Titel Logo
Büttelborner Nachrichten
Ausgabe 49/2020
Notizen aus dem Rathaus
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Der Bürgermeister informiert: Wochenrückblick vom 23. - 29. November 2020

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

ich starte meinen Wochenrückblick mit einem Thema, welches für das betroffene Ehepaar äußerst unangenehm ist, aber sie wissen sich nicht mehr zu helfen.

Sie wohnen an der Kreissporthalle in Büttelborn und haben seit 2015 insgesamt 21 Unfälle an ihrer Begrenzungsmauer zum Grundstück zu verzeichnen. Die meisten Verursacher kümmern sich noch nicht einmal um den entstanden Schaden (so auch im aktuellen Fall, siehe Bilder) und lassen das Ehepaar damit alleine. Zumindest den einen Parkplatz, an dem zuvor ein Baum im Grünstreifen stand, könnte man analog zu den anderen Stellflächen zurück bauen, um die Situation ein wenig zu entschärfen. Wobei das Einparken auch mit einem kleineren Wagen schon eng ist und man der Begrenzungsmauer sehr nahe kommt. Ggf. hilft im Gegenzug zu den bereits aufgestellten Begrenzern eine Leitplanke, auch wenn dies optisch natürlich nicht sehr ansprechend ist. Ich bleibe am Ball und versuche Abhilfe zu schaffen.

Als ich den Ort wieder verließ, kam mir der argentinische Hausmeister der Pestalozzischule Roberto in den Sinn, der ein Fan von Diego Maradona war. Ich glaube, als Fußballer war jeder irgendwie Fan von dem kleinen Ballzauberer aus Argentinien, auch wenn ich persönlich 1986 sehr traurig als Teenager vorm Fernseher saß, als ich mir die 3:2 Niederlage im WM-Finale von Mexiko anschauen musste. Als ehemaliger Fahrer der Deutschen Nationalmannschaft 2006 beim Sommermärchen begegnete mir Diego Armando Maradona dann beim legendären Viertelfinale in Berlin persönlich und ich muss schon sagen, dieser Mann hatte eine Ausstrahlung, die seinesgleichen sucht. Zumindest konnten wir uns in diesem Spiel knapp im Elfmeterschießen gegen die Südamerikaner durchsetzen und Andi Köpkes Zettel an Jens Lehmann ging im Nachgang dann für 1 Million EUR an einen der 4 großen Energieversorger unseres Landes.

Der Fußball verbindet irgendwie alle Menschen und in Zeiten von Corona vielleicht noch ein Stück weit mehr. Mit meinen Gedanken war ich zumindest diese Woche bei den Argentiniern, den vielen Fans in Neapel und eben auch bei Roberto.

Der eben erwähnte Energieversorger baut derzeit massiv die öffentliche Ladeinfrastruktur aus und dazu ein kleiner Tipp in meinem Wochenrückblick.

Ab dieser Woche steht bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) das Förderprogramm 440 zum Abruf bereit. Ich als Fan der Elektromobilität kann dieses „Geschenk“ in Höhe von 900 € für die Förderung von privater Ladeinfrastruktur nur für gut heißen auf dem Weg zu mehr Klimaschutz. Man muss ein paar Dinge beachten wie z. B. einen reinen Bezug von Ökostrom, Leistung von 11 kW der Wallbox oder Säule und Mindestinstallationskosten von eben diesen 900 EUR. Dieses Programm könnte der Elektromobilität einen weiteren Schub in unserer Bundesrepublik geben.

https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Ladestationen-für-Elektroautos-Wohngebäude-(440)/

Auf die kommende Woche freue ich mich, denn meine Idee aus dem letzten Jahr mit unserer Weihnachtsbaumaktion startet wieder. Und in diesem Jahr mit der Erweiterung der Aktion durch meine Mitarbeiterin Daniela Hoffmann, nicht nur Kindern eine Freude zu machen, sondern auch Seniorinnen und Senioren. Die Idee ist echt gut und mit 15 Wünschen aus dieser Bevölkerungsgruppe wurde sie bereits auch schon gut angenommen. Deshalb mein Appell an unsere Bevölkerung nicht „nur“ die Kinderwunschzettel vom Weihnachtsbaum zu picken, sondern auch die Wunschzettel der älteren Generation. Ich bin wirklich gespannt, wie es sich verteilt und natürlich dann auch auf die Umsetzung nach Weihnachten. Vielen Dank vorab an dieser Stelle an Frau Hoffmann und die Mitarbeiter des Bauhofs für den schönen Weihnachtsbaum im Foyer des Rathauses.

In den beiden Ausschüssen in der vergangenen Woche des Umweltausschusses kurz UELF und des Sozialausschusses kurz SKS ging es um folgende Themen. Im UELF um haushaltsrelevante Umweltthemen wie z. B. Radwegeausbau der beiden Strecken Klein-Gerau - Worfelden und Worfelden - Braunshardt. Auch die Umrüstung der beiden Kunstrasensportplätze in Worfelden und Büttelborn mit LED-Flutlicht wurde besprochen als auch die Vorzugsvariante 2b der neu geplanten ICE-Strecke Frankfurt - Mannheim.

Dies bedeutet definitiv mehr Güterzüge auf der Bestandsstrecke Mainz - Darmstadt und somit auch mehr Lärm, besonders in der Nachtscheibe zwischen 22 und 6 Uhr.

Zumindest das bereits beschlossene Gesetz zur Zwangsumrüstung von Güterzügen

https://www.bmvi.de/.../E/gueterwagen-werden-leiser.html

von sog. Graugussklotzbremsen hin zu Verbundstoffbremssohlen muss bis zum 31.12.2020 umgesetzt sein. Auch ein angenehmes Telefonat in der letzten Woche mit einem zuständigen Bauingenieur der Deutsche Bahn macht Hoffnung. Die DB ist jederzeit bereit an Bürgerversammlungen teilzunehmen und zu informieren wie mit dem Sonderabschnitt Klein-Gerau, nachträglicher Lärmschutz umgesetzt werden kann. Dazu erreichten mich die unterschiedlichsten Auffassungen aus der Bevölkerung, und zwar von der Forderung nach max. Lärmschutz bis hin zu freie Sicht für alle, sprich keinerlei zusätzlicher Lärmschutzmaßnahmen. In Zeiten von Corona würde die DB auch eine Bürgerversammlung in Form von einer online Konferenz anbieten. Dies bezüglich drängt die Zeit ein wenig, da die Deutsche Bahn bez. der parlamentarischen Befassung eine Stellungnahme unsererseits Ende nächsten Jahres an den Bundestag richten möchte. Somit ist zwar noch Zeit, aber ein Jahr geht bekanntlich schnell vorüber.

Im SKS ging es primär um die geplanten Aus-und Umbauszenarien bei den Kitas Dreißigruten, Regenbogen und dem neu geplanten Kindergarten an der Sporthalle Worfelden. Dies wäre im Übrigen nicht die 4. Kita in Worfelden sondern die 3., da man die Naturkita allen drei Ortsteilen zurechnen kann und wir auch aus allen drei Ortsteilen Kinder dort betreuen.

Dazu passend, dass die Situation in unseren Kindertagesstätten weiterhin sehr angespannt bleibt und meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilweise am Limit sind. Dies wird zwar zum allergrößten Teil der Elternschaft und Elternbeiräten auch anerkannt und man schenkt der Verwaltung Glauben, aber es gibt natürlich auch kritische Stimmen aus der Elternschaft. Alle schwerwiegenden Entscheidungen treffen wir gemeinsam auch in Rücksprache mit dem Gesundheitsamt in Groß-Gerau sofern Quarantäne für Kita-Einrichtungen angeordnet werden oder auch in Einzelfällen beim Personal. Leider verließ uns eine wohl verdiente Mitarbeiterin in der letzten Woche aus persönlichen Gründen und ich wünsche Büsra aus der Kita Regenbogen alles Gute auf ihrem weiteren Lebensweg und eine schöne Trauung.

Zum Abschluss noch die Information, dass bis zum 11. Dezember 2020 das Corona Impfzentrum des Kreises in der Sporthalle der Martin Buber Schule in GG eingerichtet werden soll. Für mich persönlich ein Hoffnungsschimmer hin zur herbeigesehnten Normalität, auch wenn es dies bezüglich Kritik an der Standortauswahl gab. Wobei es für den Kreis eine große Herausforderung war, nach Bekanntwerden durch die Landesregierung ein Impfzentrum an einem geeigneten Ort innerhalb kürzester Zeit aus dem Boden stampfen zu müssen. Vereine aus dem Kreisgebiet und auch besorgte Eltern finden diese Auswahl in Bezug auf eine weitere fehlende Sporthalle (die Kreissporthalle an der Berufsschule in GG wird ab nächstes Jahr saniert) nicht optimal und Eltern sorgen sich um die Besucherströme parallel zum Schulbetrieb. Für die Gemeinden ergibt sich nun die Aufgabe, die Hallenzeiten für die vorhandenen Hallen möglichst gerecht an alle ortsansässigen Vereine zu vergeben. Es wird aber sicherlich nicht möglich sein, an dem gewohnten Trainingsrhythmus (meist 2x wöchentlich) festzuhalten.

Für mich stehen jedoch die Gesundheit und die bereits erwähnte Rückkehr in unser normales Leben an Priorität eins.

Allen noch einen schönen 1. Advent und bleiben Sie gesund.

Herzlichst Ihr Bürgermeister Marcus Merkel