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Vulkan Echo VG Ulmen
Ausgabe 6/2022
Verbandsgemeinde Ulmen
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Hochwasser- und Starkregenvorsorge in der Verbandsgemeinde Ulmen

Die Starkregenereignisse der vergangenen Jahre zeigen, dass Überschwemmungen auch in Regionen, in denen Hochwasserbewältigung seit vielen Jahren Routine ist, ungeahnte Ausmaße annehmen können. Wissen die Bürgerinnen und Bürger vor Ort, wie sie betroffen sind oder wie man sich am besten vorbereiten und schützen kann? Ist die örtliche Gefahrenabwehr darauf eingestellt, dass Ereignisse wie diese wiederkehrend sind? Diesen und vielen weiteren Fragen nimmt sich jetzt die Verbandsgemeinde Ulmen im Rahmen eines örtlichen Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzepts an.

Die Verbandsgemeinde Ulmen arbeitet bereits seit mehreren Jahren an umfassenden Schutz- und Vorsorgemaßnahmen, doch Starkregen- und Hochwasservorsorge ist eine kommunale Gemeinschaftsaufgabe - sie geht jeden etwas an. Am Anfang der Erstellung eines solchen Konzepts steht die Bestandsaufnahme mit Blick auf das bereits vorliegende Informationspaket mit Hochwassergefahrenkarte, gefolgt von der Koordinierung entsprechender Maßnahmen. Das Konzept wird nach dem Leitfaden des Informations- und Beratungszentrums Hochwasservorsorge (IBH) erstellt.

Frau Ertel vom Kompetenzzentrum für Hochwasservorsorge und Hochwasserrisikomanagement (SGD Nord) erläuterte vergangene Woche Bürgermeister Alfred Steimers und den jeweils verantwortlichen Mitarbeitern der Verbandsgemeinde Ulmen ausführlich das weitere Vorgehen zur Erstellung eines örtlichen Vorsorgekonzepts. In Zusammenarbeit mit einem Ingenieurbüro wird zunächst ein konkreter Zeitplan erarbeitet, der unter anderem auch die Termine für Veranstaltungen umfasst. Denn im Rahmen eines partizipativen Prozesses werden gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern der Verbandsgemeinde kritische Punkte benannt und entsprechende Lösungen entwickelt. Nach Analyse der Gefährdungssituation vor Ort und bereits durchgeführten oder geplanten Schutzmaßnahmen werden weitere Problemstellen und -bereiche identifiziert und geeignete Maßnahmen formuliert. Die Ergebnisse werden anschließend in einem Maßnahmenkatalog zeitlich eingeordnet und vom Architekturbüro entsprechend priorisiert.

Mit Blick auf die vorangegangen Ereignisse im letzten Jahr betont Bürgermeister Steimers wie wichtig die Erstellung eines solchen Vorsorgekonzepts sei: „Wir müssen alles in unserer Macht stehende tun, um unsere Bürgerinnen und Bürger bestmöglich vor dem Ausmaß solcher Katastrophen schützen zu können. Hierbei ist es uns besonders wichtig, die betroffenen Bürgerinnen und Bürger bei der weiteren Planung mit ins Boot zu nehmen und gemeinsam die Gefährdungssituation in unserer Gemeinde zu erörtern.“ Denn neben den kommunalen Maßnahmen die im Rahmen dieses Konzepts durchgeführt werden sollen, spielt auch der private Objektschutz eine extrem wichtige Rolle. Laut Wasserhaushaltsgesetz § 5 Abs. 2 ist „in Deutschland jede Person, die durch Hochwasser betroffen sein kann, im Rahmen des ihr Möglichen und Zumutbaren verpflichtet, selbst geeignete Vorsorgemaßnahmen zum Schutz nachteiligen Hochwasserfolgen und zur Schadensminderung zu treffen.“ Bei Bedarf stehen auch hier die Verbandsgemeinde sowie das Ingenieurbüro im Rahmen der geplanten Bürgerversammlungen für Fragen im Bereich der Bauvorsorge und dem privaten Objektschutz beratend zur Seite.

Die örtlichen Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzepte werden nach den Förderrichtlinien der Wasserwirtschaftsverwaltung mit bis zu 90 Prozent Zuschüssen vom Land Rheinland-Pfalz gefördert.