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Büttelborner Nachrichten
Ausgabe 18/2021
Notizen aus dem Rathaus
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Der AWV informiert:

Ziel der Abfallvermeidung erreicht

Abfallwirtschaft zieht Bilanz nach erstem Umstellungsjahr/Sperrmüll einziger Ausreißer

Zum 1. Januar 2020 haben die sieben Mitgliedskommunen des Abfallwirtschaftsverbandes Kreis Groß-Gerau (AWV) Biebesheim am Rhein, Büttelborn, Gernsheim, Nauheim, Riedstadt, Stockstadt am Rhein und Trebur ein einheitliches Müllabfuhrsystem eingeführt. Erklärtes Ziel dabei war es, Abfallvermeidung und Abfalltrennung zu fördern. Nachdem nun die Daten aus dem ersten Umstellungsjahr ausgewertet wurden, ist klar, dass dieses Ziel mehr als erreicht wurde.

„Ein dickes Lob an die Bürgerinnen und Bürger in allen Mitgliedskommunen. Bei den Müllfraktionen Restabfall, Bioabfall, Grünabfall und Papierabfall ist das sehr gut gelungen“, erklärt AWV-Geschäftsführer Joachim Freitag. Besonders erfreulich ist der Rückgang der abgefahrenen Menge beim Restmüll: Waren es 2019 insgesamt 11.949 Tonnen und in den Jahren zuvor sogar stets über 12.000 Tonnen, mussten 2020 nur 10.606 Tonnen Gewicht eingesammelt werden. Bei Bioabfall waren es im letzten Jahr 10.131 Tonnen im Vergleich zu 10.639 Tonnen 2019. Auch bei Papier war die Menge mit 5.802 Tonnen 2020 geringer als 2019 mit 5.951 Tonnen.

Einziger Ausreißer ist der Sperrmüll. Hier war mit 4.096 Tonnen in 2020 im Vergleich zu 3.613 Tonnen im Vorjahr ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Das Mehraufkommen könnte eventuell auch mit der gegenwärtigen Corona-Pandemie im Zusammenhang stehen. Zwar gehört Sperrmüll mit Entsorgungskosten von 139 Euro je Gewichtstonne zu den teuersten Müllfraktionen. Nach der aktuellen Gebührensatzung sind die Kosten für bis zu vier Sperrmüll-Abfuhren jedoch in den Gebühren der Restmülltonne enthalten.

Die Gebührenkalkulation für die ersten beiden Jahre musste naturgemäß auf Schätzungen beruhen, basierend auf den Daten aus den Mitgliedskommunen. Dabei fällt insbesondere auf, dass erheblich weniger Zusatzleerungen notwendig waren, als kalkuliert. So gab es bei den 80 Liter Restmüll Gefäßen statt geplanter 45.000 Zusatzleerungen nur 19.277 und damit 57,16 Prozent weniger als kalkuliert. Beim Bioabfall waren es sogar insgesamt 57,19 Prozent weniger als gedacht.

In der Summe der geplanten Restabfallgefäße gab es eine ziemlich präzise Punktlandung bei 27.050 geplanten und 26.448 aufgestellten Gefäßen. Doch konnten innerhalb der Tonnengrößen interessante Verschiebungen festgestellt werden. So wurden 80 Liter Gefäße nur 5.919 Mal aufgestellt, geplant waren aber 9.000 Gefäße (-34,23 Prozent). Dafür wurden 240 Liter Gefäße 8.916 Mal aufgestellt, gegenüber 5.500 kalkulierten (+62,11 Prozent).

Die erste Gebührenkalkulation wurde von den Mitgliedskommunen bewusst für zwei Jahre gewählt, um das Anlaufjahr in eine neue Gebührenkalkulation einarbeiten zu können. Als Zweckverband des öffentlichen Rechts darf der AWV weder Gewinn noch Verlust erzielen. Nun gilt es, die erhobenen Daten mit den bestehenden Fixkosten gegenzurechnen, um dann für 2022 eine neue Gebührenkalkulation vorzunehmen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Abfallwirtschaftsverband Kreis Groß-Gerau