Titel Logo
Kelsterbach aktuell
Ausgabe 16/2020
Seite 2
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Den Blick auf bessere Zeiten gerichtet

(Ein Kommentar von Thorsten Schreiner, Vereinsringsvorsitzender)

Wenngleich die Auswirkungen der Corona-Krise am stärksten gewerbliche Unternehmen betreffen, brach Mitte März auch für die Vereinswelt eine andere Zeit an. Eine Zeit, in der das was Vereine in ihrem ureigensten Zweck definiert, von heute auf morgen fast ins Gegenteil umgekehrt wurde. Das Miteinander als prägendes Element einer jeden Interessengemeinschaft ist aktuell per Landesverordnung bei Strafe verboten. Reduziert auf ein Minimum, gilt es nun persönliche Kontakte anders wahrzunehmen. Das Telefonieren von zu Hause gewinnt wieder an Bedeutung und die modernen Medien bieten im Bereich der Videotelefonie ihre Dienste an. Hier zeigen sich Veränderungsprozesse, die man sonst eher aus anderen Zusammenhängen kennt: Durchhaltevermögen, Geduld und Konfliktlösungskompetenz. Dabei wäre es vielleicht eine Überlegung wert, das in Erinnerung zu rufen, was Erfolg im Vereinsleben ausmacht. Sei es beim Sport, der Durchführung einer Veranstaltung oder beim Umgang mit Mitgliedern – überall ist durchdachtes Handeln mit Augenmaß gefragt. Extreme Positionen sind und bleiben für das Allgemeinwohl kontraproduktiv.

Aktuell bleiben die Vereinsstätten geschlossen, aber Bewegung beispielsweise an der frischen Luft, ist weiterhin erlaubt. Der Unmöglichkeit eine Vorstandssitzung abzuhalten, steht die Variante einer Videokonferenz entgegen. Geschäftsstellen können die Gelegenheit nutzen, das Büro auf „Vordermann“ zu bringen. Beispielsweise kann hier die Mitgliederverwaltung auf die neuen Anforderungen des Datenschutzes angepasst werden. Vielleicht reift in der Stille auch die eine oder andere Idee, die nach der Krise auf begeisterte Umsetzung wartet.

Vielerorts kann man sich bestimmt zurecht beklagen, jedoch sollte auch klar sein, dass die Corona-Pandemie Deutschland weit weniger hart getroffen hat, als sie es in vielen anderen Ländern getan hat. Verglichen mit Ländern, die wirtschaftlich schlechter stehen und ein weniger stabiles Gesundheitssystem haben, kann Deutschland der Krise immer noch gut gewappnet entgegentreten.

Daher sollte es uns leichter fallen zu sagen, dass diese moderaten Einschränkungen, die wir gerade erleben, der Allgemeinheit dienen und die Pandemie helfen, einzudämmen. Dazu gehören natürlich Kraft und Disziplin, um verzichten zu können und durchzuhalten. Dies vorzuleben erfüllt eine Vorbildfunktion, die gerade in der Vereinsstadt Kelsterbach eine Richtung für alle anzeigen kann. Auch ein Vorbild dafür, dass die Menschen in Kelsterbach sich weder auf die Seite der Resignierenden noch der Rebellierenden stellen. Die Landesverordnungen erfüllen näher betrachtet ihren Sinn und wenn unsere Vereine diese leben, ist dies das richtige Signal für die Allgemeinheit. Ich bin optimistisch, dass dieser Funke überspringt und uns das Kelsterbacher Wir-Gefühl in eine gute Zeit nach der Krise führt.