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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 20/2018
Seite 1
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Konstant hohe Aufklärungsquote

Seit 2009 liegt die Aufklärungsquote (AQ) für die Vergehen und Delikte, die bei Polizeistation Kelsterbach gemeldet sind, bei konstant über 60 Prozent. Auf die aktuell 65,4 Prozent AQ aus dem Jahr 2017 ist der Dienststellenleiter Polizeihauptkommissar Dirk Schenk besonders stolz.

Gemeldet wurden im Gebiet der Polizeidirektion Südhessen, dazu gehören die Direktion Groß-Gerau und somit auch Kelsterbach mit seiner Station, 46.058 Fälle, von denen immerhin 61,7 Prozent aufgeklärt werden konnten. Die stark besiedelte Region Südhessen liegt knapp unter der der hessenweiten AQ von 62,8 Prozent. Gemeldet wurden bei der Polizeidirektion Groß-Gerau 2017 11.704 Fälle, die Anzahl der Delikte ist seit Jahren mit geringen Abweichungen nach oben und unten konstant. Um die Fallzahlen deutschlandweit vergleich zu machen, bedienen sich die Gesetzeshüter der sogenannten „Häufigkeitszahl“. Die zeigt die Anzahl der Vergehen gemessen an 100.000 Einwohnern an. Die Kelsterbacher Häufigkeitszahl liegt mit 5.496 deutlich über der der Polizeidirektion Südhessen, die bei 4.399 rangiert. Bedingt, so Schenk, sei das wegen der verkehrsgünstigen Lage Kelsterbachs an der Mainschiene mit ihren zahlreichen Verbindungswegen durch Eisenbahn, S-Bahn oder die Autobahn. Dennoch, so Schenk, sei er sehr stolz auf seine Mannschaft und ihre Leistungen, die AQ für die Polizeistation Kelsterbach sei „brillant“. Die Präsenz der Beamten im Stadtgebiet und auch der Freiwillige Polizeidienst sorgten für eine hohe Sicherheit der Menschen. „Es läuft in Kelsterbach zurzeit so gut wie selten“, sagt Schenk. Insgesamt wurden 864 Straftaten in 2017 registriert.

An den Schulen herrscht Ordnung

Weit mehr als ein Drittel aller bekannt gewordenen Straftaten entfielen in Kelsterbach auf das breite Feld des Betrugs. Dazu gehören auch Vermögens- und Fälschungsdelikte. Mit 17,3 Prozent folgt der „einfache Diebstahl“, der ohne große Mühe vollzogen wird. Der große Bruder davon, der „Schwere Diebstahl“, kommt auf 12,7 Prozent. Sonstige Straftaten wurden mit 12,6, Rohheitsdelikte wie Gewalt oder Körperverletzung mit 11,6 Prozent registriert. Sachbeschädigungen kommen bei 7,8 Prozent recht selten vor, Sexualdelikte, die nicht immer gemeldet werden, rangieren bei geringen 0,5 Prozent aller gemeldeten 864 Vorfälle. Erfreulich, dass die Polizisten 2017 kein Tötungsdelikt, keinen Mord oder Mordversuch notieren mussten. Auch an den Schulen der Untermainstadt gäbe es keine besonderen Vorfälle, dort finde man keine Gewalt. Zurückführen lasse sich das, so Schenk, auf die gute Arbeit der Schulen bei der Gewaltprävention und die Jugendarbeit vieler beteiligter Institutionen. Auffallend sei die vermehrte häuslich Gewalt, die offenkundig werde, so Schenk. Gerade bei diesem Konfliktfeld sei es für die Geschädigten nicht immer einfach sich zu melden und von Übergriffen zu berichten. Sicherlich gäbe es auch schlicht und einfach statistische unangenehme Vorfälle wie die jüngste Prügelei von Fußballchaoten auf dem Bahnhof Kelsterbach, die dann aber der Kelsterbacher Statistik zur Last fielen. Auch Großstadtkriminalität ziehe sich wegen der Verkehrswege oft an die Peripherie.

Weniger schwere Diebstähle

Müssen erheblich Hindernisse von den Missetätern überwunden werden, um etwas zu stehlen, sprechen die Polizisten von schwerem Diebstahl. Dann werden Fenster und Türen aufgehebelt, um an die Beute zu gelangen. 107 Male kam das 2017 vor, die Tendenz ist jedoch verglichen mit 2016 (169) und 2015 (135) rückläufig. 32 Male wurden Wohnungen aufgebrochen (2016: 44). Das geht oft auf das Konto gewerbsmäßiger hochmobiler Banden, oft aus Osteuropa, die bestens organisiert auf Raubtour gehen. Lassen Autofahrer sichtbar wertvolle Sachen im Auto, dann reizt das natürlich Diebe. Die brachen folglich 29 Mal ein Auto auf. Die Straßenkriminalität konnte mit 183 Vergehen registriert werden, 2016 beschäftigten 212 solcher Vorfälle die Beamten der Polizeistation Kelsterbach. Bei diesen „leichteren“ Delikten liegt die AQ zumeist unter einem Drittel der Fälle. Die AQ bei den Sexualdelikten ist sehr hoch, von vier gemeldeten Fällen 2017 wurden drei geklärt. Von 273 Betrugsfällen konnten immerhin 91,9 Prozent aufgeklärt werden, dazu gehören auch die sogenannten „Schwarzfahrer“, die eine im Amtsdeutsch gesprochen „Beförderung“ erschleichen.

Meist war ein erwachsener Mann tatverdächtig

86,4 Prozent aller Tatverdächtigen 2017 waren 2017 Männer, der Anteil der Frauen mit 13,6 Prozent gering. Nur jede achte Tat wurde aktenkundig von einer Frau verübt. Mit gut 78 Prozent waren die Erwachsenen über 21 Jahre die Täter, Heranwachsende zwischen 18 und 21 Jahren lagen bei 11,4 Prozent. 7,8 Prozent aller Vorfälle entfielen auf Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahre, 2,7 Prozent auf Kinder unter 14 Jahre. Tatverdächtig waren 46,1 Prozent Deutsche und 53,9 Prozent Nichtdeutsche.

Seit 2016 werden Migranten erfasst

Seit 2016 werden die Straftaten, die Migranten und Flüchtlingen zugeordnet werden können, statistisch erfasst. Im Gebiet der Polizeidirektion Südhessen entfielen im Jahre 2017 von insgesamt 11.704 Straftaten 438 auf Zuwanderer (2016: 464). Das entspricht 5,9 Prozent (2016: 6,5 Prozent). Die meisten der Straftaten betrafen das Aufenthaltsgesetz, dazu kamen vor allem Diebstähle, Betrügerei und Beförderungserschleichung. (hb)

Noch ein paar Zahlen

Straftaten 2017 ⇔ 864 (Anteil Kreis Groß-Gerau 7,4 Prozent)

Rückgang zu 2016 ⇔ 10,9 Prozent (970 Straftaten)

Aufklärungsquote ⇔ 65,4 Prozent

Häufigkeitszahl bezogen auf ⇔ 100.000 Einwohner 5.496

Umweltstraftaten ⇔ keine

Verstoß gegen Ausländergesetz ⇔ 6

Rauschgiftkriminalität ⇔ 69

Gewalt ⇔ 28

Straßenkriminalität ⇔183

Zweiraddiebstahl ⇔4

Fahrraddiebstahl ⇔42

Diebstahl aus KFZ ⇔29

Brandstiftung vorsätzlich ⇔2