Das Bibliotheksteam freut sich auf den ersten Schnitzeltag.
Seit einigen Jahren sorgt der Kuchentag regelmäßig für ein volles Haus in der Stadt- und Schulbibliothek. Wenn Vereine, Schulklassen oder Kitagruppen an jedem zweiten Donnerstag gegen eine kleine Spende Selbstgebackenes offerieren, verwandelt sich das Lesecafé der Bibliothek in einen lebendigen Genusstreffpunkt, der neben dem Verzehr von süßen Köstlichkeiten auch die Möglichkeit zur Pflege von sozialen Kontakten bietet.
Nachdem die Nachfrage nach Terminen für den Kuchentag ungebrochen hoch ist, hat sich das Team um Bibliotheksleiterin Meike Betzold dazu entschlossen, das Angebot auszuweiten. „Wir haben intensiv darüber diskutiert, womit wir besonders viele Menschen ansprechen können und was aufgrund der in der Bibliothek gegebenen Möglichkeiten problemlos umsetzbar ist", erklärt Betzold. Schnell wurde der Schnitzeltag als Favorit bestimmt, da er einerseits auf geschmacklicher Ebene einen deutlichen Unterschied zum Kuchentag darstelle, andererseits aber ähnlich viele Variationsmöglichkeiten bietet, wie dies bei Kuchen, Muffins und Konsorten der Fall ist.
Welche Schnitzelvariante angeboten wird, liegt – ähnlich wie bei den verschiedenen Backwaren, die beim Kuchentag offeriert werden – ganz bei den teilnehmenden Institutionen. Ob klassisches Wiener Schnitzel, Hähnchenschnitzel, Cordon Bleu oder Frankfurter Schnitzel mit Grie Soß – dem kulinarischen Einfallsreichtum ist hier keine Grenze gesetzt. Vorstellbar seien spezielle Thementage: So könne beispielsweise der Schützenverein Jägerschnitzel oder Kita-Gruppen den Kinder-Schnitzel-Tag anbieten. Auch kulinarische Kinoabende, an denen Filme aus der beliebten „Schnitzel"-Reihe mit Armin Rohde gezeigt werden, könnten bei Erfolg im Rahmen des Schnitzeltages veranstaltet werden.
„Wir sind für alle Ideen offen", so Betzold, die nur einen Wunsch habe: Wenn möglich, solle es mindestens einmal im Monat auch Veggie-Schnitzel geben. „Wir haben schon beim Kuchentag festgestellt, dass es eine hohe Nachfrage nach vegetarischen und veganen Angeboten gibt. Dieser Nachfrage wollen wir auch beim Schnitzeltag entsprechen", so Betzold.
Bei den Beilagen haben die jeweiligen Anbieter ebenfalls freie Hand. Nach ersten Gesprächen mit interessierten Vereinen dürfen sich Schnitzel-Fans auf lukullische Genüsse wie Pommes, Reis, Salate oder beliebte Klassiker wie Mohn-Ingwer-Gnocchi freuen. Die Schnitzel müssen samt Beilagen im Vorfeld zubereitet werden, für das Aufwärmen stellt die Bibliothek Mikrowellen und Heißluftfritteusen, die dank einer finanziellen Förderung durch den hessischen Fleischerverband neu angeschafft werden konnten, zur Verfügung. So gebe es keine Konflikte mit dem Brandschutz und dem perfekten Schnitzelgenuss stehe nichts im Wege.
Da allerdings davon ausgegangen werden muss, dass der Duft nach köstlichen Schnitzeln oder knusprigen Pommes nicht jedem Bibliotheksbesucher das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt, wird das Bibliotheksteam am Schnitzeltag Duftbäume an die Bücherregale hängen – je nach Jahreszeit mit einer anderen Duftnote. „Für den Sommer haben wir uns für die Variante ‚Im Morgentau barfuß auf der Blumenwiese‘ entschieden, während im Winter ‚Nasses Häschen kauert unter verschneiter Fichte‘ einen aromatischen Kontrapunkt zum intensiven Schnitzelgeruch bietet", schwärmt die Bibliotheksleiterin.
Mit dieser besonderen Kombination aus Literatur und Genuss möchte sich die Stadt- und Schulbibliothek im kommenden Jahr für den Deutschen Bibliothekspreis bewerben. Damit für die Bewerbung möglichst umfangreiche Erfahrungen, positives Kunden-Feedback und deliziöses Bildmaterial gesammelt werden können, soll es schon im April mit dem ersten Schnitzeltag losgehen. Danach gibt es dann immer freitags „erlesenen" Schnitzelgenuss in der Stadt- und Schulbibliothek. (sb)