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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 20/2026
Seite 4
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Sicherheitsberater für Senioren gab Tipps für sicheres Autofahren

Die Seniorinnen und Senioren folgten aufmerksam den Ausführungen des Sicherheitsberaters Blättner (stehend).

 

Vergangenen Montag kam Ralf Blättner, Kelsterbacher Sicherheitsberater für Senioren, ins Stadtlabor KelsterLab in die Mönchhofstraße, um einem Dutzend interessierter Seniorinnen und Senioren Tipps für das sichere Steuern eines Autos im Straßenverkehr zu geben. Er sprach verschiedene Situationen mit den Zuhörerinnen und Zuhörern durch, die einem zwar alltäglich im Straßenverkehr begegnen, aber gleichwohl heikel sein können. Beispielsweise fragte Blättner, ob ein Fahrrad, das von rechts aus einer Seitenstraße entgegen der dortigen Einbahnstraßenfahrtrichtung kommt, Vorfahrt hat. Ja, denn das Zusatzschild „Radfahrer kreuzen von rechts und links“ unter dem blauen Einbahnstraßenschild an der Straßeneinmündung, an der rechts vor links gilt, macht darauf aufmerksam.

Nicht immer sind den Verkehrsteilnehmern alle aktuell geltenden Verkehrszeichen bekannt. Das Schild, das an beiden Zufahrten der Kelsterbacher Bahnhofsunterführung seit zirka zwei Jahren zu finden ist – Verkehrszeichen 277.1 – wurde erst im Jahr 2020 in die Straßenverkehrsordnung eingeführt. Wer seinen Führerschein zuvor gemacht und sich seither nicht fortgebildet hat, mag dieses Zeichen nicht richtig deuten können. Tatsächlich heißt es „Verbot des Überholens von einspurigen Fahrzeugen für mehrspurige Kraftfahrzeuge und Krafträdern mit Beiwagen“ und bedeutet konkret, dass Fahrräder, Mofas und andere Zweiräder nicht mit dem Auto überholt werden dürfen. Grund ist die unzureichende Breite der Fahrbahn, die beim Überholen nicht genügend Abstand zum Zweirad ermöglicht. Wer das Verbot missachtet, riskiere 70 Euro Strafe und einen Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg, erläuterte Blättner.

Manche Senioren vermeiden es, auf der Autobahn zu fahren und weichen lieber auf Landstraßen aus. Dabei, so klärte Blättner auf, ereigneten sich die meisten Todesfälle auf Landstraßen, weniger auf Autobahnen. Das richtige Fahrverhalten in potenziell kniffligen Situationen, wie zum Beispiel beim Auffahren auf die Autobahn und Einsortieren in den fließenden Verkehr, ist natürlich unerlässlich, um kritische Momente oder gar Unfälle zu vermeiden. Der Einfädelstreifen, früher auch als Beschleunigungsstreifen bekannt, dient dazu, die richtige Geschwindigkeit zu erreichen, um sicher das Auto in den Verkehr einordnen zu können. Normalerweise sollte man ihn mehr oder weniger bis zum Ende befahren und im geeigneten Moment mit der passenden Geschwindigkeit auf die reguläre Spur links daneben wechseln. „Ich habe schon vieles erlebt, es gibt auch Leute, die halten da an“, berichtete Blättner von unsicheren Verkehrsteilnehmern, die sich selbst und andere durch falsches Fahrverhalten gefährden.

Kreisel sind Kelsterbachs Autofahrern wohl bestens bekannt, der Umstand, dass nicht in jedem Kreisverkehr automatisch dieselben Regeln gelten, wahrscheinlich weniger. Im „echten“ Kreisel genießt man Vorfahrt gegenüber den Zufahrten zum Kreisel, sobald man in diesem unterwegs ist. Es gibt aber auch sogenannte „unechte“ Kreisel, in denen rechts vor links gilt, das heißt, wenn von rechts jemand in den Kreisel einfahren will, genießt er Vorfahrt vor jenem, der im Kreisel auf die Einmündung zusteuert.

Supermarktparkplätze bezeichnete Blättner als „Hauptknackpunkt“ für Senioren. Hier greift die Straßenverkehrsordnung nicht, das heißt, es gilt kein rechts vor links, jeder muss auf den anderen achten, besonders vorsichtig sein und Rücksicht üben.

Vor- und Rücksicht sind auch in allen übrigen Situationen im Straßenverkehr grundsätzlich gewinnbringend. Darüber hinaus gibt es einige Aspekte, auf die alle – insbesondere aber Seniorinnen und Senioren – achten sollten, wenn sie sich ans Steuer setzen wollen. So sollte man nur dann Auto fahren, wenn man fit und ausgeruht ist. Bei längeren Fahrten soll alle zwei Stunden Pause gemacht werden. Steht man unter Stress, ist müde oder herrscht starker Verkehr, sollte man von der Fahrt absehen. Ist das Fahrzeug mit Einparkhilfe, Rückfahrkamera und Spurassistent ausgestattet, sollte man davon Gebrauch machen. Fahrersitz, Spiegel und Lenkrad sollen zum Fahrer passend eingestellt sein. Bremsen, Reifen und Beleuchtung sind regelmäßig zu kontrollieren. Beim Fahren soll man genügend Abstand halten, vorausschauend sein, riskante Überholmanöver unterlassen sowie defensiv und ruhig fahren – auch wenn andere drängeln. Schließlich, empfahl Blättner, solle man sich weiterbilden, also die aktuellen Verkehrsregeln kennen und regelmäßig Fahrtraining absolvieren. (wö)