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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 10/2026
Seite 3
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Feuerwehr fehlt Personal

Die Gewählten, Geehrten, Beförderten und Ernannten der Feuerwehr.

von links: Nicole Wörpel, Stefan Gesang, Gordon Fischer, Rudolf Plitt, Frank Wiegand, Robin Staack, Tina Eisenberg, Pascal Reinhardt, Mark Dreiseitel, Lena Schulze, Christian Rolle

von links: Frank Wiegand, Christina Wufka, Nicole Wörpel, Petra Petersen, Tobias Körner, Ingo Rheder, Walter Schreiner, Franz Pratschker, Melanie Mucha, Siegurd Ahrens, Stefan Gesang

Die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Kelsterbach hielt vergangene Woche ihre Jahreshauptversammlung ab und ließ das Jahr 2025 Revue passieren. Der Leiter der Feuerwehr, Stadtbrandinspektor Christian Rolle, berichtete, die Kelsterbacher Brandschützer seien 195 Mal zu Einsätzen ausgerückt und hätten dabei 191 Stunden Dienst getan. Die Einsätze verteilten sich auf die Bekämpfung von 35 Bränden, 83 Hilfeleistungen (technische Unterstützung von Rettungsdiensten) und 76 Fehlalarme. Im Vergleich zum Jahr 2024 ist die Anzahl der Einsätze um gut zehn Prozent gesunken.

Zwar ist die Personalstärke der Einsatzabteilung im vergangenen Jahr um vier Personen auf 71 angewachsen und es kommen noch sechs Feuerwehrleute dazu, die tagsüber der Kelsterbacher Feuerwehr zur Verfügung stehen, obwohl sie nicht in Kelsterbach wohnen, aber ihren Arbeitsplatz hier haben, doch bei einigen Einsätzen standen der Kelsterbacher Feuerwehr weniger als die eigentlich nötigen 19 Feuerwehrleute zur Verfügung. Zudem waren bei vielen Einsätzen nicht die erforderlichen acht Atemschutzgeräteträger dienstbereit. Mehrfach konnte auch die Hilfsfrist nicht eingehalten werden. Stadtbrandinspektor Rolle appellierte an die Stadt, bei der Personalgewinnung Unterstützung zu leisten. Zum Glück ereigneten sich im vergangenen Jahr lediglich fünf Brände innerhalb des kritischen Tageszeitraums.

Ausbildung und Ausstattung

Zur Tätigkeit der Feuerwehr gehörte auch, bei elf Veranstaltungen einen Brandsicherheitsdienst zu stellen, des Weiteren die Brandschutzerziehung in Schulen und Kindertagesstätten, die von 16 Fällen im Jahr 2024 auf 30 im Jahr 2025 fast verdoppelt wurde. „Unser Konzept mit der pädagogischen Fachkraft geht gut auf“, kommentierte Rolle die positive Entwicklung.

Aus- und Fortbildung ist für die Feuerwehrleute unabdingbar, folglich wurden im vergangenen Jahr zahlreiche Kurse zu den verschiedensten Themen, insgesamt sind es 31 gewesen, besucht.

Motivierte Brandschützer benötigen taugliches Material, um ihren wichtigen ehrenamtlichen Dienst an der Bevölkerung auch fachgerecht leisten zu können. Die ständige Erneuerung und Ergänzung der technischen Ausstattung inklusive des Fuhrparks ist deshalb sehr wichtig. Im vergangenen Jahr hat die Kelsterbacher Feuerwehr vier neue Fahrzeuge erhalten, ein Löschfahrzeug und einen Pickup-Wagen für den Katastrophenschutz, einen Gerätewagen Logistik und ein Mehrzweckboot. Weitere Ersatzbeschaffungen stehen laut Stadtbrandinspektor Rolle dieses Jahr an oder sind bereits fällig. Dazu zählen zwei Mannschaftsfahrzeuge, zwei Tanklöschfahrzeuge und ein Einsatzleitwagen. Außerdem muss verschiedenes Gerät zur Sicherstellung der Einsatzfähigkeiten während Sonderlagen – zum Beispiel einem mehrere Tage andauernden Stromausfall – angeschafft werden.

Rolle dankte allen aktiven Einsatzkräften, deren Angehörigen und Arbeitgebern sowie den politisch Verantwortlichen für deren Engagement beziehungsweise Unterstützung im vergangenen Jahr.

Nachwuchsarbeit

Die Leiterin der Jugendfeuerwehr, Lena Schultz, berichtete von einem ereignis- und abwechslungsreichen Jahr mit zahlreichen Veranstaltungen. Im regulären Übungsdienst seien feuerwehrtechnisches Wissen vertieft, praktische Abläufe trainiert und Teamarbeit gestärkt worden. Bei der 32-Stunden-Übung seien verschiedene realitätsnahe Einsatzszenarien abgearbeitet worden und die Jugendlichen mit viel Ausdauer und Engagement bei der Sache gewesen. Hier habe sich gezeigt, wie gut der Ausbildungsstand sei und wie verantwortungsvoll und motiviert die Jugendlichen mitarbeiteten. Neben den feuerwehrfachlichen Übungen kam aber auch der Spaß nicht zu kurz, zum Beispiel bei einem Zeltlager. Den aktuellen Mitgliederstand bezifferte Schultz mit 22 Jugendlichen, ein Mitglied der Jugendfeuerwehr ist vergangenes Jahr in die Einsatzabteilung übergetreten.

Im vergangenen Jahr ist die Kelsterbacher Kinderfeuerwehr „Löschblitze“ für unter zehnjährige Kinder gegründet worden. Die Leiterin des jüngsten Brandschutz-Nachwuchses, Nicole Wörpel, nannte dies „einen elementaren Meilenstein für die Nachwuchsarbeit unserer Feuerwehr.“ In den zweiwöchentlich stattfindenden Übungsstunden sei den Kindern ein ausgewogenes und vielseitiges Angebot unterbreitet worden, seien feuerwehrtechnische Themen spielerisch vermittelt und darüber hinaus auch fleißig gebastelt worden. Derzeit gehören 16 Kinder, die durchschnittlich acht Jahre alt sind, den Löschblitzen an. 25 weitere Kinder stehen auf der Warteliste für die Mitgliedschaft. Es tue ihr leid, dass nicht allen Interessierten ein Platz angeboten werden könne, meinte Wörpel.

Innerstädtische Entwicklung

Bürgermeister Manfred Ockel sagte den Feuerwehrleuten Dank und zollte ihnen Respekt für ihre Leistungen, die anhand der Berichte deutlich wurden. Die Vielzahl und Komplexität der Einsätze, die ehrenamtliche Einsatzbereitschaft rund um die Uhr an einem jeden Tag des Jahres seien sehr beeindruckend, lobte Ockel eingangs seiner Ansprache. Der Bürgermeister stellte in der Folge einige Entwicklungen und geplante Baumaßnahmen in Kelsterbach vor, die Relevanz für die Arbeit der Feuerwehr haben. So verwies er etwa auf die demographische Entwicklung, der zufolge die Stadtbevölkerung wächst und sich verjüngt. Ockel sieht darin Chancen, um Nachwuchs und Zuwachs für die Feuerwehr zu erhalten. Beim Thema Mobilität gebe es in den kommenden Jahren viele Themen miteinander zu besprechen, sagte der Bürgermeister. So müssten etwa Kompromisse gefunden werden zwischen gewünschten, entschleunigenden Effekten der Verkehrsberuhigung und den Belangen der Feuerwehr, deren Mitglieder möglichst schnell zum Feuerwehrhaus und danach ebenso rasch zu ihren Einsatzorten gelangen sollen. Ockel setzte die Versammlung darüber ins Bild, dass der Auftrag zum Bau des neuen Feuerwehrhauses von der Stadtverordnetenversammlung auf deren jüngster Sitzung vergeben worden sei. Derzeit laufe bereits die Entkernung der Bestandsgebäude durch ein anderes Unternehmen. Im Sommer solle mit den Bauarbeiten am neuen Domizil begonnen werden.

Stadtverordnetenvorsteher Frank Wiegand, selbst aktiver Feuerwehrmann, dankte den Feuerwehrleuten für ihren Einsatz. Diese hätten im vergangenen Jahr den Menschen selbstlos geholfen und sich dabei veränderten Rahmenbedingungen gegenübergesehen. Neue Gebäude seien entstanden, neue Feuerwehrfahrzeuge in Dienst gestellt worden, was wiederum Ausbildung und Anpassung der Ausbildung nötig gemacht habe. „Es ist ein starkes Zeichen, dass Ihr immer dazu bereit wart“, lobte Wiegand. Der Stadtverordnetenvorsteher wies weiter darauf hin, dass die finanzielle Situation der Stadt nicht mehr so rosig sei wie in früheren Jahren. Und so werde es herausfordernder in den kommenden Jahren, wenn sich nicht grundlegend etwas ändere an der Finanzausstattung der Kommunen. So stelle sich die Frage, wie die nötigen Geräte und Fahrzeuge für die Feuerwehr finanziert werden sollten. Eine gute Antwort sei noch nicht gefunden, gab Wiegand zu bedenken. Angesichts dessen, aber auch aufgrund geopolitischer Herausforderungen und wegen der Folgen des Klimawandels, sollten Politik und Feuerwehr den Dialog ausbauen und vertiefen, plädierte er.

Wahlen

Nach den Berichten und Ansprachen standen Wahlen auf dem Programm. Jeweils einstimmig gewählt wurden Marcel Ehrlich und Stefan Kaiser (Beisitzer im Feuerwehrausschuss), Jonas Heinze (stellvertretender Leiter der Jugendfeuerwehr), Nicole Wörpel und Tina Eisenberg (Leiterin und stellvertretende Leiterin der Kinderfeuerwehr). Weiter ging es mit Beförderungen. Befördert wurden Marco Migani, Manuel Rejzek und Dennis Bernecker-Lauter (Feuerwehrmann), Yves Nekola und Frank Wiegand (Oberfeuerwehrmann), Marcel Gallmann und Bastian Seelinger (Hauptfeuerwehrmann). Zu Betreuern der Jugendfeuerwehr ernannt wurden Yves Nekola, David Traud, Marcel Ehrlich, Janis Knöbel und Dennis Bernecker-Lauter. Zu Betreuern der Kinderfeuerwehr ernannt wurden Susanne Ehrlich, Eva Köhlhofer, Madita Schmitt und Ralf Seib. Zum Gruppenführer ernannt wurde Tobias Krauß und zum Zugführer Andreas Reitz. Zum Abschluss nahm Stadtbrandinspektor Rolle noch Ehrungen langjähriger Mitglieder der Feuerwehr vor. Anerkennungsprämien des Landes Hessen für langjährige Dienstzeit erhielten Marc Dreiseitel, Thorsten Kahl-Storck, Janis Knöbel und Chiara Rolle (10 Jahre), Andreas Reitz (20 Jahre), Marcel Ehrlich und Sven Schmitt (30 Jahre). Das Silberne Brandschutzehrenzeichen des Landes Hessen für 25 Jahre Dienstzeit in der Feuerwehr erhielten Tobias Körner, Christian Rolle und Nicole Wörpel. Mit dem Goldenen Brandschutzehrenzeichen (Sonderstufe) wurde Ralf Seib ausgezeichnet (50 Dienstjahre). Die Bronzene Katastrophenschutzmedaille des Landes Hessen für zehn Jahre Dienst erhielten Thorsten Kahl-Storck und Marcel Bautz. Die Goldene Katastrophenschutzmedaille war für Rudolf Plitt bestimmt (40 Jahre Dienst).

JHV des Feuerwehrvereins

Auch der Feuerwehrverein hatte zur Jahreshauptversammlung eingeladen, die direkt im Anschluss abgehalten wurde. Auf der Tagesordnung stand unter anderem die Wahl verschiedener Vorstandsämter, folgende Personen wurden gewählt: Frank Wiegand (Erster Vorsitzender), Stefan Gesang (Zweiter Vorsitzender), Gordon Fischer (Erster Rechnungsführer), Rudolf Plitt (Zweiter Rechnungsführer), Pascal Reinhardt (Erster Schriftführer), Tina Eisenberg (Zweite Schriftführerin), Robin Staack (Vergnügungsausschuss), Mark Dreiseitel (Erster Pressewart), Nicole Wörpel (Beisitzerin).

Zu Guter Letzt wurden langjährige Mitglieder des Vereins geehrt: Nicole Wörpel, Tobias Körner, Petra Petersen, Ingo Rheder, Melanie Mucha (25 Jahre), Christina Wufka, Siegurd Ahrens, Franz Pratschker (40 Jahre), Walter Schreiner (50 Jahre). (wö)