Titel Logo
Kelsterbach aktuell
Ausgabe 10/2020
Seite 3
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

In Stadtgeschichte schmökern - Ausstellung im Stadtmuseum zeigt

Kelsterbach im Freitags-Anzeiger

Auch wenn wir im digitalen Zeitalter leben und die Auflagen von Printmedien rückläufig sind, so hat das gedruckte Wort doch noch immer einen ganz besonderen Stellenwert. Das wurde bei der jüngsten Eröffnung der Sonderausstellung „Freitags-Anzeiger“ im Stadtmuseum Kelsterbach einmal mehr deutlich.

In Anwesenheit von Werner Nies, dem ehemaligen Verleger des Freitags-Anzeigers, Bürgermeister Manfred Ockel sowie Vertretern des Volksbildungswerks Kelsterbach hob dessen Vorsitzender Hartmut Blaum die Bedeutung der gedruckten Wochenzeitung für die Überlieferung von Stadtgeschichte hervor. Und auch Bürgermeister Ockel unterstrich: „Eine Wochenzeitung hat eine Qualität, die einer Stadt guttut.“ Er dankte Werner Nies, dass Kelsterbach durch sein Engagement nach all den Jahren noch immer ein Teil des Freitags-Anzeigers ist. „Deshalb freuen wir uns jede Woche auf den Donnerstag – auch wenn es Freitags-Anzeiger heißt“, so Ockel.

Wie es dazu kam, dass die Zeitung seit Februar 1993 nicht mehr am namensgebenden Freitag erscheint, aber dennoch nach kurzzeitiger Umbenennung aufgrund heftiger Leserproteste weiterhin unter dem angestammten Namen gedruckt wird, erzählte Nies dann in seinem kleinen Einführungsvortrag über die bewegte Geschichte des Blattes. Dies erscheint nun schon seit über 90 Jahren, wobei Kelsterbach seit 1948 in der Wochenzeitung vertreten ist. So kann die Ausstellung auf verschiedenen Schautafeln zahlreiche Titel- und Themenseiten aus über 70 Jahren Kelsterbacher Stadtgeschichte präsentieren. Nur die Jahre zwischen 1957 und 1969 werden dabei kaum thematisiert, da in diesem Zeitraum Anzeigen die Seiten der Zeitung dominiert haben.

Gemeinsam mit Karl Schmiedt vom VBW hat Werner Nies aus dem Archiv des Freitags-Anzeigers die interessantesten Seiten über Kelsterbach herausgesucht. Neben thematischen Dauerbrennern wie Fluglärm finden Besucher hier auch Artikel zu besonderen Geschichten der letzten Jahrzehnte, darunter die Einweihung des Bürgerhauses im Jahr 1985, den Beginn der Städtepartnerschaft zwischen Kelsterbach und Baugé-en-Anjou, die Feierlichkeiten zu 100 Jahren Freiwillige Feuerwehr Kelsterbach oder die Schließung des Enka-Werks zu Beginn des neuen Jahrtausends.

Es sind aber nicht nur große Ereignisse, die hier vertreten sind. Auch an kleine Geschichten und besondere Persönlichkeiten der Stadt wird erinnert, was die Ausstellung vielseitig und sehr spannend macht. „Es gibt viel zu schmökern“, verspricht Nies zu Recht. Schließlich wurden neben den Blättern an den Schautafeln noch viele weitere Kelsterbach-Seiten in Zeitungshalter gespannt, durch die man ab sofort bis Ende April jeden Sonntag (außer an Ostern) zwischen 15 und 17 Uhr im Stadtmuseum nach Herzenslust blättern kann.

(Text und Bild: Sebastian Betzold)