Titel Logo
Kelsterbach aktuell
Ausgabe 16/2022
Titelseite
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe
-

Selbstgedrechselte Stricklieseln für die Kitakinder

Helmut Decker (rechts) überreichte Bürgermeister Manfred Ockel (links) die Stricklieseln als Geschenk für die Kitakinder.

Helmut Decker ist vielen Kelsterbacher Kindern, die eine Kita besucht haben, ein Begriff, besitzen doch etliche von ihnen eine hölzerne Schachtel zur Aufbewahrung ihrer ausgefallenen Milchzähne, die Decker selbst hergestellt hat. Jetzt hat sich der agile Senior etwas Neues einfallen lassen, um den Kleinen eine Freude zu machen: Aus Buchenholz hat er sogenannte Stricklieseln gedrechselt.

Eine Strickliesel ist ein kleines Werkzeug, mit dem sich Schnüre knüpfen lassen. Ein Stück rundes Holz, innen hohl und oben mit acht Haken versehen, mit deren Hilfe gestrickt wird. Die fertige Schnur wird durch den Hohlraum geführt und gelangt am unteren Ende der Strickliesel hinaus.

250 Exemplare des Strickutensils hat Decker auf seiner Drehbank selbst hergestellt. Damit sollen jetzt alle Kelsterbacher Kinder, die im Sommer die Kita verlassen und an die Schule wechseln, ausgestattet werden. In der vergangenen Woche übergab er die Stricklieseln an Bürgermeister Manfred Ockel, der sich namens der Kinder recht herzlich bei Decker bedankte.

Einige Monate war Decker mit den Fertigungsarbeiten beschäftigt, und neben der Zeit hat er auch nicht an den Kosten gespart. Holz und Nägel seien in jüngster Zeit doch spürbar teurer geworden, berichtet er. Doch das kümmert ihn nicht so sehr, „denn das ist ja mein Hobby: Morgens rausgehen in die Werkstatt, das hält mich fit und gesund“, sagt Decker.

Lackiert oder bemalt sind die Stricklieseln aus Deckers Werkstatt übrigens nicht, darauf hat der Hobbyhandwerker bewusst verzichtet. Lack und Farbe machten die Oberfläche zu glatt, so dass das Werkzeug nicht mehr so gut in der Hand liege. Deckers Stricklieseln sind lediglich mit feinem Schleifpapier abgeschliffen und das Holz ansonsten naturbelassen und frei von Chemikalien.

Unterstützung beim Herstellungsprozess hat Helmut Decker von seinen Enkelkindern erhalten. Diese haben ihm beim Ermitteln der am besten in einer Kinderhand liegenden Form geholfen, außerdem haben sie ihn beim Erarbeiten einer kindgerechten Bedienungsanleitung unterstützt. Nach anfänglicher Skepsis sind die beiden Enkel dann aber doch recht schnell begeistert gewesen von dem äußerlich unscheinbaren Instrument, mit dessen Hilfe sich kinderleicht schmucke Schnüre stricken lassen.

Eine neue Idee für eine weitere Holzarbeit, mit der er Kindern Freude schenken möchte, hat Decker übrigens auch schon: hölzerne Anhänger für die selbstgestrickten Schnüre. Demnächst will er damit beginnen, das Vorhaben ins Werk zu setzen. (wö)