Die Stolperstein-Arbeitsgruppe Büttelborn trauert um ihr Mitglied Elke-Jurischka-Leimbach, die im März 2023 plötzlich und unerwartet verstarb. Schon seit den 1980er Jahren beschäftigte sich Frau Jurischka-Leimbach mit der Geschichte der jüdischen Bevölkerung im Kreis Groß-Gerau und insbesondere in Büttelborn. Mit der Kreisvolkshochschule reiste sie nach Israel. Angelika Schleindl, die die Reise begleitete, erforschte damals im Auftrag des Kreises die Einzelschicksale von Jüdinnen und Juden. So kam es zu einem ersten Kontakt mit dem aus Büttelborn stammenden Naftali (Alfred) Stein. Die Verbindung zu ihm hielt lange Zeit.
Als 2009 die Gemeinde Büttelborn beschloss, vor den ehemals jüdischen Häusern von Künstler Gunter Demnig Stolpersteine verlegen zu lassen, wurde Frau Jurischka-Leimbach in Absprache mit dem Förderverein jüdische Geschichte und Kultur im Kreis Groß-Gerau von der Gemeinde Büttelborn in die neu gegründete Arbeitsgruppe zur Vorbereitung der Verlegungen berufen. Diesem Gremium blieb sie bis zu ihrem Tod eng und engagiert verbunden. Ebenso vertrat sie die übergeordneten Belange Büttelborns als langjähriges Vorstandsmitglied des Fördervereins. Im Laufe der Jahre leistete sie umfassende Recherchen zum Schicksal der vertriebenen und ermordeten Mitbürgerinnen und Mitbürgern, organisierte Verlegungen und gestaltete Flyer zu den Verlegungen. Durch ihre couragierte und ehrenamtliche Mitarbeit kann ein wichtiger und mahnender Teil der Ortsgeschichte Büttelborns für alle nachfolgenden Generationen bewahrt werden. Die Vermittlung dieses Wissens in öffentlichen Veranstaltungen und Diskussionen war ihr eine Herzensangelegenheit.
Obwohl die Verlegungen in Büttelborn mit allen drei Ortsteilen abgeschlossen sind, bleibt noch viel Arbeit, insbesondere hinsichtlich der Dokumentation der Forschungsergebnisse der Arbeitsgruppe. Frau Jurischka-Leimbachs zupackende und kenntnisreiche Mitarbeit wird fehlen.
Das Mitgefühl der Arbeitsgruppe gilt ihrer Familie.