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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 13/2022
Seite 3
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Gemeinsam für eine gesunde Stadt

Neues Gesundheitsprogramm der Stadt ab Mai

Die Stadt Kelsterbach hat in den letzten Jahren bereits viele verschiedene Projekte angestoßen, um die Lebensqualität im Stadtgebiet zu verbessern. Verkehrsberuhigte Straßen, barrierefreie Zugänge zu Bus und Bahn, ausgebaute Fahrradwege, Elektromobilität. Zumindest in der Mobilität ist schon einiges geschehen. Nun soll dies auch auf das Klima und die Gesundheit jedes einzelnen ausgeweitet werden.

Wir alle kennen das Sprichwort „Mens sana in corpore sano“, das zumindest im heutigen Sprachgebrauch so verstanden wird, dass einem gesunden Körper ein gesunder Geist innewohnt. Dies kommt natürlich nicht vom Nichtstun oder von schlechtem Essen und mangelnder Bewegung. Achtsamkeit mit sich und seiner Umwelt sollte der moderne Mensch wieder lernen, heißt es vielerorts. Volle Bücherregale in Buchhandel und Bibliothek sind Zeugen von guten und weniger guten Ratschlägen. Hier möchte die Stadt Kelsterbach ansetzen und ihren Bürgern und Bürgerinnen praktische Handlungstipps für den Alltag an die Hand geben.

Geplant ist hierzu ein neu aufgelegtes Programm. Mit „Vegan-Vereint-Verträglich“ will Kelsterbach neue und moderne Wege hin zu einer gesünderen Stadt gehen. Ziel ist nicht nur die persönliche Gesundheit eines jeden einzelnen, die davon profitieren kann, so Bürgermeister Manfred Ockel. Auch das Verständnis für Tierhaltung, Tierwohl und Klima spielten hier mit hinein.

Es ist bereits seit vielen Jahren bekannt, dass der Verzicht auf einen hohen Konsum vor allem roten Fleischs die Gesundheit langfristig verbessern kann. Weiter wird vermutet, dass bereits für eine kurze Zeitspanne der Verzicht auf tierische Lebensmittel im Allgemeinen eine Steigerung des gesundheitlichen Wohlbefindens bringt. Ähnlich dem Heilfasten, entledigt sich der Körper in dieser Zeit der Schlack- und Giftstoffe, die sich im Laufe der Zeit in den Zellen anreichern. Studien hierzu gibt es bereits seit den 1990er Jahren. Ziel aller Studien (zum Beispiel der EPIC-Oxford-Studie) ist es, die Unterschiede auf die körperliche Entwicklung bei veganer, vegetarischer sowie Mischkost-Ernährung herauszufinden, aber auch die langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit. Dabei ist stets klar: Ohne Proteine funktioniert der menschliche Körper nicht. Muskeln, Hormone, Enzyme, alle sind auf die Zufuhr von Eiweiß angewiesen – aber dies kann eben auch pflanzlich sein.

Die Stadt Kelsterbach möchte ihre Bürger und Bürgerinnen zu einer gesunderen Lebensweise ermutigen und schafft hierfür ein Anreizprogramm. Ähnlich wie das Gesundheitsprogramm der gesetzlichen Krankenkassen, das einen Bonus bietet, wenn man nachweislich eine gesündere Lebensweise verfolgt – also beispielsweise mit dem Rauchen aufhört oder das Fitnessstudio besucht. Das Anreizprogramm der Stadt sieht ein Bonuspunktesystem vor, das bei mindestens einem veganen Tag pro Woche Bonuspunkte gutschreibt. Bei jedem weiteren veganen Tag sowie, je nach gesundheitlicher Eignung, bei sportlichen Aktivitäten kommen zusätzliche Bonuspunkte hinzu. Diese können nach festgelegten Zeitabschnitten eingetauscht werden. Zur Auswahl stehen attraktive Prämien sowie Preisnachlässe in diversen städtischen Einrichtungen.

Bereits ab Mai wird am Infopoint des Rathauses ein Flyer ausliegen, der Interessierten einen ersten Überblick über das Programm „Vegan-Vereint-Verträglich“ gibt. Auf der städtischen Website werden zudem Anmeldemöglichkeiten zum Programm sowie weiterführende Informationen und medizinische Studien verlinkt sein. (ana)