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Vulkan Echo
Ausgabe 17/2020
Verbandsgemeinde Ulmen
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In Ulmen werden Schutzmasken genäht

Hasan Ouso bei der Arbeit an der Nähmaschine bei der Produktion von Mund- und Nasenschutzmasken.

Syrische Flüchtlingsfamilie stellt die Masken her, die an mehreren Orten angeboten werden

In Ulmen werden ab sofort Masken für Mund und Nase zum Schutz vor der Ansteckung und Verbreitung von Corona-Viren genäht. Der Vorschlag, diese Idee in die Tat umzusetzen, kam von dem seit 2018 zusammen mit seiner Familie in Ulmen lebenden und bereits 2012 aus Afrin in Syrien geflüchteten Hasan Ouso. Er lebte, bevor er nach Deutschland kam, mit seiner Frau Fatma und 5 Kindern von 2012 bis 2014 in der Türkei. Sie entschieden sich aber, da sie der ethnischen Minderheit der Jesiden angehören und aufgrund der in der Türkei für die Jesiden herrschenden, sehr eingeschränkten Bildungschancen für ihre Kinder, die Hilfe der UN-Organisation für Migration (IOM) in Anspruch zu nehmen und mit deren Hilfe nach Deutschland einzureisen. Seitdem wohnen sie in einer eigentlich viel zu kleinen Wohnung in Ulmen, aber es konnte noch keine andere und für die Personenzahl adäquate Wohnung oder ein Haus gefunden werden.

Familie Ouso hat, seitdem sie in Ulmen leben, immer schon einen außergewöhnlichen Integrationswillen gezeigt und so haben sie jetzt vorgeschlagen, die Schutzmasken herzustellen, da Hasan Ouso ausgebildeter Schneider und Modedesigner ist. „Wir wollen damit ein kleines Dankeschön sagen für die große Hilfe, die uns zuteil wurde und etwas von dem zurückgeben, was wir an Unterstützung erfahren durften, seit dem wir hier in Ulmen leben dürfen,“ so Hasan Ouso.

So wurde dem syrischen Schneider von Helga Schmitt-Eckardt aus Ulmen, die sich zusammen mit ihrem Mann Karl seit einigen Jahren sehr engagiert um die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen bemüht, eine neue Nähmaschine samt Zubehör geschenkt. Nachbarn und Mitglieder des in Ulmen vor kurzem gegründeten kirchlichen Ehrenamtskreises „Flüchtlinge und Integration“ unterstützen diese Aktion mit Spenden von Stoff und anderen Utensilien, wie Gummibändern oder Gummikordeln. Teilweise werden diese Zubehörteile auch käuflich erworben.

Mehr als 300 Schutzmasken, die bis zu 90 Grad Celsius waschbar sind, hat Hasan Ouso bislang schon genäht und sie liegen ab sofort im Edeka-Markt Biermann in Ulmen und in den unterschiedlichen Verkaufsstellen der Bäckerei Müsch aus Alflen mit entsprechenden Hinweisen bereit und können gegen eine kleine Spende mitgenommen werden. „Mit dem Erlös können wir neue Gummibänder und anderes Zubehör beschaffen, damit Hasan Ouso noch viele neue Schutzmacken nähen kann. Aber darüber hinaus wollen wir mit den Spenden auch gezielt die Aktion „Ärzte ohne Grenzen“ bei ihrer Anti-Corona-Infektionsarbeit in Afrika unterstützen, wo das Gesundheitssystem nicht so gut ausgebaut ist, wie bei uns in Deutschland,“ animiert Karl Eckardt alle Menschen, die eine von diesen Schutzmacken in Anspruch nehmen, zum Geben einer freiwilligen Spende.

Wilfried Puth