Titel Logo
Kelsterbach aktuell
Ausgabe 11/2020
Seite 2
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Mit Kind und Kegel das Ufer vom Müll befreit

Sogar am Rande des Mönchhofgeländes lohnte sich Sack und Zange.

Generationsübergreifender Einsatz am Main.

"men at work", das Team der Kerweborsch. Nicht weniger fleissig war Giggelsmädchen Anna-Lena Hofmann, die im Auto Platz nahm.

Über 50 Müllsäcke wurden befüllt.

Staubsauger, Faxgeräte, Drucker; was sich wie eine Aufzählung im aktuellen Prospekt des Media-Marktes liest, beschreibt einen Auszug aus der Liste mit bemerkenswerten Fundstücken im Kelsterbacher Mainvorland. Anlass für diese und andere Funde war die Aktion „Beach Clean Up“, zu dem die Kelsterbacher Kerweborsch aufriefen. Das Wirken der Volksfestrepräsentanten beschränkt sich für den Präsident Sven Wellinger und seine rotweiße Gefolgschaft nicht nur auf die „tollen Tage“ im September, Engagement für die Heimatstadt zeigen die jungen Männer bei vielen Gelegenheiten.

Angefangen mit „Beach Clean Up“ hatte vor einigen Jahren der Fahrradbeauftragte René Wollmerstedt, der den Gedanken aufgriff, die Bürgerschaft zu einem „Reinigungseinsatz“ zu ermutigen. Dass er das „Urheberrecht“ nun den Kerweborsch vererbt, scheint mehr als eine gute Idee zu gewesen zu sein. Bereits im Vorfeld bewiesen sie ihr Talent als Multiplikatoren – der soziale Arbeitseinsatz war sogar dem Hessischen Rundfunk (HR3) ein paar Sendeminuten wert. Diese Gelegenheit nutzte Wellinger mit dem verbindenden Satz: „Wir können nicht die ganze Welt retten, aber in Kelsterbach können wir damit anfangen“. Gesagt, getan. Am Samstagmorgen begrüßte Bürgermeister Manfred Ockel 36 Menschen, denen ein sauberes Kelsterbach ein Anliegen war. In zwei Gruppen aufgeteilt, bewaffnet mit Zangen und Müllsäcken, zogen Frauen, Kinder und Männer los, um sich den Schwerpunkten Unterdorf, Mainhöhe und Mönchhofgelände anzunehmen.

Unvermutete Fundstücke

„Unglaublich und traurig, was die Menschen achtlos in die Natur werfen“, schrieben die Kerweborsch auf ihrer Facebook-Seite, deren Fazit jedoch trotzdem positiv ausfallen sollte. Wer nicht dabei war, konnte sich in sozialen Netzwerken informieren, dort war die Rede von 50 Müllsäcken, welche die Unterstützer der Kelsterbacher Kommunalbetriebe (KKB) zweimal von ihrem Pritschenwagen abladen durften. Neben den Abfall-Klassikern Papier, Verpackungen und Lebensmittelresten gesellten sich Feuerlöscher, Fahrradrahmen und sogar Heliumflaschen dazu. Der Leiter des städtischen Fachdienstes Kultur, Robin Schmalz, der die Geschicke der Kerweborsch offenbar nicht nur vom Schreibtisch aus begleitet, vermeldete besondere Fundsachen unter der Autobahnbrücke, die sich über das Mönchhofgelände erstreckt. Exotischer Schmuck und 20 englische Pfund, zeigten was verloren gehen kann und dass der Brexit symbolisch auch in Kelsterbach angekommen scheint.

Die Umwelt dankt

Nach zwei arbeitsreichen Stunden stand die Erkenntnis, dass der schöne Flusslauf in der Untermainstadt teilweise bedenklich zugemüllt ist und ein Umdenken alternativlos scheint. Den Organisatoren war es jedoch wichtig, dass „Beach Clean Up“ nicht anklagt, sondern im gewissen Sinn wachrüttelt, denn jeder trägt Verantwortung für die Umwelt. Wir und die Umwelt sagen Danke in Richtung der zahlreichen Helfer, sagte Wellinger und fügte an, dass mehr Aufmerksamkeit bei den Menschen zu wünschen wäre, damit solche Aktionen nicht notwendiger werden. Der Bürgermeister dankte ebenfalls dem fleißigen Team, das die Grünanalgen heute vom Müll befreit habe. Ockel erachtet weitere Kontrollen und Sanktionen für notwendig, „damit unsere Stadt nicht weiter vermüllt werde“. (gw)