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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 19/2019
Seite 1
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Invasion aus dem Schwarzen Meer

Und ewig beißt die Schwarzmeergrundel. Sie liebt grobe Steinschüttungen und Bundeswasserstraßen, und der ökologisch und ökonomisch stark umstrittene Main-Donau-Kanal sorgte für ihre rasche Ausbreitung.

Die Rede ist von der Schwarzmund-Grundel, in der Umgangssprache auch Schwarzmeer-Grundel genannt. Denn da kommt sie her, aus dem Schwarzen Meer und dem Asowschen Meer. Erobert hat der Fisch mittlerweile viele Flusssysteme bis hinauf zum Oberrhein. Neogobius Melanostomus, so der wissenschaftliche Name, hat sich explosionsartig ausgebreitet. Das bis zu 20 Zentimeter große Neozoon, sprich Invasor, beißt an der Angelrute auch schon mal dann, wenn es der Plötze, also dem Rotauge, dem Brachsen oder dem Flussbarsch noch ein wenig kalt ist am Ölhafen Kelsterbach. Die Grundel, die in den Uferpackungen der Flüsse gute Lebensbedingungen findet, wird von den Anglern oft als nervig empfunden. Und sie hat den in Main einst als genauso nervig empfundenen Ureinwohner, den Kaulbarsch, fast verdrängt. Zander, Flussbarsch und Rapfen aber haben das Fischlein mittlerweile auch als kulinarischen Happen entdeckt ganz nach dem Motto "Morgens halbzehn im Main". Und so eignet sich die Schwarzmund-Grundel auch bestens als Köderfisch für die großen Raubfische, wie auf dem aktuellem Foto zu sehen. (hb)