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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 20/2018
Seite 3
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Wildes Grillen im Südpark darf nicht belohnt werden

Der Südpark in Kelsterbach, das ist ein elf Hektar großes Freizeitgelände, entstanden 1976/77 auf dem Gelände einer verfüllten Kiesgrube. Mit seinen Spielplätzen, Teichen und Spazierwegen, Spielfeldern und der Skateranlage, dem Kiosk und dem Minigolf ist der Südpark eine beliebte Ausflugsfläche, vor allem am Wochenende.

Doch dann sorgen bei schönen Wetter Heerscharen von Besuchern, die sich nicht an Regeln halten, für Verdruss und Ärger. Vor allem bei den Kelsterbachern. Denn wegen der wilden Grillerei ist dann kaum noch Platz und Muße zu finden für einen entspannten Spaziergang. Und der Rest vom Grillfest; Einweggrills aus Alu, Grillkohle, Verpackungen und jede Art von Müll, bleibt liegen. Und verschandelt die Parklandschaft. Der Südparkwart und auch die Kelsterbacher Ordnungsbehörde können da kaum etwas ausrichten, um Platzverbote auszusprechen und durchzusetzen, braucht es die Polizei.

Stadt lädt zur umfassenden Infoveranstaltung

Rund 80 sehr interessierte Kelsterbacher waren einer Einladung der Stadt in die Mensa der Gesamtschule gefolgt. Bürgermeister Manfred Ockel machte das ganze Spannungsfeld der Situation im Südpark klar. „Ja, es gibt dort erhebliche Defizite zurzeit, die wir aber alleine als Stadt Kelsterbach mit dem Personal unseres Ordnungsamtes nicht lösen können“, sagte Ockel. Ab Juni werde daher ein Sicherheitsdienst dort tätig sein, der das wilde Grillen unterbinden helfen soll. Bis zu acht Personen sollen dann an den Zugängen des Südparks Platzverbote für Griller, die sich einfach so unangemeldet auf den Wiesen tummeln wollen, aussprechen. Grillstationen könne man nämlich regulär im Südpark anmieten. Doch habe sich der schöne Ort rumgesprochen, vor allem im Kelsterbacher Umland, und bei Kaiserwetter versammelten sich dann bis zu 1.500 Menschen im Südpark, um ausgiebig zu feiern. Darunter zu leiden hätten auch die Anwohner der umliegenden Wohngebiete, denen alle Straßen zugeparkt würden. Kelsterbacher selbst seien kaum noch unter den Südpark-Gästen zu finden.

Weitere Probleme

Neben dem überhand nehmenden Grillen verursachten auch in der ruhigen Zeit Rotten von Wildschweinen für erhebliche Schäden an den Wiesen. Der Wald sei nahe, der Platz für die Säue begrenzt, die sicherlich auch die Nahrungsreste der Menschen nicht verschmähten. Hundehalter lassen ihren Vierbeinern gerne freien Lauf im Südpark, Hundekot sei ein weiteres Ärgernis. Es gäbe bisher keine eindeutige Zuordnung von Flächen im Südpark. An Main und Nidda, so Ockel, kenne man das Problem ebenfalls. Man wolle in Kelsterbach nicht einfach nur eine Verdrängung in andere Flächen, beispielsweise das Mainvorland.

Maßnahmen

An den Eingängen des Südpark werden künftig Schilder aufgestellt, die das Grillen auf nicht ausgewiesenen Plätzen verbieten. Ein Sicherheitsdienst soll das gewährleisten. Zudem sollten Sicherheitsbehälter für benutzte Grillkohle aufgestellt werden. Das Ordnungsamt könne den ruhenden Verkehr kontrollieren im Rahmen der Möglichkeiten. Ein Zaun um den Südpark herum sei wegen der Größe und der Kosten kaum machbar, sagte Manfred Ockel.

Für Arbeitsgemeinschaften, die an einem neuen Nutzungskonzept für den Südpark mitarbeiten wollen, haben sich erfreulicherweise einige Besucher der Infoveranstaltung gefunden. Das Konzept soll im Laufe des Jahres erstellt und dann 2019 umgesetzt werden.

Rege Diskussion

Auf gar keine Gegenliebe stieß bei den Besuchern der Vorschlag, ausgewiesene Flächen für das Grillen im Südpark freizuhalten. Kein Grilltourismus, das war der Wunsch. Einhelliger Tenor: Man soll das „wilde Grillen“ nicht auch noch „belohnen“ nach dem Motto „was lange genug falsch lief, wird irgendwann zum Anspruch“. Eine Bürgerin aus der Gottfried-Keller-Straße monierte die Autos, die alle Parkplätze belegten. Der Park sei kaum noch für die Kelsterbacher da, bis in die späten Abendstunden bekäme man den Park sozusagen entzogen.

Auf dem kleinen Parkplatz entlang der Südlichen Ringstraße würden durch Autos, Müll, Kot und Urin unhaltbare Zustände geschaffen, so ein weiterer Bürger. Ratten und Wildschweine seien eine Folge.

Dass geordnete Zustände in Park möglich seien, darauf wurde mit Hinweis auf den Luftpark in Schwanheim verwiesen. Auch die Qualität der Spielgeräte auf den Spielplätzen monierte eine Mutter. Hier werde eine Arbeitsgruppe eingesetzt, an der auch Bürger mitarbeiten sollen, sagte Bürgermeister Ockel. Eine generelle Anleinpflicht im Stadtgebiet forderte die Vorsitzende des Tierschutzvereins Judith Wagner. Die Nutzung des Hundeplatzes und ein möglicher Hundeplatz im „Schnaakeloch“ an der Kelsterbach wurden angesprochen. Geklärt werden müsse jedoch die Reinhaltung der Flächen und die Beseitigung des Hundekots. Eine neue Sitzung zum Thema werde nach den Sommerferien angesetzt. (hb)