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Vulkan Echo
Ausgabe 19/2020
Verbandsgemeinde Ulmen
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In Bad Bertrich tut sich (et)was!

v.l.n.r. Hochbautechniker Michael Schneiders, Ortsbürgermeister Christian Arnold, Bürgermeister Alfred Steimers, Büroleiter Michael Schneider und Architekt Michael Stoffel

v.l.n.r. Ortsbürgermeister Christian Arnold, Büroleiter Michael Schneider, Bürgermeister Alfred Steimers, Hochbautechniker Michael Schneiders und Architekt Michael Stoffel

Davon konnte sich der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Ulmen Alfred Steimers, Büroleiter Michael Schneider und der Ortsbürgermeister von Bad Bertrich Christian Arnold vergangene Woche bei einem Rundgang über die Baustelle im und am Kursaalgebäude in Bad Bertrich überzeugen.

Das insgesamt ca. 1,63 Millionen teure Projekt wird aus Strukturmitteln des Landes mit ca. 1,2 Millionen € gefördert. Dank der großzügigen Unterstützung können nun endlich längst überfällige Sanierungs- und Renovierungsmaßnahmen an dem für den Kurort ungemein wichtigen Gebäude durchgeführt werden.

Seit dem Baubeginn Mitte Februar diesen Jahres hat sich schon einiges getan. Die Arbeiten liegen trotz der andauernden Corona-Krise und der damit verbundenen Sicherheitsvorkehrungen auf der Baustelle voll im Zeitplan.

Momentan sind die Rohbauarbeiten am neuen Treppenhaus zur Erschließung der Küche und der bisher nicht nutzbaren Galerie über dem großen Kursaal in vollem Gange. Ebenso schreitet der Umbau der Bühne mit dem angrenzenden Stuhllager zügig voran.

Auch der vollständig mit Salz durchsetzte und schadhafte Bodenbelag im Konzertsaal wurde bereits zurückgebaut. Das Salz kommt aus Bad Bertrichs Glaubersalztherme, der neben dem tschechischen Karlsbad Einzigen staatlich geprüften in Europa. Die Quelle liegt direkt unter dem Kursaalgebäude und ist mit ihren 32° einerseits ein Segen für den Kurort, andererseits aber wegen der hohen Salzkonzentration im Grundwasser auch ein Fluch für die umliegenden Gebäude.

Weiterhin wurde im Zuge der Abbrucharbeiten eine alte Treppe zu den beiden ca. 170 Jahre alten Wannen im Keller des Kursaals freigelegt. Die Wannen sind ein Relikt aus vergangenen Tagen, als der Kursaal 1851 zuerst als Badehaus errichtet und nur 14 Jahre später im Jahr 1865 durch einen Felssturz nahezu dem Erdboden gleich gemacht wurde. Über diesen neuen alten Zugang sollen künftig die beiden einzigen verbliebenen und unbeschadeten Wannen den Kurgästen präsentiert werden.

Parallel zu den Arbeiten im und am Gebäude werden im Außenbereich des Kursaals und des Schlösschens auch Hangsicherungsmaßnahmen durchgeführt. Da sich vom angrenzenden Palmberg in der Vergangenheit immer wieder Gesteinsbrocken gelöst haben, werden diese Gefahrenstellen durch Sicherungsnetze und Spritzbetonschalen künftig entschärft.

In den kommenden Wochen starten die Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten am Dach und an der Außenfassade. Im Inneren des Gebäudes wird zeitnah mit den haustechnischen Gewerken begonnen.

Das Herzstück des Kursaals, die Brunnenhalle, wird im Zuge des Innenausbaus saniert und soll bald wieder in altem Glanz erstrahlen. Ursprünglich erfolgte die Heilwasserausgabe in einer alten Grotte aus Schiefergestein. Sie ist zwischenzeitlich wieder freigelegt worden und soll bald schon den Besuchern ein besonderes Erlebnis beim Einnehmen des Heilwassers bescheren.

Bei der Sanierung eines alten und historischen Gebäudes wie dem Kursaal tauchen immer wieder kostspielige Überraschungen auf, für welche unmittelbar Lösungen gefunden werden müssen um das vorgegebene Budget nicht zu überschreiten. Hierzu sind neben einem guten Architekten und guten Handwerkern auch viele Gespräche aller am Bau Beteiligter nötig damit das Vorhaben gelingt. So konnte z.B. ein günstiges aber effizientes Verfahren für die Sanierung des im Erdgeschoss befindlichen Bodens des Konzertsaals gefunden werden, welches die Anfälligkeit für die permanente Salzbelastung durch das Grundwasser deutlich reduziert und somit die Folgekosten im Rahmen hält.

„Nach der Fertigstellung wird der Ortsgemeinde mit dem Bauwerk ein vielseitig nutzbares Gebäude an die Hand gegeben, um durch Veranstaltungen, wie Seminare oder Hochzeiten dringend benötigte Einnahmen zu generieren“, so der planende Architekt Michael Stoffel aus Dreis.

Wenn alles weiterhin nach Plan verläuft, könnte dies schon bald der Fall sein.

Ortsbürgermeister Arnold und Bürgermeister Steimers sind sich einig: Bad Bertrich hat in seiner langen Geschichte schon viele Krisen erlebt und überstanden; und auch die aktuelle Krise werden wir überstehen! Die Ortsgemeinde, die GesundLand Vulkaneifel GmbH und die Verbandsgemeinde Ulmen werden alles daran setzen, dass es nach der Krise wieder zügig bergauf gehen kann, zum Wohle unserer Gäste, der Betriebe und der Kliniken, aber auch für alle Bertricher.