Mettler (Morbach), wo er rasch Fuß fasste und heimisch wurde. Nach dem 1. Weltkrieg trat er als freischaffender Künstler auf.

Als 1993 erstmals ein umfangreicher Katalog mit Informationen zu Leben und Werk mit Abbildungen zahlreicher Werke Terweis veröffentlicht wurde, hielt das Werkverzeichnis 470 Arbeiten des Künstlers aus einem halben Jahrhundert künstlerischer Tätigkeit fest: „Wilhelm Terwei. 1875 - 1946. Leben und Werk“.

Unter den Abbildungen sind Zeichnungen und Portraits, Studien und Gemälde aus den Jahren 1899

- 1946, darunter beispielsweise das weithin bekannte 1906 entstandene Ölgemälde vom Morbacher Markt.

Terweis Werk ist ein Gang durch Heimat und Geschichte. Landschaftsbilder zeigen Mosel und Hunsrück, vereinzelt auch die Eifel, in verschiedenen Jahreszeiten in bunter Vielfalt und Farbenpracht, zeigen zahlreiche Ortsansichten dieser Region, andere Gemälde verweisen auf die Landwirtschaft, die in Morbach lange praktizierte Tabakindustrie, auf das Land der Mühlen, Heiligenhäuschen und Kapellen, der Burgruinen und der Fachwerkbauten, auf den Bau der Hunsrückhöhenstraße und der Arbeit im Weinberg. Stillleben, Portraits und Selbstportraits runden das Bild eines vielseitigen Künstlers ab. Überhaupt ist offensichtlich, dass Terwei sich traute, Gesichter zu malen - Gesichter von Kindern und jungen Menschen, aber auch Menschen mit Falten des Alters oder der Alltagssorgen - wie den „Millionär“ von 1923, der die vielen Millionen auf dem Höhepunkt der Inflation zählt, wohlwissend, dass ihr Wert täglich, ja stündlich sinkt.

Noch heute steht Terweis Wohnhaus in Morbach in der Bahnhofstraße, wo er mit seiner Frau Maria, geb. Haack, und zwei Töchtern wohnte.

Vor 80 Jahren starb Terwei mitten im Schaffensprozess, wovon die letzte Abbildung im Katalog, die unvollendete und daher nicht signierte „Kirche in Heinzerath“ kündet.

Seit der Herausgabe des Kataloges sind zahlreiche weitere Gemälde erfasst worden, die auch heute noch belegen, auf welch’ hohem künstlerischen Niveau Wilhelm Terwei gearbeitet hat. Die Suche nach weiteren, bisher nicht erfassten Gemälden und Zeichnungen jedenfalls geht weiter.

Es wäre doch schade, wenn so ansprechende Arbeiten wie die 2005 wieder aufgetauchten “Kornkästen“ von 1916 nur im Verborgenen blieben. Landwirtschaft, bäuerliche Arbeit ist noch Handarbeit und zeugt von Mühe und Plage, aber auch von sinngebender Daseinsgestaltung und von Tradition: reifes Getreide, geschnitten, zu Garben gebunden, zu Kornkästen aufgebaut, die jeweils letzte Garbe kopfunter schützend über die Frucht gestülpt: so konnte Regen ablaufen, ohne die Ähren nass zu machen. Während die Ernte trocknet, auf den Transport zur Scheune und auf die Dreschflegel wartet, gehen eine Frau und ein Kind über das Stoppelfeld, liegengebliebene Ähren sammelnd. Man weiß auch diese zweite „Ernte“ zu schätzen. Eine Tätigkeit, die der Verfasser dieser Zeilen auch noch aus den 50er Jahren kennt.

Im Zentrum der öffentlichen Veranstaltung (bei freiem Eintritt) stehen einige Arbeiten des Künstlers, vor allem die „Kornkästen“ sowie der „Millionär“, aber auch weitere Motive der Region Morbach. Das Museum besitzt die Staffelei von Wilhelm Terwei, die dann auch gezeigt wird. Zu Leben und Werk des Malers wird der Referent viele wichtige Informationen und besondere Details vortragen.

Wenn alles wie geplant gelingt, kann den Besuchern auch noch eine ergänzende Überraschung gezeigt und erläutert werden!

Ex Silva (Stefan Kritten)