Erster Vorsitzender Eduardo Augusto Alonso (l) und Jens Husche, Vizepräsident des DLRG Landesverbandes Hessen (r), gratulierten den Geehrten (vl) Uwe Gummelt, Hermine König, Moritz Göbel, Sebastian Wittorf und Dominik Boschner. Nicht anwesend war Petra Fink, die ebenfalls ein Verdienstabzeichen in Bronze erhielt.
Bürgermeister Manfred Ockel richtete sein Grußwort an die Gäste der akademischen Feier.
Am vergangenen Sonntag wurde es festlich in der „Arche“, dem Vereinshaus der DLRG Kelsterbach. Geladen worden war zu einer akademischen Feier anlässlich des 60-jährigen Jubiläums des Vereins. Gestartet 1966 als Ortsgruppe im Bezirk Frankfurt, wurde 1972 aus der Ortsgruppe ein eigener Bezirk und selbstständig eingetragener Verein. Mittlerweile ist die DLRG Kelsterbach mit etwa 1500 Mitgliedern der größte Verein der Stadt. Dieser Erfolg sei auf dem Fundament des Ehrenamts aufgebaut worden, so der Erste Vorsitzende Eduardo Augusto Alonso in seiner Begrüßung der rund 40 Gäste. „Dabei zählten immer starke Werte, eine ausgeprägte Haltung, sowie Freundschaften, Erfüllung finden und das Streben nach Besserem. So sind wir in Kelsterbach der größte Verein geworden und zu einer tragenden Kraft in der Stadt.“
Alonso hob in seiner Ansprache auch die besondere Verbundenheit innerhalb des Vereins hervor: „Die Verbindung im Verein entsteht durch ein gemeinsames Ziel: Leidenschaft für Sicherheit und für die Lebensrettung. Es ist das Wasser, das uns alle verbindet – als Menschen, als Ehrenamtler und als Freunde.“ Er dankte allen Ehemaligen und Aktiven für ihr Engagement, mit dem nicht nur vielen Menschen das Schwimmen beigebracht, sondern auch viele Leben gerettet werden konnten. Es sei aber auch wichtig, den Familien der Mitglieder zu danken, deren Unterstützung für den Verein ungemein wichtig sei.
Weiterer Dank gehe an andere Hilfsorganisationen – von den DLRG-Kollegen aus Raunheim, Rüsselsheim und Groß-Gerau über die Freiwillige Feuerwehr Kelsterbach bis zum Roten Kreuz und der Veritas. Es sei wichtig, Geschlossenheit zu zeigen und sich gegenseitig zu unterstützen. Schließlich wolle er auch der Stadt danken. Der Verein brauche dringend Unterstützung, nicht nur auf finanzieller, sondern auch auf moralischer Ebene. „Wertschätzung von außen ist für uns sehr wichtig“, so Alonso.
Bürgermeister Manfred Ockel hob in seiner Ansprache die Wichtigkeit der DLRG in Kelsterbach hervor: „Ihr seid ein wichtiger Teil des öffentlichen Lebens der Stadt. Gerade in Zeiten, in denen immer weniger Kinder schwimmen können, muss den Menschen dringend ein Einstieg in die Schwimmausbildung ermöglicht werden.“ Daher sei es wichtig, dass Kelsterbach auch zukünftig über ein Lehrschwimmbecken verfüge. Das Lehrschwimmbecken an der alten Karl-Treutel-Schule habe über 60 Jahre seinen Dienst geleistet und man müsse nun schauen, wie der Bau und die Unterhaltung eines neuen Lehrschwimmbeckens am Sport- und Wellnessbad möglichst kostengünstig gehalten werden könne. Hier zeigte der Bürgermeister einige Möglichkeiten wie neue Förderungsmöglichkeiten des Bundes und Maßnahmen im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung auf.
Für einen besonderen Augenblick sorgte Gründungsmitglied Ursula Siemers mit ihren Grußworten, in denen sie an die Gründung der damaligen Ortsgruppe erinnerte. Sie berichtete von ihren vielen Fahrten mit der Bahn ins Frankfurter Stadtbad Mitte, wo sie sich intensiv auf die Prüfungen vorbereitete, die sie absolvieren musste, um das Amt der technischen Leiterin übernehmen zu können. Auch für sie sei der Verein eine besondere Gemeinschaft: „Wir waren schon immer eine große Familie, die Großes geleistet hat und immer noch leistet“, so Siemers.
Frank Wiegand sagte, er freue sich, sein letztes Grußwort als Stadtverordnetenvorsteher bei dieser Jubiläumsfeier sprechen zu dürfen. Viel zu oft werde als selbstverständlich hingenommen, was Hilfsdienstleister in allen Bereichen oftmals ehrenamtlich leisten. Es müsse jede Chance genutzt werden, der Öffentlichkeit klarzumachen, dass dieser Einsatz eben nicht selbstverständlich sei und jede Unterstützung aus der Bevölkerung und der Politik verdiene. „Ganz gleich, welche Parteigrenzen wir in Kelsterbach haben, wir sind uns alle einig, dass unsere Stadt deutlich ärmer und schlechter dran wäre, wenn wir Vereine wie Euch, die sich ehrenamtlich engagieren, nicht hätten“, so Wiegand.
Vereinsringsvorsitzender Thorsten Schreiner schloss sich dem Dank seiner Vorredner an und lobte, wie bemerkenswert die Entwicklung des Vereins in den vergangenen 60 Jahren gewesen sei. „Wir haben in Kelsterbach rund 11.000 Vereinsmitgliedschaften, die meisten davon sind in der DLRG. Darauf könnt Ihr stolz sein.“ Er wisse, wie schwierig die so wichtige Gewinnung von Nachwuchs auch für einen so erfolgreichen Verein sei. Dem stimmte Alonso zu: „Nachwuchsgewinnung ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Das passiert nicht mehr von alleine, dafür muss man als Verein hart arbeiten.“
Schließlich richtete auch Jens Husche, Vizepräsident des DLRG Landesverbandes Hessen, ein Grußwort an den Verein, in denen er unterstrich: „Es ist beeindruckend, was Ihr in Kelsterbach aufgebaut habt. Hier zeigt sich, was möglich ist, wenn Engagement, Teamgeist und Leidenschaft zusammenkommen.“ Neben dem Einsatz bei Training und Einsätzen verdeutliche der Verein eindrucksvoll, was die DLRG ausmache: „Es geht Euch nicht um die Leistung, es geht Euch um die Gemeinschaft, um die Freundschaften, die oft ein Leben lang halten und um das Gefühl, sich aufeinander verlassen zu können“, so Husche abschließend.
Zum Abschluss des offiziellen Teils wurden noch einige Mitglieder mit dem Verdienstabzeichen in Bronze für verdienstvolle Mitarbeit oder hervorragende Förderung der DLRG geehrt: Uwe Gummelt wurde für sein langjhriges Engagement als Trainer vor allem in der Anfängerschwimmausbildung, Hermine König unter anderem für den Einsatz in der Jugendarbeit und dem Rettungssport, Moritz Göbel für sein Wirken im Bereich Organisation, Ausbildung und Veranstaltungen geehrt. Ebenfalls mit dem Verdienstabzeichen gewürdigt wurden Sebastian Wittorf, der unter anderem für die Digitalisierung wichtiger Prozesse in der Mitgliederverwaltung gesorgt hat, Dominik Boschner für den Aufbau des Social Media Profils der DLRG Kelsterbach, sowie seines sonstigen Wirkens im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, wie auch Petra Fink, die seit über zehn Jahren aktiv in der Anfängerschwimmausbildung und der weiterführenden Schwimmausbildung tätig ist. (sb)