Rund 50 Freiwllige fanden sich am vergangenen Samstag ein, um beim ersten Clean-Up des Jahres zu helfen, die Stadt und Umwelt von Müll zu befreien.
Benjamin Badura und Sohn Noah kümmerten sich gemeinsam mit Lina Georgi am Sandhügelplatz um achtlos weggeworfenen Müll.
Mutter Deliah und Vater Stefan waren mit ihren Töchtern Luna und Estela schon mehrfach bei den städtischen Clean-Ups. Dieses Mal war auch Freundin Lina dabei. Größtes Fundstück der Gruppe: eine schwere Wolldecke im Plastiksack.
Auch Amazon war mit einer Gruppe Freiwlliger vertreten und säuberte das Mainufer.
Rund 50 Personen fanden sich am vergangenen Samstagmorgen am Rathausplatz zusammen, um gemeinsam am städtischen Clean-Up-Day mitzumachen. Die ehrenamtliche Aktivität findet regelmäßig seit 2023 zweimal im Jahr statt. Auch Bürgermeister Manfred Ockel war dabei und freute sich gemeinsam mit den städtischen Organisatoren, Maximilian Barth, Heiko Langelotz und Lilly Herrmann vom Team Nachhaltigkeit, über die vielen freiwilligen Helfer. Darunter waren auch wieder viele Familien mit Kindern, und auch von Amazon war wieder eine Gruppe mit von der Partie, die sich für die Stadt, in der sie zwar nicht leben, aber arbeiten, einsetzen wollte.
Gestartet wurde um kurz nach 10 Uhr, nachdem alle Teilnehmer mit Handschuhen, Greifzangen und Müllbeuteln ausgestattet waren. Während sich eine Gruppe der Stadtmitte und den umliegenden Straßen widmete, ging eine andere Gruppe das Mainufer entlang und sammelte dort Müll ein. Doch auch einzeln konnte man unterwegs sein und sich zum vereinbarten Zeitpunkt mit seinen Müllbeuteln wieder treffen.
Bereits das fünfte Mal waren Tanja und Jörg Ziegler dabei. Beide wohnen in Kelsterbach und sagen: „Wenn man hier wohnt, kann man auch mal zwei Stunden investieren, um mitzuhelfen, die Stadt aufzuräumen.“ Eines mussten sie jedoch feststellen, während sie sich früher auch nach jeder Zigarettenkippe gebückt haben, machen sie das heute nicht mehr. „Und das, obwohl es allein hier in der Stadtmitte schon bestimmt 2000 Zigaretten rund um den Sandhügelplatz gibt. Das ist echt eine Schande, weil das die größte Umweltsünde ist.“
Schon zweimal zuvor haben Vater Benjamin und Sohn Noah Badura beim Clean-Up-Day mitgemacht. Dieses Mal hatten sie weitere Unterstützung von Lina Georgi. Die drei waren ebenfalls auf dem Sandhügelplatz unterwegs und sammelten fleißig weggeworfene Verpackungen ein. „Man muss das den Kindern gut vorleben. Wer seinen Kindern das Müll wegwerfen vorlebt, der riskiert, dass die Kinder das genauso machen“, sagt Benjamin Badura.
Auch Klimaschutzbeauftragter Maximilian Barth sammelte am Sandhügelplatz und war sich nicht zu schade, in die Büsche und unter die Sitzbänke zu kriechen. „Müll gehört nicht auf die Straße, sondern in den Mülleimer. Das wiederhole ich, seit wir die Clean-Ups durchführen immer wieder“, so Barth. „So eine Gemeinschaftsaktion ist wichtig für uns als Gesellschaft. Ach und übrigens: Auch Kaugummis gehören in den Mülleimer, weil Kaugummis nicht biologisch abbaubar sind und nicht in die Natur gehören.“ Barth hofft, dass die Clean Up-Days irgendwann ein Event werden, bei dem die Leute sagen: Cool, lass uns da hingehen. Auch wenn das vielleicht noch ein paar Jahre brauche.
In einer kleinen Gruppe waren die Eltern Deliah und Stefan mit ihren Töchtern Luna und Estela zusammen mit der Freundin Lina unterwegs. Während sie im letzten Jahr hauptsächlich kleine Schnapsflaschen aus den Grünanlagen sammeln mussten, haben sie in diesem Jahr gleich zu Beginn eine Tüte mit einer großen, schweren Wolldecke gefunden und direkt an der Sammelstelle abgegeben. Doch auch in diesem Jahr gab es viele unerfreuliche Funde, hauptsächlich in Form von Zigarettenkippen und Einweg-E-Zigaretten.
Die Teilnehmer von Amazon hatten sich mit anderen in einer Gruppe zusammengeschlossen, um am Mainufer entlangzugehen. Patricia Schade von Amazon stellte fest, dass viel Müll ausgerechnet an Parkbänken mit daneben befindlichen Mülleimern drumherum zu finden sei. „Das ist natürlich super ärgerlich, weil man das dann direkt neben den Mülleimer einfach auf dem Boden schmeißt.“ Außerdem wurde ein E-Roller einer Firma gesichtet, die in Frankfurt die Geräte verleiht. Die Vermutung stand im Raum, dass das Fahrgerät außerhalb des Einzugsgebiets nicht fahrbar sei und deshalb achtlos entsorgt wurde.
Auch Ehrenstadträtin Helga Oehne hatte sich wie in jedem Jahr am Clean-Up beteiligt – und auch sie betrachtet mit Sorge, dass überall hauptsächlich Zigarettenstummel zu sehen seien, die man kaum aufsammeln könne. Für den kommenden Clean-Up überlegt das Team Nachhaltigkeit, die Aufräumaktion daher etwas anders anzugehen und nach Möglichkeit weiteres Equipment anzuschaffen, um vor allem die Flut von Kippen großflächig entfernen zu können.
Parallel trafen sich auch rund 20 Geocacher, die während ihres Cito-Events ebenfalls Müll aus der Natur aufsammelten und sagen, dass sie ihre Treffen immer gerne mit einem nützlichen Zweck verbinden.
Nach rund zwei Stunden Stadt und Umwelt reinigen trafen sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Vereinsheim des Ball und Spiel Clubs am Mainufer. Dort wurden sie wie in den Jahren zuvor mit einem Imbiss und Erfrischungsgetränken begrüßt und konnten ihre Müllsäcke abgeben und sich bei angeregten Gesprächen ausruhen. Die Stadt Kelsterbach ist stolz auf ihre engagierte Bevölkerung und dem gleichbleibenden Interesse an diesem wichtigen Thema. Der nächste Clean-Up-Day wird am 22. August von 10 Uhr bis 12 Uhr statt. (ana)