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Büttelborner Nachrichten
Ausgabe 2/2026
Notizen aus dem Rathaus
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Büttelborn setzt auf digitalen Bürgerlotsen: Avatar des Bürgermeisters hilft bei Fragen um das Thema Verwaltungsabläufe

Büttelborn. Die Gemeinde Büttelborn geht einen weiteren Schritt in Richtung digitaler und bürgernaher Verwaltung: Künftig unterstützt ein KI-gestützter Video-Avatar des Bürgermeisters Marcus Merkel Bürgerinnen und Bürger bei Fragen zu Verwaltungsabläufen. Ziel des Projekts ist es, Informationen verständlicher, barriereärmer und zeitunabhängig bereitzustellen.

Der Avatar fungiert als digitaler Bürgerlotse. Er erklärt typische Themen wie Anträge, Zuständigkeiten, Fristen, Gebühren oder Angebote der Gemeinde – rund um die Uhr und auf Wunsch auch mehrsprachig. Dabei ersetzt er keine Mitarbeitenden im Rathaus, sondern entlastet sie bei wiederkehrenden Standardfragen.

„Als Bürgermeister ist mir wichtig, dass Informationen für alle verständlich und leicht zugänglich sind – unabhängig von Sprache, Zeit oder Vorwissen“, betont Marcus Merkel. „Viele Fragen wiederholen sich täglich. Der Avatar hilft beim Einstieg und erklärt, wo man beginnen muss und an wen man sich wenden kann.“

Fokus auf Integration und Teilhabe

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Mehrsprachigkeit des Avatars. Büttelborn ist eine vielfältige Gemeinde, in der Menschen mit unterschiedlichen Herkunftssprachen leben. Gerade für Bürgerinnen und Bürger mit geringen Deutschkenntnissen kann Sprache eine Hürde sein, wenn es um Behördengänge geht.

„Sprache entscheidet über Teilhabe“, so Merkel, der auch Vorsitzender der Integrationskommission ist. „Wenn jemand Verwaltungsabläufe in der eigenen Muttersprache erklärt bekommt, nimmt das Unsicherheit und erleichtert Integration ganz praktisch.“

Klare Grenzen und Transparenz beim KI-Einsatz

Die Gemeinde legt großen Wert auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Der Avatar ist klar als KI-gestützte, digitale Darstellung des Bürgermeisters gekennzeichnet. Er bezieht keine politischen Positionen, macht keine Wahlwerbung und führt keine Debatten.

Inhaltlich greift das System ausschließlich auf eine geprüfte Wissensbasis mit Informationen zu den Verwaltungsangeboten der Gemeinde zurück. Es sucht nicht eigenständig im Internet und ist so konfiguriert, dass es im Zweifel lieber keine Antwort gibt, als falsche Informationen zu liefern. Die technischen Systeme werden auf Servern in Europa betrieben und erfüllen die geltenden Datenschutzstandards.

„Deepfakes und Manipulation sind reale Risiken“, sagt Merkel. „Genau deshalb setzen wir auf klare Kennzeichnung, feste inhaltliche Grenzen und volle Kontrolle über die Inhalte.“

Entlastung der Verwaltung, kein Stellenabbau

Der Avatar soll vor allem die Mitarbeitenden im Rathaus entlasten, nicht ersetzen. Standardinformationen werden gebündelt bereitgestellt, sodass persönliche Beratungsgespräche sich stärker auf komplexe Einzelfälle konzentrieren können.

„Die persönliche Beratung bleibt unersetzlich“, betont Merkel. „Der Avatar übernimmt Grundlagen – die Verantwortung und Entscheidung bleiben immer beim Menschen.“

Umsetzung mit erfahrenen Partnern

Umgesetzt wurde das Projekt gemeinsam mit den Botgenossen sowie dem Medien- und Avatar-Experten Stefan Klink. Die Botgenossen verantworten die technische Plattform und die Integration in die digitale Infrastruktur der Gemeinde. Stefan Klink war für die Produktion, Projektsteuerung und die Avatar-Aufnahmen zuständig und brachte seine langjährige Erfahrung aus der professionellen TV- und Livestream-Produktion ein. Als zertifizierter Agenturpartner des Avatar-Anbieters stellt er zudem die technische Avatar-Komponente bereit.

Langfristiger Service für die Gemeinde

Der digitale Bürgerlotse ist als dauerhaftes Service-Angebot der Gemeinde konzipiert – unabhängig von Wahlperioden oder Personen. Ziel ist es, Verwaltung moderner, transparenter und zugänglicher zu machen.

„Es geht nicht um Technik um der Technik willen“, fasst Marcus Merkel zusammen. „Es geht darum, dass Bürgerinnen und Bürger schneller verstehen, was sie tun müssen – und sich in ihrer Gemeinde gut informiert fühlen.“Formularende