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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 20/2020
Seite 3
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Werner Georgs Lyrikeckchen

Wonnemonat Mai

Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus,

wir bleiben wegen Corona am Besten zu Haus‘,

wie war es doch vorher im Grünen so schön,

man traf sich mit Bekannten, um spazieren zu geh’n.

Der 1. Mai, Christi Himmelfahrt,

Feiertage, die man nicht missen mag,

Gartenlokale im Sonnenschein,

hier traf man sich mit Groß und Klein.

Handkäs‘ mit Musik, bekannte Tradition,

das wusst mer als Junger von den Älteren schon,

aach Rippche mit Kraut, dazu en Äppelwoi,

wie herrlich ihr Leut‘ kann’s Lewe doch sei.

All das Kulturelle, plötzlich ging’s flöte,

wann wird es gelinge, das Virus zu töte?

Höre jetzt auf mit der traurigen Geschichte,

man hört täglich genug in mannigfaltiche Berichte.

Oh du schöner Monat Mai,

am 1. Tag hoz jeder frei,

obwohl mer’n „Tag der Arbeit“ nennt,

bleibt wer will, dahaam un pennt.

De Frühling hat sich voll entfalt,

wie saftig grün is doch de Wald,

es Barometer steht uff „Lieb“,

es Standesamt hat Hochbetrieb.

Die Konfirmante gehen zur Kerch,

die Leut‘ sin froh, net iwwerzwerch,

kimmt emol Gewitter-Wetter,

liehn Blütedeppich rum un grüne Blätter.

Uff em Grill sin Bratwerscht, Fleisch am Spieß,

en Veganer isst halt was in „Süss“,

mer ist entspannt, genießt die Ruh‘,

un spricht em Gläsche Mai-Bowl‘ zu.

Doch eines macht mich etwas traurich,

was früher war sehr anschaulich,

da gab’s Maikäfer in Masse,

doch hat mer se net lewe lasse,

weil mer als Schädling sie empfunne,

spritz mer Gift, bis sie verschwunne.

De letzte is vor einer Woche,

im Sporpark aus de Erd gekroche,

un macht‘ sich, kurz entschlosse,

uff die Such‘ nach Artgenosse.

Er folg durch Wald, Wiesen und Land,

doch nirgends er Kollege fand,

er war aach in de Platan im „Grüne Baum“,

aach hier erfüllt“ sich nicht sein Traum.

Er war nervlich schon am End‘,

un hot erst emol e Stück geflennt,

da sah er in ner Bäckerei,

in Großformat sei Konterfei.

Beglückt ist er druff losgebrummt,

„Klatsch!!“ An die Scheib‘! un is verstummt,

de einzigste Maikäwwer sah grad,

sei Denkmal noch in Schokolad.

Euer Werner wünscht:

Bleibt weiterhin schee gesund, es geh‘ Euch wohl,

genießt ab un zu „Hugo“ oder „Aperol“.