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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 21/2021
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Ein Herz für Wildtiere

Nein, es gibt keine allgemeine Leinenpflicht in Hessen. Aber es gibt gesunden Menschenverstand und Rücksichtnahme

Mit dem Frühling beginnt hierzulande die Zeit, in der die Wildtiere ihren Nachwuchs großziehen. Insbesondere bodenbrütende Vögel wie das Rebhuhn sind darauf angewiesen, dass sie nicht von ihren Nestern weggescheucht werden - zum Beispiel durch nicht angeleinte Hunde.

Brut- und Setzzeit

Der 1. April ist hier Stichtag. Er markiert den Beginn der Brut- und Setzzeit, die bis September geht. Jetzt ist die Natur voll von Leben - und das sollte geschützt werden. Nicht nur bodenbrütende Vögel, sondern auch vermeintlich wehrhafte, größere Tiere wie Hasen und Schwarzwild verstecken ihren Nachwuchs in Wiesen, auf Äckern und im Unterholz des Waldes. Dieser ist oft über Stunden allein, verhält sich mucksmäuschenstill, wartet auf die Rückkehr der Alttiere und macht sich so gegenüber Fressfeinden weitestgehend unsichtbar. Das alles ist kein Grund zur Besorgnis, denn es ist die natürliche Aufzucht dieser Tiere - und sie funktioniert, solange niemand von außen stört oder eingreift.

Stöbernde Hunde verstärken den Stresslevel von Wildtieren ungemein, oft mit tödlichen Folgen durch ständiges Flüchten. Zudem verschrecken Hunde den Nachwuchs und hinterlassen Duftmarken, die deren Eigengeruch überdecken. Im schlimmsten Fall siegt der Spiel- oder Jagdinstinkt der Hunde und Wildtierbabys werden totgebissen.

Bundesweit appellieren Landwirtschaftsministerien sowie der BUND (der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) deshalb für das Anleinen der Hunde während dieser kritischen Phase.

Keine Leinenpflicht - keine Entschuldigung

Auch wenn in Hessen Hunde im Wald freilaufen dürfen, sollten sich deren Halter hier nicht generell in Sicherheit wähnen. Der Hund muss jederzeit unter Kontrolle und abrufbar sein. Gar nicht so leicht, wenn auf Feld und Flur überall Ablenkungen locken. Zudem ist es Jägern rechtlich gestattet, wildernde Haustiere ohne Vorwarnung zu erschießen. Und gerade in der Brut- und Setzzeit wird besonders aufmerksam darauf geachtet.

Wer auf der sicheren Seite sein will und ein Herz für Wildtiere hat, lässt seinen Hund an der Leine und gibt ihm dort Auslauf, wo für alle Seiten keine Gefahr besteht.

Weitere Informationen:

Brut- und Setzzeit: https://bund-wiesbaden.de/service/meldungen/detail/news/brut-setzzeit-ruecksicht-auf-wildtiere-nehmen/

Anleinpflicht: https://www.hundehaftpflichtplus.de/leinenpflicht-in-hessen/

(Text ana, Bild congerdesign auf Pixabay)