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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 12/2026
Seite 4
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Manfred Hohl - Ein Nachruf

Mit Dankbarkeit und Respekt erinnern wir uns an Manfred Hohl, den ersten Schulleiter der Gesamtschule Kelsterbach und langjährigen Bürgermeister der Kreisstadt Groß-Gerau. Er starb im Alter von 88 Jahren. Sowohl durch sein pädagogisches Wirken an der damals im Aufbau befindlichen Gesamtschule als auch durch seine Tätigkeit als hauptamtlicher Bürgermeister hat er über viele Jahrzehnte das öffentliche Leben im Landkreis Groß-Gerau maßgeblich geprägt.

Nach seinem Lehramtsstudium war er zunächst als Lehrer tätig. 1972 übernahm er die Leitung der neu gegründeten Integrierten Gesamtschule in Kelsterbach, deren Konzept er entscheidend mitprägte. Ehrengast der Einweihungsfeier war der damalige Kultusminister Ludwig von Friedeburg.

Vor allem Sozialdemokraten setzten sich für die Idee des längeren gemeinsamen Lernens und einer binnendifferenzierten Förderung der Schülerinnen und Schüler ein. Statt bereits nach der vierjährigen Grundschulzeit verschiedene Schulformen zu durchlaufen, sollten Kurse auf unterschiedlichen Anspruchsebenen das individuelle Lernen fördern und so jedem Kind bessere Bildungschancen eröffnen.

Nach anfänglicher Skepsis hat sich unter anderem durch den Einsatz von Manfred Hohl als Schulleiter dieser integrierte Schulweg bewährt. Heute, fast 55 Jahre später, gehört die Gesamtschule Kelsterbach zu den erfolgreichsten Schulen im Kreis Groß-Gerau.

Besonders das Konzept, dass kein Schüler und keine Schülerin die Schule ohne Anschluss an eine betriebliche Ausbildung oder eine weiterführende Schule verlassen sollte, führte dazu, dass die IGS Kelsterbach weit über die Grenzen des Kreises bekannt wurde.

Was Manfred Hohl schon 1972 in enger Zusammenarbeit mit den politischen Gremien der Stadt Kelsterbach am Herzen lag, haben seine Nachfolger Alfred Harnischfeger und Barbara Jühe als pädagogisches Vermächtnis erfolgreich fortgeführt.

Manfred Hohl war ein Mensch, der Verantwortung übernahm, den Dialog suchte und dem das Gemeinwohl stets am Herzen lag.

Mit seinem Tod verlieren wir eine prägende Persönlichkeit der kommunalen Politik und einen engagierten Pädagogen. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, insbesondere seiner Tochter.

Sein Wirken und sein Einsatz für die Gemeinschaft werden in dankbarer Erinnerung behalten.

Alfred Harnischfeger Schulleiter i.R. und Barbara Jühe, Schulleiterin