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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 20/2026
Seite 3
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Revision des Sport- und Wellnessbads auf der Zielgeraden

In wenigen Tagen kann hier wieder geschwommen werden.

 

Wer in den vergangenen zwei Wochen das Kelsterbacher Sport- und Wellnessbad besuchen wollte, stand leider vor verschlossenen Türen. Denn statt Schwimmen und Saunieren stand die alljährliche Revision mit verschiedenen Reinigungs-, Wartungs- und Ausbesserungsarbeiten auf dem Programm. „So ein Gebäude arbeitet, da lässt sich eine gewisse Abnutzung nicht verhindern“, erklärt Badebetriebsleiter Harold Dorssers. Die zweiwöchige Revision werde dazu genutzt, all die Arbeiten durchzuführen, die im täglichen Ablauf nicht umgesetzt werden können. „Das, was den Gast nicht stört, kann unter dem Jahr gemacht werden“, so Dorssers.

Nachdem im vergangenen Jahr viel im Saunabereich gemacht wurde, lag der Schwerpunkt in diesem Jahr auf Arbeiten im Schwimmbadbereich. So wurde der Eingangsbereich neu gestrichen und auch der Innenbereich wurde an einigen Stellen mit frischer Farbe versehen. Eine Besonderheit bei dieser Revision war die Aufbereitung der Felslandschaft im Kinderbereich durch eine Fachfirma. Im Lauf der Jahre hat die Sonneneinstrahlung die Felsen erblassen und teilweise porös werden lassen, doch nach der fachgerechten Ausbesserung erstrahlen die Kunststofffelsen nun in neuem Glanz.

Einen wichtigen Teil der Arbeiten nehmen alljährlich die Wartung und Reinigung der Becken in Anspruch. Dafür muss zunächst das Wasser aus den Becken gelassen werden, wobei das Springerbecken im Außenbereich bereits rund eine Woche vor der Schließung des Bades den Anfang macht. Nach der Grundreinigung des Edelstahlbeckens wird dann Wasser aus dem Wellnessbecken und dem Sportbecken in das Springerbecken gepumpt, wobei Hochleistungspumpen zum Einsatz kommen, die von der Freiwilligen Feuerwehr zur Verfügung gestellt werden. So könnten bis zu 300.000 Liter Wasser gespart werden, erklärt der Badebetriebsleiter.

Das Entleeren der Becken kann nur in sehr langsamer Geschwindigkeit erfolgen, da das Wasser einen starken Druck auf Fliesen und Kanäle ausübt. Ähnliches gilt beim späteren Befüllen, wobei hier auch die geringere Temperatur des Brunnenwassers eine Rolle spielt. Um Fliesen und Fugen nicht zu belasten, ist daher eine bestimmte Geschwindigkeit vorgegeben. Insgesamt dauert ein Vorgang rund 18 Stunden. Neben der Grundreinigung der Becken werden auch Inspektionen durchgeführt. Dabei werden die Silikonfugen am und im Becken, die Kacheln sowie die Gitter für die Überlaufrinne überprüft und gegebenenfalls ausgebessert.

Eine besondere Herausforderung neben der Überprüfung von Mechanik und Luftkissen des Cabrio-Daches stellt der Hubboden des 25-Meter-Beckens dar, dessen Getriebe von einer Fachfirma gewartet werden muss. Um zu gewährleisten, dass dies während des Revisionszeitraums stattfinden kann, müsse der entsprechende Auftrag bereits im August für das Folgejahr erteilt werden, so Dorssers. Generell sei eine frühe Organisation aller notwendigen Arbeitsprozesse wichtig, damit sich die einzelnen Gewerke nicht in die Quere kommen und gegenseitig bei ihrer Arbeit behindern.

Im Rahmen der Revision wird auch das Freibadgelände in Schuss gebracht. So wurden in diesem Jahr beispielsweise die Spielgeräte vom TÜV überprüft und bei Bedarf repariert. Im Saunabereich wurde neben der Grundreinigung auch die Rutschfestigkeit des Bodenbelags verbessert. Parallel zu all diesen Arbeiten fanden für das Team Sicherheitsüberprüfungen und Schulungen statt, darunter Erste-Hilfe-Kurse, Schulungen im Lösen von Konflikten mit schwierigen Gästen, sowie die Überprüfung der Rettungsfähigkeit der Mitarbeiter. Hier unterstützt die DLRG Kelsterbach das Team, was laut Dorssers immer sehr gut laufe.

Rund zwölf Gewerke waren in den vergangenen zwei Wochen im Sport- und Wellnessbad im Einsatz. Über das Jahr verteilt kümmern sich etwa 60 Firmen um die Anlage, viele davon während des laufenden Betriebs. Denn es gibt etwa 120 Prüfungs-Prozesse, die regelmäßig durchgeführt werden müssen. Zudem sind viele Dinge des täglichen Ablaufs mittlerweile digitalisiert. So behalte man diese immer im Blick und könne Verschleiß und ähnlichen Problemen besser vorbeugen. „Dadurch reduzieren wir auch das, was dann bei der Revision gemacht werden muss“, konstatiert Dorssers. Viele Arbeiten seien für die Gäste nicht sichtbar, seien aber notwendig, um die Langlebigkeit der Anlage sicherzustellen. Diesbezüglich sei er der Stadt für die Unterstützung sehr dankbar, denn dort werde auf eben diese Langlebigkeit und nicht auf Verschleiß gesetzt.

Nach Abschluss aller Arbeiten öffnet das Sport- und Wellnessbad wie geplant am Montag, 18. Mai, wieder seine Pforten für den Publikumsbetrieb. (sb)