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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 22/2019
Seite 4
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Die Feste im Rückspiegel der Geschichte

von Thorsten Schreiner

Die sechste Runde des Straßenfestes wird morgen eingeläutet. Nach fünf Events im Zweijahresrhythmus freuen sich nun die Kelsterbacher, nach einer Kunstpause von vier Jahren, auf eine weitere Auflage. Unser Rückblick auf die bisherigen Veranstaltungen beleuchtet die Entwicklung eines damals neuen Formats in Kelsterbach. Jedes Mal prägte ein neues Motto die Festivität, die fast die komplette Fläche der Mörfelder Straße und deren Nachbarschaft in Anspruch nahm. Die Entwicklung von Programm und Angeboten formte sich zu einer Synergie von bewährten Bestandteilen, die stets Raum für Neues ließen. Ein Oldtimercorso war fester Bestandteil, auch der Fritz-Treutel- Gedächtnis-Lauf gehört seit jeher zur Identität des Festes genauso wie der country-dominierte Rathausplatz mit Show-Bühne.

Volksfest mal im Oberdorf (2007)

Vor zwölf Jahren hieß das Motto „Oldtimer“, der Corso schlängelte sich danach bei drei weiteren Festen durch die Straßen. Die Stadt Kelsterbach und die Interessengemeinschaft Kelsterbacher Gewerbetreibender veranstalteten ein Fest, das teilweise an die großen Gewerbeschauen der Siebziger und Achtziger anknüpfen und daneben mit neuen Ideen aufwarten sollte. Das damalige Feedback zeigte deutlich, dass dieser Gedanke in die richtige Richtung zielte. Vieles was gefiel, bleibt bis heute in guter Erinnerung. Die Familie Winson vom Lindenhof setzte mit einem Biergarten auf dem Sandhügelplatz gesellige Akzente, ein Show-Programm im benachbarten Festzelt rundete das Stimmungsbild im Bereich der Nordseite ab. Wie in den darauffolgenden Jahren belebte Westernromantik und vieles mehr den Platz zwischen den Rathäusern und bot neben kulinarischen Angeboten Stimmung auf und vor der Bühne.

Frankreich zu Gast in Kelsterbach (2009)

Als die Partnerschaft aufs Jahr genau ihren 30. Geburtstag feierte, konnte das Straßenfest kein geeigneteres Motto finden als das Nachbarland. Neben den Freunden aus Baugé rückte erstmals der französische Markt „Marche Gourmand“ mit Feinkost-Offerten in die Reihen der Beschicker. Vor zehn Jahren ging es noch sportlicher als bisher zu, ein Event des Stromanbieters Süwag erwies sich samstags als Publikumsmagnet. Für einen guten Zweck durften die Festgäste auf einer beweglichen Show-Bühne per Laufband Punkte für Kelsterbach sammeln. Unter engagierter Mitwirkung der Baugé-Delegation kamen viele schweißtreibende Kilometer zusammen. Nicht nur als Informanten für fremdsprachige Gäste stand ein Team der Stadtverwaltung mit allen Fakten rund um das Fest im gesamten Bereich zur Verfügung. Ein Service, der bei zahlreichem und internationalem Besuch für dankbares und wohlwollendes Feedback sorgte. Frankreich war zwei Tage in Kelsterbach ein wunderbarer Gast und sollte bei keinem der künftigen Feste mehr fehlen.

Freizeit, Sport und Regen (2011)

Das Motto war beim dritten Streich ein neues, viel Gutes blieb beim alten. „Freizeit, Sport, Erholung“ stellte zwar eine dankbare Vorgabe dar, hätte aber 2011 genauso gut Wind, Regen, Frostbeulen heißen können.Die Witterung stellte die Verantwortlichen vor eine schwierige Aufgabe, so manches Pavillon hielt dem Wind und Regen nicht Stand. Dennoch ging ein jeder unverzagt zu Werke, eventerprobte Einheiten stellten auch bei teilweise miserablem Wetter ein Fest auf die Beine, das in der Gesamtbetrachtung trotzdem nicht ganz und gar nicht erfolglos war. Die Juso-Abteilung der SPD beispielsweise organisierte eine Strandbar mit Hochsee-Flair, bei Live-Musik und Cocktails kehrte eine wetterresistente Stimmung ein. Die Süwag-Bühne, diesmal mit Fahrrädern, fand wieder Ihren Weg nach Kelsterbach und wechselte vom Sandhügelplatz an die Südspitze der Mörfelder Straße, wo sie gut sichtbar einen Blickfang darstellte. Dem Motto entsprechend, durften sich die Gäste über Wellness- und Kurzurlaubsangebote informieren. Am Rande des Festes wurde es im Neubaugebiet feierlich: Die Bürgermeister der Partnerstädte Klingenbach und Elsterberg kamen nach Kelsterbach, um die Einweihung entsprechender Straßennamen zu feiern. Das Fest lief danach unter widrigen Bedingungen an, die vor allem die sportlichen Planungen stark einschränkten. Der guten Stimmung tat das keinen Abbruch und so verzeichnete auch 2011 das Fest eine erfreuliche Resonanz.

Feuerwehr gab den Takt vor (2013)

125-Jahre Freiwillige Feuerwehr stand 2013 für wenig Stress bei der Motto-Findung. An zwei Tagen brachte sich die Wehr bei einem Straßenfest ein, das in der Kombination breite Angebote und viel Sonnenschein als Highlight in der jungen Fest- Geschichte verbucht werden sollte. Die rote Meile stand für eine prächtige Anordnung von Feuerwehr-Fahrzeugen und Vorführungen, die vor allem die jungen Gäste in begeistertes Staunen versetzte.Das Programm ließ die Erfahrung von drei Veranstaltungen klar erkennen, die Angebote und deren Annahme sprachen für sich. Line-Dance, Rock und vieles mehr ließen die Menschen auf den Straßen tanzen, bei bestem Wetter lief es nach Wunsch. Eine Vielzahl auswärtiger Besucher ließ sich das feuerrote Straßenfest nicht entgehen. Der Oldtimercorso, vom Motto angeregt, setzte dem kunterbunten Spektakel seine Krone auf. Die Rathaus-Bühne und das Zelt auf dem Platz vor der Gesamtschule verzeichneten Best- Besuche am Abend, die Veranstaltung trat bei ihrer vierten Auflage in ihre Reifephase ein.

Vorhang auf für Amerika (2015)

Dank der Country-Company stand bereits ein Festwert für das Motto, Angebote und Programm am Rathaus belegten diese Einschätzung. Die Stadt präsentierte ein Programm, das typisch für das Straßenfest, eine breite Angebotspalette zu bieten hatte. Besonders im Einsatz waren neben den Gewerbetreibenden die Vereine, deren Rolle seit 2011 an Bedeutung als Festbestandteil zunahm. Der Fritz-Treutel-Gedächtnis- Lauf, organisiert vom Turn- und Sportverein, war dabei eines von vielen Beispielen. Wie bereits in den Folgejahren des 30-Jährigen Partnerschaftsjubläums, brachte sich Baugé immer stärker ein und lieferte sogar einen amerikanischen Beitrag. „Spirit of Country“, das in Freundschaft verbandelte Äquivalent der Country Company, löste gemeinsam mit dem Schwesterverein aus Kelsterbach den wohl größten Massenlinedance in der Geschichte der Untermainstadt aus. Kaum ein Gast, dessen Weg den Rathausplatz kreuzte, konnte sich dieser magnetischen Tanzbegeisterung entziehen. Ein weiteres Superlativ kam ebenfalls aus der Partnerstadt, legte doch der dortige Radfahrverein die knapp tausend Kilometer Distanz auf zwei Rädern zurück, um von begeistertem Applaus begleitet, zum Straßenfest in Kelsterbach zu landen.

Geschichte wiederholt sich (2019)

Diese Weisheit mit Leben erfüllt zweifelsohne die Beständigkeit der freundschaftlichen Austausche zwischen Baugé und Kelsterbach. Daher war es sicherlich kein Zufall, dass sich die Verantwortlichen beider Städte abermals für eine Jubiläums-Begegnung bei Kelsterbachs jüngstem Volksfest entschieden. Eines, das sich als eine Besonderheit entwickelt und fortschreibt, das die Herzen der Kelsterbacher und auswärtigen Gäste und vor allem auch der französischen Freunde immer wieder erreicht. Das Straßenfest bleibt ein sehr individuelles Format, das sich offenbar nie festlegt; vielleicht macht es das gerade so besonders.