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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 10/2026
Seite 2
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Bauausschuss besuchte den Tennisclub

Thomas Gesing (vorne), Erster Vorsitzender des TCK, erklärte vor Ort den Zustand der Tennisplätze.

In der Halle erhielten die Ausschussmitglieder einen kurzen Eindruck vom Jugendtraining.

Der Tennisclub Kelsterbach (TCK) hatte am Samstag vorvergangener Woche die Mitglieder des städtischen Bauausschusses zu einem Ortstermin auf dem Tennisplatz-Areal geladen. Der TCK möchte die vorhandenen Ascheplätze in Allwetterplätze umwandeln. Da die Stadt für die bauliche Unterhaltung der kommunalen Tennisanlage zuständig ist und um zu veranschaulichen, warum die Umgestaltung der Plätze notwendig und nachhaltig sinnvoll ist, wurde diese Sondersitzung des Bauausschusses einberufen.

Vor einer Präsentation durch den ersten TCK-Vorsitzenden Thomas Gesing, den Geschäftsführer Jörg Schmalohr und Sportwart Stefan Stieger als Mitglied des Projektteams „Allwetterplätze“ gab es für die Gremienmitglieder zunächst die Möglichkeit, sich ein Bild vom Zustand der Ascheplätze zu machen. Die Plätze, deren Belag aus Ziegelmehl besteht, bedürfen einer dringenden Grundüberholung, wobei der komplette Belag bis zur untersten Schicht abgetragen und anschließend erneuert werden müsste. Eine solche Grundüberholung würde für alle sechs Plätze rund 150.000 Euro kosten.

Zudem sei Ziegelmehl immer schwieriger zu beschaffen und die Entsorgung als Sondermüll ebenfalls kostspielig, erklärte Stieger. Auch sei die Instandhaltung der Plätze sehr pflegeintensiv. So müssten sie jährlich mit insgesamt 3 Millionen Litern Brunnenwasser bewässert werden, damit die Schichten halten. Da stelle sich die Frage, ob es nicht eine andere, langfristig gesehen günstigere und nachhaltigere Möglichkeit gebe. Stieger skizzierte, dass Allwetterplätze aufgrund verschiedener Faktoren eine gute Alternative darstellten.

So müsse der langlebige Belag erst nach über 20 Jahren erneuert werden und die derzeit jährlich notwendige, rund 10.000 Euro teure Frühjahrsüberholung falle weg. Auch die Sportentwicklung werde gefördert, da die Plätze, anders als das aktuell der Fall ist, 365 Tage im Jahr bespielbar seien. Dadurch werden erweiterte Spiel- und Trainingszeiten, die zusätzlich in den Abendstunden durch die Installation einer energieeffizienten LED-Flutlichtanlage verlängert werden können, sowie eine deutliche Entlastung der Hallenkapazitäten ermöglicht. Dies, so Gesing und Schmalohr, führe zu einer positiven Entwicklung der Mitgliederzahlen und eine Intensivierung der Jugendförderung

Die größere Wirtschaftlichkeit etwa durch langfristig sinkende Betriebskosten sowie ein deutlich reduzierter Pflegeaufwand seien weitere Faktoren, die für einen Wechsel zu Allwetterplätzen sprechen, so Stieger. Zusätzlich werde die Attraktivität der Anlage gesteigert, da sich mit Allwetterplätzen auch die Möglichkeit eröffne, nicht nur Inklusions-Sport wie Rollstuhl-Tennis, sondern auch Trendsportarten wie Pickleball anzubieten.

Ausschussvorsitzender Jürgen Zeller merkte im Anschluss an die Präsentation an, dass der Termin vor Ort hilfreich gewesen sei, um sich detailliert über den aktuellen Zustand der Tennisplätze zu informieren. Die Entwicklung des Tennissports sei allgemein sehr positiv und die Vorteile, die eine Umgestaltung der Plätze mit sich brächten, seien anschaulich verdeutlicht worden. Nun müsse noch ein Gesamtüberblick über die benötigten finanziellen Mittel erstellt werden, bevor die Gremien über das weitere Vorgehen beraten können. Zudem müsse die Frage beantwortet werden, ob ein Generalunternehmer in der knapp achtwöchigen Sommerpause, die sich laut Schmalohr für einen Umbau besonders gut eignen würde, alle sechs Plätze fertigstellen kann. Bürgermeister Manfred Ockel resümierte, dass die Arbeiten im Sommer 2027 durchgeführt werden können, sofern in diesem Jahr alle Vorplanungen abgeschlossen werden und die Gremien der Umgestaltung zustimmen. Gesing dankte den Anwesenden für ihr Kommen: „Das zeigt mir, dass echtes Interesse an unserem Anliegen besteht.“ (sb)