Nach dem erfolgreichen Auftakt 2024 hat die Stadt Kelsterbach im Zusammenwirken mit dem örtlichen Netzwerk „Gemeinsam älter werden in Kelsterbach" einen zweiten Seniorentag vorbereitet. Am Samstag, 18. April, findet von 14 Uhr bis 18 Uhr im Bürgersaal des Fritz-Treutel-Hauses die Messe statt, bei der sich alles um Information und Prävention dreht. Neu in diesem Jahr sind parallel stattfindende Vorträge im Hessensaal. Was die Besucherinnen und Besucher erwartet, erklärt Volker Brambilla von der städtischen Beratungs- und Koordinationsstelle Altenhilfe. Das Gespräch führte Anika Fabijanic.
Für wen ist der Seniorentag interessant und was erwartet die Besucher?
Im Kern orientiert sich der Seniorentag am Wunsch der meisten älteren Menschen, so lange wie möglich zu Hause zu leben. Ein Besuch ist somit für Seniorinnen und Senioren interessant, aber auch für Angehörige und das soziale Umfeld. Dieses Jahr konnten wir 17 Aussteller gewinnen. Uns ist es wichtig, beim Seniorentag die gesamte Bandbreite an Beratung und Unterstützung aufzuzeigen.
Welche Themenbereiche finden sich auf der Messe?
Konkret präsentieren sich Aussteller aus den Bereichen Hausnotruf, Mahlzeitendienst, ambulante Pflege, Umgang mit digitalen Medien, Wohnanpassungsberatung, stationäre und teilstationäre Pflege, Sanitätshäuser sowie die Anlaufstellen Polizei, Alzheimer Gesellschaft, Betreuungsbehörde Groß-Gerau und Caritas.
Hintergrund ist, Menschen so lange wie möglich ihr vertrautes Umfeld erhalten zu können. Das setzt ein hohes Maß an Gesundheit, Selbständigkeit und Sicherheit voraus. Am Seniorentag werden dementsprechend Anbieter und Institutionen vor Ort sein, die dazu beraten können. Zudem stellen ambulante Pflegedienste ihre Tätigkeiten vor und erklären, wie im häuslichen Umfeld Unterstützung angeboten werden kann. Der „Alltags-Fitness-Test" liefert fundierte Erkenntnisse zur aktuellen Leistungsfähigkeit und Mobilität und die Wohnraumberatung des Kreises Groß-Gerau zeigt auf, wie und was man zu Hause räumlich umgestalten könnte, um zu einer Barrierefreiheit zu gelangen, dazu gehören etwa ein Treppenlift oder der Badumbau.
Ab welchem Alter sind diese Themen relevant?
Hier gibt es weder eine Altersunter- noch -obergrenze. Der Seniorentag richtet sich auch an Angehörige, die im Zweifelsfall ja auch in die Pflege eingebunden sind.
Es werden praktische Dinge zur Lebensgestaltung im Alter aufgezeigt, wie beispielsweise der Umgang mit digitalen Medien und der Schutz vor einem Trickbetrug. Und insbesondere soll die Veranstaltung auch anregen, gesundheitlich und rechtlich vorzusorgen.
Wie sieht so eine rechtliche Vorsorge beispielsweise aus?
Hier gibt es verschiedene Bereiche, die man bedenken sollte. Aber ganz klar in meinem Fokus bei Beratungen steht die Vorsorgevollmacht. Mittels einer solchen Vorsorgevollmacht sollte rechtzeitig, also noch in gesunden Phasen, eine oder mehrere Vertrauenspersonen als rechtliche Vertretung befähigt werden, sich um die Angelegenheiten zu kümmern, die zum Beispiel aufgrund einer schweren Erkrankung von der betroffenen Person nicht mehr selbstständig erledigt werden können. Darüber informiert die Betreuungsbehörde des Kreises Groß-Gerau.
Das Konzept wurde in diesem Jahr etwas angepasst. Was erwartet Interessenten außerhalb der Messe?
In diesem Jahr haben wir zu den Informationsständen auch zwei Fachvorträge geplant. Diese finden im Hessensaal statt und dauern jeweils rund 30 Minuten.
Konkret geht es um die Themen: „Demenzvorbeugung" (um 14.30 Uhr mit der Alzheimer- und Demenzkranken Gesellschaft Rüsselsheim) und „Rechtliche Vorsorge" (um 15.30 Uhr mit der Betreuungsbehörde des Kreis Groß-Gerau).
Außerdem wird der Kelsterbacher Schutzmann vor Ort Marc Heinrich die Möglichkeit einer „Fahrradcodierung" anbieten. Dabei wird am Rad ein individueller Code angebracht, der vor Diebstahl schützen soll. Für die Codierung ist der Personalausweis und ein Eigentumsnachweis, zum Beispiel die Rechnung, mitzubringen. Carbon-Fahrräder können jedoch nicht codiert werden. Schließlich kann mit dem Verein „Kleeblatt" eine Fahrt in der Fahrrad-Rikscha unternommen werden. Und wie schon beim letzten Seniorentag, gibt es auch dieses Mal Kaffee und Kuchen und der Eintritt ist frei.
Vielen Dank für das Gespräch.