Stephan Wittekind (links) ist der CEO des Innovation Hub, Chanda Syed (rechts) fungiert als Head of Office.
Der Innovation Hub RheinMain – eine Einrichtung des von den Städten Kelsterbach, Raunheim und Rüsselsheim unterhaltenen Zweckverbands Städtenetzwerk Asien, die der Ansiedlung asiatischer Unternehmen hier vor Ort dient – blickt nach dem vor rund anderthalb Jahren erfolgten Aufbau seiner organisatorischen Strukturen mit einem hauptamtlichen Geschäftsführer und einer Mitarbeiterin auf eine erfolgreiche Startphase, die sich durch die Intensivierung der Ansiedlungsaktivitäten sowie der Kontaktanbahnung in Indien im Jahr 2025 auszeichnet. Nach Neuausrichtung des Zweckverbandes konzentrieren sich die Aktivitäten künftig nicht mehr ausschließlich auf China, sondern umfassen die gesamte asiatische Region, ausgenommen Russland. Für die Jahre 2025 und 2026 wurden fünf Fokusländer definiert: China, Indien, Südkorea, Singapur und Vietnam.
Mit den indischen Bundesstaaten Haryana, Uttarakhand und Uttar Pradesh haben die Verantwortlichen des Innovation Hub bereits Kooperationsvereinbarungen unterzeichnet. Schwerpunkte der zukünftigen fachlichen Zusammenarbeit liegen unter anderem in den Bereichen Logistik, Automotive und Digitalisierung, darüber hinaus soll es Austausch zwischen Hochschulen geben und es sollen Fachkräfte – insbesondere in der Pflege – in Indien für den deutschen Arbeitsmarkt ausgebildet und gewonnen werden. An Partnerschaften interessiert sind in Rüsselsheim die Hochschule RheinMain und das GPR Gesundheits- und Pflegezentrum.
Neben den Reisen von Verantwortlichen des Innovation Hub nach Indien wurden in den Geschäftsräumen am Messeplatz in Raunheim fünf Delegationen, überwiegend aus Indien und China, begrüßt. Aus diesen Kontakten resultierten Einladungen in die indischen Bundesstaaten Uttarakhand und Tamil Nadu. Im letztgenannten indischen Bundesstaat präsentierte sich der Innovation Hub auf einem Fachkongress im Rahmen eines Vortrags vor rund 3.500 Vertretern indischer Unternehmen.
Bislang konnte der Innovation Hub sieben ausländische Unternehmen zu einer Ansiedlung hier vor Ort bewegen. Dies sind: S. Supreme Foods GmbH (Handel mit Basmatireis und Reismühle), VerPackArt GmbH (nachhaltige Verpackungen), Entech Europe GmbH (Entwickler und Produzent analytischer Messgeräte), Homeland (Handel mit pakistanischen Trockenspeisen), Jagruti Technical Service GmbH (Verlagerung, Installation und Inbetriebnahme industrieller Anlagen sowie Bereitstellung von End-to-End-Lösungen), ORYC GmbH (Handel mit Elektronikprodukten), Braham Arpan Organic (Handel mit indischen Bio-Lebensmitteln).
Am 18. Mai 2026 veranstaltet der Innovation Hub ein Networking-Event für hiesige Unternehmen. Dabei geht es darum, die nach Vereinbarung des EU-Indien-Freihandelsabkommens sich ergebenden Marktchancen für den deutschen Mittelstand in Indien aufzuzeigen. Dazu zählen neue Absatzmärkte, deutliche Wettbewerbsvorteile, Zugang zu qualifizierten Fachkräften aus Indien sowie die Chance, strategische Partnerschaften vor Ort aufzubauen.
Am 27. Mai sind Bürgerinnen und Bürger aus Raunheim, Rüsselsheim und Kelsterbach, die einen indischen Hintergrund haben, zum indischen Community-Abend in den Bürgersaal der Stadt Raunheim eingeladen. Kultur, Genuss und Begegnung stehen hierbei im Mittelpunkt.
Darüber hinaus plant der Innovation Hub für August 2026 eine umfassende Indien-Reise mit Stationen in Delhi, Lucknow, Pune, Hyderabad, Coimbatore und Chennai. Ziel dieser Fahrt ist sowohl der Ausbau politischer Kontakte als auch der direkte Austausch mit Unternehmen vor Ort. Verschiedene Brücke-Verbände sind hierbei unterstützend als organisatorische Partner tätig.
Schließlich rückt Südkorea verstärkt in den Fokus der Aktivitäten des Innovation Hub. Im Oktober 2026 reist eine kleine Delegation in die südkoreanische Hauptstadt Seoul, um an der Asia-Pazifik-Konferenz teilzunehmen und dort weitere koreanische Unternehmen zu besuchen.
Die Verantwortlichen der den Zweckverband Städtenetzwerk Asien tragenden Städte sind mit der Neuausrichtung des Verbands und der bisherigen Bilanz des Innovation Hub zufrieden. Der Verbandsvorsteher, Kelsterbachs Bürgermeister Manfred Ockel, sagte, man sei gut damit gefahren, zum ersten Mal einen hauptamtlichen Geschäftsführer und eine Mitarbeiterin einzustellen. So könne stärker professionell korrespondiert, Delegationen empfangen und Dinge vorbereitet werden. (wö)