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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 18/2022
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Schwieriges Jahr gut gemeistert

Betriebsleiter Harold Dorssers (links) und GMF-Projektleiter Thomas Eichhorn (3.v.l.) führten die Ausschussmitglieder durch das Schwimmbad.

Der Ausschuss für Bauen, Planung, Umweltschutz und Mobilität der Kelsterbacher Stadtverordnetenversammlung besuchte Anfang der Woche das Kelsterbacher Sport- und Wellnessbad, um dort zu tagen und den Jahresbericht der Betriebsleitung anzuhören. Harold Dorssers und Thomas Eichhorn von der Betreibergesellschaft GMF erstatteten den Ausschussmitgliedern Bericht.

Demnach stand auch das Jahr 2021 ganz im Zeichen der Corona-Pandemie, die dem Schwimmbad eine lange Zwangspause, während der es geschlossen halten musste, bescherte. So musste der Betrieb aus Sicherheitsgründen von November 2020 bis Mitte Juni 2021 ruhen. Auch danach war im gesamten Jahr 2021 aufgrund der Corona-Auflagen kein Normalbetrieb möglich.

Während des Lockdowns habe es gegolten, berichtete Badebetriebsleiter Dorssers, das Bad zwar so weit wie möglich herunterzufahren, aber die technischen Einrichtungen – etwa die Wasseraufbereitung, die Lüftungs- und Heizungsanlage, die sanitären Einrichtungen und die thermische Desinfektion – gleichwohl betriebsbereit zu halten und zu warten.

Die lange Schließzeit verstand die Betriebsleitung zu nutzen, um das Schwimmbad technisch umfassend auf Vordermann zu bringen. Zu den notwendigen Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten zählten beispielsweise der umfangreiche Austausch von Fliesen in Schwimmbecken, Küche, Duschen und WCs sowie die Erneuerung von Dehnfugen und Überlaufrinnen. Außerdem wurden Verschönerungsarbeiten in den Umkleiden, im Kinderbereich, in den Sauna-Ruheräumen und im Außenbereich vorgenommen.

Auch die positiven Rückmeldungen der Gäste, wie sie sich etwa in Bewertungen auf Internetseiten widerspiegeln, zeigt dem Management des Bades, dass es sich auf dem richtigen Weg befindet. „Wenn die Gäste zufrieden sind, weiß man, wozu man all die Stunden aufwendet“, freute sich Dorssers.

Die Besucherzahlen des Sport- und Wellnessbads entwickelten sich im Jahr 2021 trotz der pandemiebedingten, schwierigen Situation mit der langen Schließzeit und trotz des eher durchwachsenen Sommerwetters recht erfreulich. So kamen im vergangenen Jahr 65.618 Gäste ins Bad, 2020 waren es 68.167 gewesen und 2019 – mit seinem „Supersommer“ – sogar 156.992.

Der Umsatz fällt mit rund 637.000 Euro nicht einmal halb so hoch aus wie im Jahr 2019 – da waren es 1,32 Millionen Euro gewesen –, aber immerhin ein wenig höher als 2020, als 586.000 Euro umgesetzt wurden. Der Umsatz pro Kopf kletterte in 2021, verglichen mit dem Vorjahr, um 1,11 Euro auf 9,71 Euro. Die corona-bedingten Einnahmeausfälle beziffert die Betriebsleitung auf zirka 712.000 Euro. Sehr hilfreich für den wirtschaftlichen Betrieb des Bades waren die staatlichen Hilfen in Höhe von 114.000 Euro, die im Jahr 2021 verbucht wurden. Auch das Kurzarbeitergeld für die Beschäftigten des Schwimmbades, rund 162.500 Euro, half dabei, die laufenden Kosten zu begrenzen. Besonders erfreut zeigt sich die Betriebsleitung, dass es gelungen ist, alle 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sport- und Wellnessbads als Beschäftigte im Betrieb und somit das bewährte Team komplett beisammen gehalten zu haben.

Der Einrichtungsleitung ist es im vergangenen Jahr gelungen, mittels eines Bündels an technischen Maßnahmen den Frischwasserverbrauch des Bades erheblich zu vermindern. Von rund 19.600 Kubikmetern in 2020 sank der Verbrauch auf rund 12.300 Kubikmeter in 2021. In 2019 sind es sogar noch 29.000 Kubikmeter gewesen. Die Wassereinsparung hatte weitere positive Nebeneffekte wie die Reduktion des Strom-, Wärme- und Chemikalienverbrauchs, die sich ebenfalls bezahlt machten.

In der wirtschaftlichen Bilanz für das Jahr 2021 weist das Sport- und Wellnessbad Kelsterbach einen Fehlbedarf von rund 1,094 Millionen Euro auf, das sind 146.500 Euro weniger als geplant. „Es war kein einfaches Jahr, wir haben aber das Beste daraus gemacht“, zog Dorssers ein Resümee.

Zurzeit ist das Sport- und Wellnessbad wegen der jährlichen technischen Revision noch bis Dienstag, 17. Mai, geschlossen. (wö)