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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 11/2022
Seite 2
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Weichen zur Nachnutzung des Altstandortes der Karl-Treutel-Schule gestellt

Stadtverordnetenversammlung empfiehlt offene Konzeptvergabe

Die Karl-Treutel-Schule (KTS) hat ihren Standort zwar noch in der Friedensstraße, es ist aber längst entschieden, dass die Zukunft der Schule in der Nachbarschaft der IGS Kelsterbach liegt. Bis zum endgültigen Wechsel der KTS wird zwar noch einige Zeit verstreichen – die Eröffnung des Neubaus wird für das Schuljahr 2024/25 angestrebt – doch hat die Stadtverordnetenversammlung in ihrer letzten Sitzung die Weichen für die Entwicklung des Altstandortes gestellt, der immerhin eine Fläche von rund 1,6 Hektar umfasst. „Wir werden nach dem Umzug der Schule das Gelände nicht brach liegen lassen. Deshalb ist es schon heute erforderlich, sich der Aufgabe der Nachnutzung zu stellen“, so Bürgermeister Manfred Ockel in seinem einleitenden Statement. Nach einstimmiger Beschlussfassung der Parlamentarier soll der Standort, der mitten in einem Wohngebiet liegt und die Flächen sich vollständig im Besitz der Stadt befinden, über eine offene Konzeptvergabe als Wohnstandort entwickelt werden. Der Leitgedanke einer solchen Vergabe, die bisher vor allem in Baden-Württemberg durchgeführt wird, ist der „Wettbewerb der Ideen“. So beschrieb es Thomas Gauggel, der als Architekt mit Sitz in Tübingen mehrere solcher Vergaben begleitete und im Fachausschuss die Stadtverordneten hierüber informierte.

Die Grundstücke werden in einer offenen Vergabe nicht nach dem höchsten finanziellen Angebot vergeben, - der Grundstückspreis wird vielmehr im Vorfeld fixiert – sondern auf Grundlage verschiedener Zielgrößen, die von Wohnungspolitik, Klimaschutz und Stadtentwicklung reichen können. Die Detaillierung dieser Zielgrößen wird in den nächsten Jahren Aufgabe einer interfraktionellen Arbeitsgruppe der Stadtverordnetenversammlung sein. Zum Kern der offenen Konzeptvergabe gehört auch ein bewusst niedrigschwelliger Anforderungskatalog an die Interessenten sowie offene Grundstückszuschnitte. Damit soll insgesamt eine möglichst hohe Zahl von Bewerbungen generiert werden, die so einen nachhaltigen Nutzungsmix zur Stärkung von Stadt und Quartiersumfeld sichern.

Vertreter aller Fraktionen werteten die offenen Konzeptvergabe als ein sehr spannendes Projekt, das Innovation und Kreativität fördere, und es auch einem breiten Kreis von unterschiedlichsten Interessenten erlaube, sich an dem Verfahren zu beteiligen. Nach Bürgermeister Ockel muss die jetzige Phase zur Aktivierung der Stadtgesellschaft genutzt werden. „Wir müssen uns hierfür Zeit nehmen und die Menschen in Kelsterbach über Möglichkeiten und Chancen der offenen Konzeptvergabe informieren, um sie dafür zu begeistern, mit dem Ziel die Stadt lebenswerter zu machen. (js)