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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 19/2019
Seite 3
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Mainuferweg-Ausbau kommt jetzt voran

Der Ausschuss auf der Bastion.

Gabionen stützen und schmücken.

Der BPU mit den Ausführungsplänen.

Hier wurden Kampfmittel sondiert.

Der noch unfertige neue Weg oberhalb des Hafenbeckens.

Der Weg von Raunheim kommend, noch nicht asphaltiert.

Die Schatten der letzten Weltkriegsjahre 1944/45 sind immer noch da, oft in Form von Munitionsresten im Boden oder in den Gewässern. Die notwenige Sondierung nach alten Sprengstoffen im Hang oberhalb des HBG-Hafens sorgte beim Ausbau des Mainuferweges für Verzögerungen.

Dort gab es zu Kriegszeiten eine Flugabwehr-Stellung, und die Kämpfe der Truppen der Deutschen Wehrmacht von der Nordmainseite aus gegen die von Süden vorrückenden Amerikaner sorgen noch heuer des Öfteren für unschöne Reminiszenzen in Form von noch immer intakten Granaten und Sprengkörpern. Wurde die obere Bodenschicht der Baustelle bereits im Vorfeld sondiert, so machte eine neue Anordnung eine abermalige Suche nach möglicherweise vorhandenen Kampfmittelresten ab fünf Meter Bodentiefe nötig. Das verteuerte das geförderte Gesamtprojekt von 2,35 auf 2,45 Mio Euro Gesamtkosten.

Der Bauausschuss (BPU) indes schaute nach dem Ausbau des Mainuferweges unterhalb des Wohnquartiers Mainhöhe, ehemals „Niederhölle“. Sollte es nach der geschilderten Verzögerung weiterhin glatt und ungestört verlaufen, so sei mit einer Fertigstellung des dann sehr kommoden und gänzlich asphaltierten Weges im Oktober des Jahres zu rechnen, sagten Bürgermeister Manfred Ockel und die Bauingenieurin Christina Hellund.

Wie in den Hochalpen

Damit der steile Hang auch sicher abgefangen wird, werden wie in den Hochalpen 163 sechs Meter lange Anker in den Boden getrieben. Mit Spritzbeton werden in drei übereinander liegenden Schichten die Wände gesichert. Autofahrer kennen diese Absicherung von den Fahrten durch die Berge. Die Steigung wird entlang des Mainhafens dann nur noch bis zu fünf Prozent betragen, was der anwesende Mario Schuller vom Radfahrer-Verband „adfc“ gerne zur Kenntnis nahm. Solche kleinen Anstiege sollten sicherlich machbar sein, vor allem auch mit einem E-Fahrrad, so der Tenor der Ausschussmitglieder. Der Rad- und Fußweg entlang des Hanges wird künftig sehr übersichtlich und bequemer werden. Der Fußweg entlang des Hafens wird zurückgebaut, eine Zufahrt zum Hafengelände bleibt jedoch erhalten. Von Kelsterbach kommend wird sich der Weg dann kurz vor dem Hafeneingang gabeln. Unterhalb der stabilisierten Wand werden niedrige Gabionenwände den Hang nicht nur stützen, sondern auch verschönern.

Firmen aus der Nachbarschaft

Mit der Ausführung der Arbeiten waren Firmen aus Raunheim und Rüsselsheim beauftragt, die nach Aussage Hellunds sehr gut gearbeitet haben in dem abschüssigen Hang, der zudem kaum schwere Geräte zulässt. „Anfangs mussten die Baggerfahrer stets rückwärts den Mainweg entlang rangieren, das war anstrengend“, sagte Hellung. Dreieinhalb Monate werden nun für die Mauerarbeiten und die Hangarbeiten angesetzt, auf der ehemaligen „Bastion“ werde es eine Art Plattform geben, die zudem mit anderem Bodenbelag abgesetzt wird und den Blick auf die Mainhöhe sowie den Fluss zulässt. Eine Ruhebank wird zu einer kurzen Rast einladen. In das Wohngebiet Mainhöhe wird künftig eine Treppenkonstruktion hinaufführen. Die Handläufe erhalten LED-Beleuchtung, entlang des Weges am Ölhafen werden Lichtmasten den Weg erhellen. (hb)

Die geplante Treppe im Schnitt.