Foto (lizenzfreies Symbolfoto): Weiblicher Altwolf mit diesjährigem Nachwuchs (Fähe mit Welpen)
Der Wolf ist nach rund 145 Jahren wieder in den westlichen Hunsrück zurückgekehrt. Für Waldbesucher aktuell jedoch kein Grund zur Besorgnis.
Ja. Der Wolf ist nach rund 145 Jahren in den westlichen Hunsrück zurückgekehrt. Das sogenannte „Hochwaldrudel“ hat sich im Raum Kell etabliert. Es ist davon auszugehen, dass sich künftig weitere Wolfsrudel im Hunsrück ansiedeln werden. Zudem werden immer wieder einzelne Jungwölfe unsere Wälder durchstreifen mit der Absicht neue Reviere abzugrenzen und eigene Rudel zu bilden.
Im Raum Morbach gibt es immer wieder unbestätigte Sichtungsmeldungen (C3-Hinweise). Eindeutige Nachweise wie DNA-Spuren oder bestätigte Wolfsrisse (C1-Nachweise) liegen nach aktuellem Kenntnisstand für den Raum Morbach bislang nicht vor. Auf der Internetseite www.wolf.rlp.de sind alle offiziellen Meldungen erfasst und können jederzeit eingesehen werden.
Wie werden Wolfssichtungen und Hinweise kategorisiert?
Wolfssichtungen und Hinweise werden nach den sogenannten SCALP-Kriterien standardisiert eingestuft. Häufig wird dann in Mitteilungen nur C1, C2 oder C3 erwähnt. Diese Kategorien unterscheidet man wie folgt:
| C1 (Eindeutiger Nachweis): | Harte unumstößliche Fakten wie Totfunde (DNA an Rissen oder Kot) |
| C2 (Bestätigter Hinweis): | Von erfahrenem Fachpersonal verifizierter Hinweis. Dies beinhaltet eindeutige Spurenfunde, Risse oder Sichtbeobachtungen. |
| C3 (Unbestätigter Hinweis): | Unklare Sichtbeobachtungen, vage Spuren oder Bilder minderer Qualität (häufig auch von Wildkameras) |
Nein. Wölfe meiden grundsätzlich den Kontakt zum Menschen. Begegnungen sind äußerst selten, Übergriffe auf Menschen kommen nur in Ausnahmefällen vor. Es besteht daher kein Anlass, den Wald zu meiden.
Ja. Sie können den Wald wie bisher zum Wandern, Joggen, Radfahren oder für andere Freizeitaktivitäten nutzen.
Bleiben Sie ruhig, bedrängen Sie das Tier nicht und ziehen Sie sich langsam zurück. Füttern Sie Wölfe unter keinen Umständen.
Begegnungen zwischen Hunden und Wölfen sind ebenfalls selten. Wie generell im Wald empfiehlt es sich, Hunde möglichst angeleint unter Kontrolle zu halten und Rücksicht auf Wildtiere zu nehmen.
Wölfe ernähren sich zu über 90 Prozent von Wildtieren wie Rehen, Wildschweinen und Rotwild. Gelegentlich kommt es auch zu Übergriffen auf Nutztiere.
Ausführliche Informationen zu Herdenschutz, Fördermöglichkeiten, Entschädigungen sowie zum Wolfsmonitoring finden Sie auf der offiziellen Internetseite des Koordinationszentrums Luchs und Wolf Rheinland-Pfalz unter: www.wolf.rlp.de
Darf man den Wolf in Rheinland-Pfalz wieder bejagen?
Nein! Der Wolf ist nach wie vor ein streng geschütztes Tier auf nationaler Ebene und auf Ebene der EU. Durch die Aufnahme des Wolfs auf Bundes- und Landesebene in das Jagdrecht soll die Bejagung bzw. die Entnahme von auffälligen Einzeltieren erleichtert werden. Es bedarf aber immer der Einzelfallgenehmigung. Ein Abschuss außerhalb dieser Genehmigung ist eine Straftat.
Für Menschen stellt nach wie vor der Gemeine Holzbock (Zecke) das größte gesundheitliche Risiko im Wald dar. Achten Sie deshalb auf geeigneten Zeckenschutz und kontrollieren Sie sich nach dem Aufenthalt im Wald gründlich.
Wir wünschen Ihnen eine entspannte und sichere Sommerzeit in den Morbacher Wäldern.