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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 21/2020
Seite 3
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Die Farben der Pandemie

Die Steinkette der Flying Villa

Siegfried Roscher, Manfred Ockel, Kerstin Kain und Johanna Pateza zeigen die kleinen Kunstwerke

Viele bunt bemalte Steine zieren die Bürgersteigrandbegrenzung in der Kirschenallee. Sprüche, Bilder und alle Farben des Regenbogens - sogar ein Frosch und ein Turnschuh wurden gemalt. Von Kiesel- bis Wackerstein ist jede Größe vertreten.

Bemalt wurden die Steine von den Kindern der Kindertagesstätte Flying Villa. Was klein anfing wurde schnell zu einer langen Kette. Beinahe täglich kommen neue Steine dazu. Auch Anwohner aus der Straße beteiligen sich an dem Kunstwerk der Kindertagesstätte. So entstand eine Kette des Zusammenhalts und der Solidarität, ein Symbol dafür, aneinander zu denken, auch wenn man sich nicht wie gewohnt treffen kann.

Initiiert wurde diese Mitmach-Aktion von Steffi Gräser, einer der Mütter der KiTa, die den Kindern während der Corona-Pandemie eine Möglichkeit geben wollte, ihre Gefühle auszudrücken. Die Idee findet sich bundesweit und wurde auch in Kelsterbach begeistert aufgegriffen. „Wir sind hier alle ganz eng und in die KiTa kommen eigentlich nur Kinder aus dem Quartier“ sagt Johanna Pateza, ebenfalls Mutter und Mitglied des Elternbeirats. Das mag auch der Grund dafür sein, dass die Anwohner sich an der Aktion beteiligt haben, so Pateza. „Die Kinder sind mit viel Elan dabei und wahnsinnig stolz, wenn Fußgänger stehen bleiben, um sich die Steine genauer anzusehen. Das sind die Farben der Pandemie.“

Nachdem am vergangenen Wochenende ein Vandale die Steinkette zerstört hatte und auch zuvor schon Steine entwendet wurden, nahmen sich einige der Anwohner die Zeit, alles wieder in den Originalzustand zurückzuversetzen. Das freut Pateza und auch Kerstin Kain, die Leiterin der Flying Villa. Gemeinsam mit Bürgermeister Manfred Ockel und Siegfried Roscher von den Kelsterbacher Kommunalbetrieben, die sich das lebende Kunstwerk vor Ort ansahen, überlegte man, ob man dieses nicht vor weiterer Randale schützen könne. Die Entscheidung fiel zunächst dagegen aus, da noch immer fast täglich neue Steine hinzukommen und die Kette der Solidarität damit weiterwächst.

(Text und Bilder ana)