Bürgermeister Ockel empfing die Kinder im Rathaus.
In der Vorschulgruppe der Kindertagesstätte RockingFactory wird Demokratie nicht nur erklärt – sie wird gelebt. In den vergangenen Wochen setzten sich die Kinder intensiv mit dem Thema „Mehr Demokratie in der Kita" auseinander. Mithilfe von Bilderbüchern, Gesprächen, eigenen Ideen oder auch der Wahl eines Kinderparlaments entdeckten sie, wie wichtig Mitbestimmung ist und dass auch ihre Stimmen zählen.
Dabei fiel den Kindern ein Problem direkt vor ihrer eigenen Tür auf: Immer wieder liegt Müll auf dem Vorplatz und auf den Spielplätzen. Schnell entstand die Frage: Wer ist eigentlich für das Saubermachen verantwortlich? Und wer trifft in Kelsterbach die Entscheidungen? Die Antwort der Kinder: Wir fragen einfach selbst nach! Mit großem Engagement verfassten sie eine Einladung an Bürgermeister Manfred Ockel – und wurden prompt für Mitte März ins Rathaus eingeladen.
Dort erlebten die Kinder einen echten Dialog auf Augenhöhe. Gemeinsam wurde nicht nur darüber gesprochen, wie Müll besser entsorgt werden kann, sondern auch, warum er überhaupt entsteht. Besonders beeindruckend: Die Kinder zeigten sich selbstkritisch und berichteten, dass auch Erwachsene – manchmal sogar die eigenen Eltern – Müll fallen lassen. Ihr Ziel: In Zukunft aktiv daran erinnern, die Umwelt sauber zu halten.
Doch damit nicht genug: Im Anschluss öffnete das Rathaus seine Türen für eine spannende Entdeckungstour. Im Standesamt erfuhren die Kinder, dass jedes Kelsterbacher Kind seit seiner Geburt dokumentiert wird – früher in großen Büchern, heute auch digital. Ein besonderes Highlight: Eine nachgespielte Trauung, bei der zwei Kinder symbolisch „Freundschaft fürs Leben" schlossen.
Bei der Stadtpolizei lernten die Kinder die Aufgaben des Ordnungsamtes kennen und zeigten erneut erstaunliche Reflexionsfähigkeit – denn auch kleine Verkehrsverstöße aus dem Familienalltag wurden offen angesprochen.
Im Bauamt gab es einen Blick in die Zukunft: Durch ein Video konnten die Kinder den Neubau der Karl-Treutel-Schule verfolgen, was die Vorfreude der Kinder auf die Schule sichtbar wachsen ließ.
Den krönenden Abschluss bildete ein Besuch im Archiv. Zwischen Regalen voller Geschichte wurde das „Labyrinth" kurzerhand zum Abenteuerspielplatz – mit Fangen und Verstecken zwischen Akten und alten Beschlüssen. Besonders spannend war für viele Kinder auch der Blick auf die Stadtmodelle, in denen sie neugierig nach ihrem eigenen Zuhause suchten.
Ein ereignisreicher Vormittag voller Eindrücke, neuer Perspektiven und echter Mitbestimmung ging viel zu schnell zu Ende. Ein herzliches Dankeschön gilt Bürgermeister Ockel und dem Team der Stadtverwaltung für ihre Offenheit und die Möglichkeit, Demokratie für die Kinder so greifbar zu machen. (ka)