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Büttelborner Nachrichten
Ausgabe 51/2019
Notizen aus dem Rathaus
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Interkommunale Zusammenarbeit

Die Gründung eines Landschaftspflegeverbands in der ersten Jahreshälfte 2020 ist das jüngste Ergebnis der interkommunalen Zusammenarbeit im Kreis Groß-Gerau.

Der Kreis Groß-Gerau ist ein Hot-Spot der biologischen Vielfalt. Er weist eine sehr hohe Artenvielfalt auf, die aus sehr trockenen bis sehr nassen Standorten sowie der an diese extremen Bedingungen angepassten Tier- und Pflanzenwelt resultiert. Städte und Gemeinden haben die Aufgabe, die Pflege von Ausgleichsflächen, öffentlichen Grünflächen und naturschutzfachlich hochwertigen Flächen wie z.B. Streuobst­wiesen, Gräben oder Feuchtwiesen zu gewährleisten. Diese Aufgaben der Landschaftspflege sind essentieller Bestandteil der Bemühungen um die Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt im Kreis.

Die Pflege der Flächen ist jedoch in den Kommunen aufgrund personeller Einspar­zwänge, mangelnder maschineller Ausstattung der Bauhöfe und gestiegener naturschutzfachlicher Anforderungen (z.B. Artenschutz) oft nur unzureichend möglich. 12 Städte und Gemeinden und der Kreis Groß-Gerau haben sich daher im November 2018 in einem interkommunalen Projekt zusammengeschlossen, um gemeinsam zu untersuchen, ob die Gründung eines Landschaftspflegeverbands vorteilhaft sein könnte, um die Erfüllung dieser Aufgaben sicherzustellen. Ein Landschaftspflegeverband ist ein gleichberechtigter Zusammenschluss von Naturschutzverbänden, Landwirten und kommunalen Vertretern, der das Ziel verfolgt, wertvolle und naturnahe Lebensräume zu erhalten.

Die Projektgruppe hat daraufhin alle relevanten Bestandsdaten der Kommunen erfasst und ausgewertet. Darüber hinaus hat sie Akteure befragt, die in der Landschaftspflege bereits tätig sind, und Gespräche mit schon langjährig bestehenden Landschaftspflegeverbänden geführt. Auf Grundlage der Ergebnisse wurden die Vorteile einer möglichen interkommunalen Kooperation in Form eines Landschaftspflegeverbands bewertet. Als zentralen Vorteil eines solchen Verbands hat die Projektgruppe das Erreichen hoher fachlicher Qualitätsstandards sowie die Einsparung von Verwaltungs- und Personalkosten in den Städten und Gemeinden und im Kreis festgestellt.

Auf Basis aller Projektergebnisse haben sich die Bürgermeister der am Projekt beteiligten Kommunen in der jüngsten Sitzung der IKZ-Lenkungsgruppe für die Gründung eines Landschaftspflegeverbands im Kreis Groß-Gerau ausgesprochen. Folgende Aufgabenschwerpunkte soll der Verband wahrnehmen:

  • die Verbesserung der Pflege von Ausgleichsflächen, von öffentlichen Grünflächen und kommunalen Flächen mit hohem naturschutzfachlichem Wert (Streuobstwiesen, Feldgehölze, Wiesen und Gräben)

  • die Förderung von Projekten im Rahmen der hessischen Biodiversitätsstrategie

  • die Umsetzung politischer Beschlüsse zur Biodiversität

  • der Erhalt und die Förderung der biologischen Vielfalt im Hinblick auf die hohe naturschutzfachliche Bedeutung des Kreises Groß-Gerau als Hotspot der biologischen Vielfalt

Im Weiteren werden nun die Naturschutzverbände und Vertreter der Landwirtschaft im Detail über die Projektergebnisse informiert und in die Gründungsvorbereitungen eingebunden. Voraussetzung für die Bildung des Landschaftspflegeverbands sind zudem gleichgerichtete Beschlüsse der Kommunen über ihre Beteiligung an dem Verband. Um diese vorzubereiten, wird im 1. Quartal 2020 eine Mustervorlage erarbeitet, die den Gremien der Städte und Gemeinden sowie des Kreises Groß-Gerau zur Beratung und Entscheidung vorgelegt wird.

Raunheim, 13.12.2019

Ansprechpartnerin für die IKZ-Lenkungsgruppe:

Marion Götz - c/o Stadt Raunheim

Stabsstelle Interkommunale Zusammenarbeit

m.goetz@raunheim.de - 06142 / 402-216

Weitere Informationen unter www.ikz.imkreisgg.de