Titel Logo
Kelsterbach aktuell
Ausgabe 16/2020
Seite 2
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Neue Serie: Die Stadt stellt sich vor

Michael Anthes, der technische Leiter der Stadtwerke Kelsterbach

Die neuen Mitarbeiter: Thomas Maier, Stefan Ehser und Maik Schubert

Heute: Die Stadtwerke

In unserer neuen Serie „Die Stadt stellt sich vor“ stellen wir abteilungsweise die Ämter und die dort arbeitenden Kollegen der Stadt Kelsterbach vor. So können sich unsere Leser einen Überblick über die Stadt als Verwaltungsorgan und Dienstleister für die Bürger verschaffen.

Zum Team der Stadtwerke gehören deren technischer Leiter Michael Anthes sowie seine Mannschaft, bestehend aus Stefan Eser, Thomas Maier und Maik Schubert, die zum ersten April neu zur Stadt hinzugestoßen sind. Einen eigenen Webauftritt haben die Stadtwerke nicht, da sie zwar ein Eigenbetrieb, aber mit der Stadt eng verzahnt sind. Die Kontaktdaten zu den Stadtwerken findet man daher auch auf der Stadtwebsite unter Wasserversorgung Stadtwerke Eigenbetrieb.

Die Aufgaben der Stadtwerke

Die Arbeit von Stadtwerken ist primär bei Städten und Kommunen angesiedelt, doch die Aufgaben können von Stadt zu Stadt sehr unterschiedlich sein.

Die Stadt Kelsterbach hat keine eigene Trinkwassergewinnung. Hierfür hat sie einen Vertrag mit dem Wasserversorgungsunternehmen Hessenwasser GmbH & Co. KG geschlossen, das eine große Pipeline durch Kelsterbach betreibt. Die Stadt selbst unterhält lediglich so genannte Notwasserbrunnen für den Katastrophenfall. Das Wasser wird außerdem regelmäßig durch externe Prüflabore getestet. Für qualitativ gutes Wasser ist also gesorgt.

Die Stadtwerke halten das Verteilungsnetz in Stand. Armaturen, Hydranten, Löschwasserschutz, alles muss einwandfrei funktionieren. Auch um die neuen Anschlüsse in den Neubaugebieten kümmern sie sich und müssen sich dabei mit den Multimediadienstleistern sowie Gas- und Stromversorgern abstimmen. Denn so ein Graben durch die Straße soll ja nicht mehrfach geöffnet werden meint der Leiter, Michael Anthes. Da das Trinkwasser am tiefsten liegt „kommen unsere Rohre immer zuerst unter die Erde“, so Anthes weiter. Genauer gesagt in 1,3 Meter Überdeckung.

Die dreiköpfige Mannschaft von Anthes fährt außerdem die Abwasserpumpstationen zusammen mit Hermann Endrulat von der Stadtentwässerung ab, der u.a. in den Bereitschaftsdienst der Stadtwerke eingebunden ist. Diese vier Personen decken abwechselnd an sieben Tagen in der Woche einen 24 Stundenbereitschaftsdienst ab. Hinzu kommt, dass neben den Stadtwerksbediensteten aus rechtlichen und technischen Gründen keine Dritten an den Anschlüssen bis zum Wasserzählerplatz tätig werden dürfen. Damit gehören tropfende Ventile und die Erneuerung von Zähleranlagen, die laut Eichgesetz alle sechs Jahre gewechselt werden müssen, zu den Hauptaufgaben.

Übrigens sind die Stadtwerke auch für das Gewerbegebiet Zweckverband Mönchhof zuständig, das an der Gemarkungsgrenze Raunheim liegt. Die technische Unterhaltung der Anlagen betreibt Kelsterbach, die kaufmännische Abwicklung wird von Raunheim ausgeübt.

Besondere Aufgaben

Einen großen Posten machen auch die Bürgerberatung und der Austausch der Rohre aus. Viele Rohre im Verteilungsnetz sind bereits an die 100 Jahre alt. Durch Korrosion oder Bodenbewegung werden diese mit der Zeit angegriffen. Während früher Stahlrohre verlegt wurden, habe man sich im Hausanschlussbereich mittlerweile auf Kunststoff umgestellt, erklärt Anthes. Aus Kosten- und Aufwandsgründen würden die Stadtwerke gerne straßenzügeweise die Rohre austauschen. Dies stoße bei den Anwohnern jedoch nicht immer auf Gegenliebe, da dies gemäß der Satzung auch mit Anliegerkosten verbunden sei.

Viele Rohre gerieten während der heißen Sommer auch in Gefahr zu platzen, weil Hessenwasser, auf die stärkere Wasserentnahme zum Gartenwässern reagiere und mehr Wasser – und damit mehr Druck – durch die Leitungen pumpe. Hessenwasser habe schon Druckminderer eingebaut. Dennoch komme es einerseits zu Druckschwankungen, andererseits mache ein bis zwei bar mehr den alten Leitungen stark zu schaffen, wodurch es zum Bersten der Rohre kommen könne, erklärt Anthes weiter. „Vor einigen Jahren ist vor dem Bahnhof mal die Pipeline der Hessenwasser geplatzt. Es war als wäre eine Bombe eingeschlagen und plötzlich gab es dieses Riesenloch im Boden.“

Wenn heute neue Hausanschlussrohre verlegt werden, sind sie aus meist aus PE-HD (Polyethylen mit hoher Dichte). Diese sollen etwa 80 Jahre halten. Angst vor Mikroplastik im Wasser müsse man dabei jedoch nicht haben, so Anthes. Nicht nur das Wasser werde regelmäßig überprüft auch der Kunststoff für die Rohre werde von Instituten auf seine Eignung getestet und empfohlen. Der Grund, sich nach langer Zeit gegen Stahl entschieden zu haben, liege in der erwähnten Korrosion. So ein Stahlrohr müsse aufwendig von innen legiert werden und würde trotzdem mit der Zeit rosten. Außerdem sei es nicht nur sehr schwer, sondern auch unflexibel. Durch Straßenverkehr, Bodenbewegungen sowie Kälte- und Hitzeeinwirkungen können immer Belastungen auf so ein Rohr einwirken. Elastizität sei daher von Vorteil.

Herausforderung Dürresommer

Während es in den 1990 er Jahren unter der rot-grünen Landesregierung bereits ein großes Förderprogramm u.a. für den Bau von Zisternen mit Regenwassernutzung gab, fände man solche Maßnahmen heute nicht mehr. Die Sanitäranlagen der beiden Rathäuser werden beispielsweise mit Regenwasser betrieben. Solche Planungen insbesondere bei privaten Projekten seien derzeit jedoch vergebens zu suchen, so Anthes. Dies hänge wahrscheinlich u.a. mit den relativ niedrigen Wasser- und Kanalgebühren in Kelsterbach zusammen.

(Text: ana)

Die neue Mannschaft

Zum ersten April stellte sich die Mannschaft der Stadtwerke Kelsterbach neu auf. Michael Anthes wurde zum technischen Leiter befördert. Zuvor war er bereits stellvertretender technischer Leiter und übernahm nun den Posten vom ehemaligen Bauamtsleiter Michael Reuthal, der zum Jahreswechsel in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Mit Anthes bekommen die Stadtwerke nicht nur einen erfahrenen neuen technischen Leiter, mit ihm kommen auch drei neue Mitarbeiter. Auch sie ersetzen zwei ausgeschiedene Mitarbeiter sowie den langjährigen Rohrnetzmeister Rainer Pratschker, der zum 1.7.2020 in den Ruhestand geht. Stefan Ehser, Thomas Maier und Maik Schubert sind alle ehemalige Mitarbeiter der Sanitärfirma Hardt. Da die Stadt innerhalb kurzer Zeit drei neue Mitarbeiter einstellen musste und die Inhaber der Firma Hardt ihren Betrieb nicht mehr wie bislang fortführen wollten, konnte eine Win-Win-Situationen für beide Seiten geschaffen werden. „Wir haben drei neue Kollegen gewonnen, die sich bereits mit unserem Rohrnetz auskennen und direkt, motiviert loslegen können“, so Michael Anthes. Für ihn selbst habe sich jedoch so gut wie nichts geändert, außer, dass er nun verantwortlich zeichnet für seine Mitarbeiter.

(Text: ana, Foto: hb)