Martha Winson (vorne), mit Tochter Elke (links) und Sohn Lorenz (rechts), freute sich über den Besuch von Bürgermeister Manfred Ockel (Mitte).
Ihren 90. Geburtstag feierte Martha Winson in dieser Woche im Kreise ihrer Kinder, Enkel und Urenkel. „Es ist schön, dass vier Generationen einer Familie zu einem solchen Anlass zusammenkommen“, sagte Bürgermeister Manfred Ockel, der nicht nur seine persönlichen Glückwünsche der Jubilarin überbrachte, sondern auch im Namen der Stadt gratulierte. Glückwunsch-Urkunden des hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein sowie von Landrat Thomas Will hatte Ockel ebenfalls mitgebracht.
1936 erblickte Martha Winson, geborene Scharfe, in der Stegstraße das Licht der Welt. Ihre Eltern waren aus dem thüringischen Riestedt nach Kelsterbach gezogen, da ihr Vater Paul Scharfe als gelernter Schmied eine Anstellung bei Opel in Rüsselsheim bekommen hatte. Ihre Kindheit verbrachte sie im Depot in der Waldstraße. „Wir Kinder hatten da eine schöne Zeit“, so die 90-jährige. Nach der Schule hat sie direkt angefangen, in dem Kiosk zu arbeiten, den ihre Eltern in der Frankfurter Straße übernommen hatten. 1951 kam ein zweiter Kiosk in der Waldstraße dazu - der Grundstein für das spätere Hotel „Lindenhof“, das bis zur Schließung 2020 zu einer der ersten Adressen in Kelsterbach gehörte.
Ihren aus Walldorf stammenden Mann Lorenz, genannt Lenz, hatte Martha Winson auf der Kelsterbacher Kerb kennengelernt und bei einem gemeinsamen Spaziergang am Mainufer hat es zwischen den beiden gefunkt. 1954 wurde das Paar im Kelsterbacher Schloss vom damaligen Standesbeamten Hermann Kenn getraut. Gemeinsam haben sie in dem Familienbetrieb gearbeitet. „Lenz war zwar ein Quereinsteiger, aber er war ein echter Vollblutgastronom“, erzählt Martha Winson. Sie selbst hat im Odenwald noch eine Ausbildung zur Köchin gemacht, um internationale Messegäste und Reisende ebenso gut bewirten zu können, wie Gäste aus der Region.
Nach vielen Jahren harter Arbeit in Kiosk, Gaststätte und Hotel und wenig Freizeit genießt es Martha Winson jetzt umso mehr, in ruhiger Lage zu wohnen und viel Zeit mit ihrer Familie oder der befreundeten Nachbarin zu verbringen. Der Bürgermeister wünschte der Jubilarin alles Gute für die Zukunft und dass sie ihren Humor und ihren Optimismus nicht verliere möge.