Für die Arbeit der städtischen Beratungs- und Koordinationsstelle Altenhilfe (BeKo) gibt es in Kelsterbach einen hohen Bedarf. Denn etwa 23 Prozent der hier lebenden Menschen sind über 60 Jahre alt. 4289 Personen Ü60 waren Ende 2025 in der Untermainstadt gemeldet, 2084 davon sind über 70, 852 über 80, 139 über 90 und eine Person sogar über 100 Jahre alt. All diesen Menschen bietet die BeKo Hilfe und Unterstützung in verschiedenen Lebenslagen. Wie die vielfältigen Aufgabenbereiche der kommunalen Altenhilfe aussehen, zeigte der zuständige städtische Mitarbeiter Volker Brambilla in der vergangenen Sitzung des Ausschusses für Bildung, Soziales, Kultur, Sport und Integration (BSKSI), in der er dem Gremium seinen Jahresbericht für 2025 vorstellte. Dabei wurde deutlich, dass der Bedarf an Informations- und Beratungsangeboten weiter auf hohem Niveau liegt.
Zwar wurden 2025 mit insgesamt 145 rund 15 Fälle weniger in der BeKo bearbeitet als im Jahr davor. Die Zahl der Kontakte hat aber mit 747 im Vergleich zu 2024 um 86 zugenommen. Davon waren 198 Hausbesuche, 329-mal wurden Beratungen oder Auskünfte telefonisch erteilt, 121-mal in Schriftform und 99 Kontakte fanden in der Beratungsstelle statt. Brambilla erklärte, dass die Fallbearbeitung mit sehr unterschiedlichem Zeitaufwand verbunden sei. Bei vielen Anfragen reiche ein kurzes Telefonat oder ein einzelnes Gespräch zur Klärung aus, während andere Fälle mehrere Monate in Anspruch nähmen.
Brambilla stand zudem auch 2025 wieder mit einem niederschwelligen Angebot an vier Orten in der Stadt regelmäßig für eine „Beratung im Quartier“ zur Verfügung. Auf diesem Weg kam es zu 28 Kontaktaufnahmen, woraus sich vereinzelt weiterführende Einzelfallhilfen und Beratungen ergeben haben. Besonders gut wurde dieses Angebot im Stadtteilzentrum Mandelhain mit 15 Kontaktaufnahmen sowie im Atrium in der Dahlienstraße (sieben Kontaktaufnahmen) angenommen, so Brambilla.
Es gebe sehr unterschiedliche Gründe für Anfragen oder Beratungen, wie der Jahresbericht zeigt. Im Antragswesen werde oft Hilfe benötigt, ebenso wie Unterstützung bei Krisenintervention oder bei rechtlichen Betreuungsverfahren. Auch die Themen Demenz, Patientenverfügung, ambulante Hilfen, stationäre Pflege oder Möglichkeiten des Empfangs finanzieller Unterstützung seien Gründe, weshalb sich die Menschen an die BeKo wenden.
Neben Informationsveranstaltungen zu den Themen „Notfall und Vorsorge“ sowie „Mit Demenz unterwegs – Tipps für Notsituationen“ gab es im Rahmen des städtischen Kulturprogramms Angebote wie die Seniorenschifffahrt nach Eltville, den Kreppel-Nachmittag und ein Advents-Café. Diese Veranstaltungen seien von den Seniorinnen und Senioren sehr gut angenommen worden, resümierte Brambilla, der bei allen Terminen als Gast zugegen war.
Ebenfalls in den Tätigkeitsbereich der BeKo fallen der zwei Mal im Jahr erscheinende Terminplaner, in dem alle örtlichen Angebote für Seniorinnen und Senioren gebündelt veröffentlicht werden, sowie der städtische Seniorenclub, dessen Leitung Patrick Radziwill innehat. Neben den regelmäßigen Treffen im Stadtlabor KelsterLab habe es im vergangenen Jahr einen Ausflug des Seniorenclubs in den Frankfurter Zoo gegeben, sowie ein Sommerfest und eine Adventsfeier. Radziwill stehe zudem als Ansprechpartner des Seniorenclubs regelmäßig im fachlichen Austausch mit Brambilla und Marcella Gröber, der Teamsprecherin für den Bereich Kindertagesstätten, Senioren und Soziales.
Der Jahresbericht verdeutlichte ebenfalls, wie wichtig der Austausch mit Netzwerk-Partnern für die Arbeit der BeKo ist. Das Kelsterbacher Netzwerk bilden derzeit das Haus Weingarten, die Tagespflege Schon&Jansen, der Verein Kleeblatt, die Alzheimer- und Demenzkrankengesellschaft Rüsselsheim, die Caritas Kelsterbach, der Pflegedienst Frankfurt, der städtische Seniorenclub, der Schutzmann vor Ort, der VdK Ortsverband Kelsterbach sowie federführend die BeKo. Brambilla berichtete, dass es 2025 zwei Netzwerktreffen gab, die zum konstruktiven und fachlichen Austausch genutzt wurden.
Die Ausschussmitglieder dankten Brambilla für seine aufschlussreichen Ausführungen und für die Arbeit der BeKo, die gemeinsam mit ihren Netzwerkpartnern ein breit aufgestelltes Beratungs- und Hilfsangebot für ältere Menschen etabliert hätten. (sb)