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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 16/2020
Seite 3
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Betrüger setzen auf Angst vor Corona

Als wären die Angst und Ungewissheit nicht schon belastend genug, gesellen sich Zeitgenossen fragwürdigen Charakters zum allgemeinen Unbehagen dazu. Sie nutzen die vermeintliche Notsituation, insbesondere von älteren Menschen und versuchen mit der Angst ihr Geschäft zu machen. Diese Vorhaben reichen von dümmlich plump bis höchst professionell. Das geht soweit, dass beispielsweise Betrugsmaschen im Internet kaum von seriösen Angeboten zu unterscheiden sind. Polizei und Verbraucherschutzzentralen warnen insbesondere vor Fake-Shops (Angebote im Internet mit betrügerischer Absicht). Diese werben mit Atemschutzmasken und in besonders dreisten Fällen mit Medikamenten, die angeblich vor Corona schützen sollen.

Angebot und Annahme

Auch bei Kaufabschlüssen im Internet gilt nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) der Grundsatz von Angebot und Annahme. Seriöse Anbieter kennzeichnen sich immer mit einem Button, der präzise darauf hinweist, dass ein Kaufvertrag zustande kommt. Zumeist heißt es dann: kostenpflichtig bestellen” oder “Kauf”. Nur so ist ein Vertrag rechtens. Für Geschäfte über das Internet gibt das BGB dem Kunden weitere Möglichkeiten an die Hand. Dessen Recht ist zudem, dass er bei Online-Käufen, auch ohne Begründung, vom Kauf zurücktreten kann. Dafür sieht das Gesetz eine Frist von zwei Wochen vor, die für jeden Händler gültig ist. Auskunft hierzu geben die Verbraucherzentralen der Bundesländer. Gleiches gilt für Haustürgeschäfte, die derzeit keinesfalls seriös sein können, weil der Straßenhandel auf der Liste der Corona-Verbote steht.

“Rate mal wer am Telefon ist“

Auf die Frage „rate mal wer dran ist“ erhoffen sich die Anwender des Enkeltricks in Corona-Zeiten eine informative Antwort wie „bist Du das liebe Sabine?“. Im Zuge des erschlichenen Vertrauens wird dann versucht unter Vortäuschung einer Verwandtschaft, die Täuschungsopfer als letzte Retter in einer Notsituation erscheinen zu lassen. Beispielsweise wird suggeriert, dass der infizierte Verwandte umgehend Geld benötigt, um behandelt zu werden. Dabei wird gern die Ansteckungsgefahr als Grund dafür genutzt, dass es am besten sei, das Geld-Päckchen vor der Tür zu hinterlegen. In diesem Fall empfiehlt es sich umgehend die 110 (Bundesweite Polizeirufnummer) anzurufen, damit die Situation einer professionellen Lösung zugeführt wird.

Löschen statt anklicken

Ein hohes Gefahrenpotenzial sehen die Experten zudem noch in Phishing-Mails, die geöffnet den Computer mit Schadsoftware befallen können. In diesem Zusammenhang ergeht die dringende Empfehlung keinen Link oder Button anzuklicken und die E-Mail ungeöffnet im Vorschaufenster zu löschen. Zudem vermeldet die Fachzeitschrift "Connect" auf ihrer Webseite eine zunehmende Verbreitung von Corona-Apps, die mobile Geräte mit schädlicher Malware befallen können. Auskunft darüber wie betrügerische Angebote entlarvt werden können, erhalten sie bei diesen Links. (Ts)

www.polizei-beratung.de/startseite-und-ak…/corona-straftaten

www.polizei-beratung.de/…/vorsicht-vor-neuer-enkeltrick-ma…/

www.polizei.rlp.de/…/aktuelle-betrugsmasche-falsche-polize…/

www.watchlist-internet.at/fake-shops

www.verbraucherzentrale-hessen.de/…/achtung-phishing-wie-be…

www.verbraucherzentrale-hessen.de/…/abzocke-online-wie-erke…

www.connect.de/news/corona-apps-fake-malware-3200668.html