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Region im Blick VG Kaisersesch
Ausgabe 25/2026
Aus den Gemeinden
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Rattenprobleme in der Ortsgemeinde

Liebe Dimmeser,

es gibt „Einwohner“ die möchten wir nicht - daher kann ich unterschiedlich eingegangene Meldungen besorgter Dimmeser Bürger und Bürgerinnen wegen dem in letzter Zeit vermehrten auftauchen von neuen Bewohnern in Form von Ratten allzu gut verstehen.

Liegt bei uns eine Rattenplage oder Rattenbefall vor?

Von einem Rattenbefall oder einer Rattenplage spricht man nicht bereits bei der Sichtung eines Einzeltiers. Erst wenn Ratten dauerhaft in menschlichen Siedlungsbereichen leben, sich dort vermehren und eine Gefährdung für Gesundheit, Hygiene oder Bausubstanzen darstellen, liegt eine Befall oder eine Plage vor.

Wer ist zuständig?

Im öffentlichen Raum, also bei Sichtungen auf Straßen, in Parks oder im örtlichen Kanalnetz ist die Kommune bzw. dass örtliche Ordnungsamt zuständig. Bei uns ist dies das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Kaisersesch. Eure bisherigen Meldungen hatte ich bereits weitergegeben.

Befinden sich die Nager im eigenen Garten oder Keller, also auf privaten Grundstücken, ist der jeweilige Grundstückseigentümer in der Pflicht, Maßnahmen zu ergreifen, z. B. den Befall auf eigene Kosten durch einen professionellen Schädlingsbekämpfer zu tilgen. Kleiner Tipp: Wir hätten da sogar jemand bei uns vor Ort, mit dem ich auch schon über das Problem hier in Dünfus gesprochen hatte. Einen Kontakt kann ich Euch bei Interesse auf Nachfrage gerne durchgeben.

Meldepflicht

Bei uns in Rheinland-Pfalz sind wir bei einem Rattenbefall gesetzlich verpflichtet, diesen bei der Kommune oder dem örtlichen Ordnungsamt zu melden und Maßnahmen zur Bekämpfung einzuleiten. Rechtliche Grundlage dazu ist das Infektionsschutzgesetz (IfSG). Demnach gelten Ratten als Gesundheitsschädlinge und Überträger gefährlicher Krankheitserreger.

In der Praxis wird es sich jedoch im Rahmen der Zuständigkeiten kaum vermeiden lassen, das sich Ratten vermutlich bei einem Befall sowohl auf Privatgrundstücken und im öffentlichen Raum aufhalten werden. Daher ist eine effektive Bekämpfung aus meiner Sicht nur in Zusammenarbeit zwischen Kommune und mit Euch allen möglich.

Was hat die Gemeinde bisher getan?

Ich habe Eure Meldungen gesammelt und weitere Sichtungen im Ort abgefragt. Da Ratten oft auch beim Überqueren der Straße oder im Bereich von den Gullydeckeln im Bereich der Kanalisation gesichtet wurden hatte ich das Abwasserwerk der Verbandsgemeinde informiert.

Hier wurden in den gemeldeten Bereichen „Kirchstraße“, insbesondere aber jedoch im Bereich „Hauptstraße“ ab der Kreuzung „Kirchstraße / Hauptstraße“ in der Ortsmitte am „Pittisch Eck“ in Richtung Forst sowie den Straßen „In den Borwiesen“ und „Auf der Heg“ professionelle Köder im Bereich der Kanalisation ab dem 08.04.2026 in professionellen dafür vorgesehenen Gefäßen eingehangen. Diese wurden beobachtet und auch nochmal nachgelegt um den Beobachtungszeitraum zu verlängern.

Bei der Entfernung am 21.05.2026 konnte nach Rücksprache mit dem Abwasserwerk vor Ort ein Befall der Kanalisation anhand des durchgeführten Monitorings vor Ort in dieser Zeit nicht festgestellt werden. Es ist davon auszugehen, das uns die gesichteten Ratten meistens oberirdisch besucht haben und sich nicht schwerpunktmäßig in der örtlichen Kanalisation aufhalten.

Was können wir weiterhin tun?

Rattenprobleme in den Gemeinden entstehen meistens durch leicht zugängliche Nahrungsquellen. Dazu zählen beispielsweise offene Komposte ggf. mit Speiseresten etc., achtlos entsorgter Müll und offenes herumstehendes Tierfutter.

  • Müll sollte nicht in Säcken oder offen herumliegen, diesen in der vorgesehenen geschlossenen Tonne sammeln und erst am Tag der Abholung bereitstellen.
  • Essensreste, Fleisch, Fisch oder Milchprodukte gehören keineswegs auf den offenen Komposthaufen, sondern in die Biotonne. Gerade Essensreste ziehen Ratten magisch an!
  • Vogelfutter sollte überdacht und hoch aufgehängt werden oder noch besser vorübergehend auf die Fütterung komplett verzichtet werden
  • Tierfutter für Katzen, Hunde und Nutztiere sollte nur wenn nicht anders möglich draußen gefüttert werden. Dabei sollten die Futterzeiten auf ein erforderliches Minimum begrenzt werden und Futterreste danach umgehend sicher entsorgt werden. Auch die Lagerung der Futtervorräte sollte rattensicher gelagert werden. Dies kann durch die Bevorratung in fest verschließbaren und bissfesten Behältern (z. B. aus Metall oder dickem Kunststoff) erreicht werden.

Wir sollten die Situation weiterhin beobachten und bei vermehrten Vorkommnissen nehme ich die Meldungen auch gerne weiterhin auf um über weitere Maßnahmen zu beraten, ggf. eine gemeinsame Vorgehensweise zu erarbeiten.

Im nächsten Schritt sollten wir jedoch versuchen, ob wir die lästigen Nager auch durch eine gemeinsame Umsetzung der vorgeschlagenen Tipps wieder loswerden können. Achtet hier einfach in nächster Zeit mit darauf, das Ihr selbst und auch Eure Mitbürger:innen in der Umgebung die Vorschläge einhalten.

Dünfus, 15.06.2026
Dirk Becker, Ortsbürgermeister