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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 22/2021
Seite 3
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Unterwegs im Kelsterbacher Wald - eine Fotogeschichte

Wer hat denn hier sein Geröll illegal abgeladen?

Ob hier schon jemand wohnt, blieb jedoch ungeklärt.

„Sau“bere Arbeit haben die Wildschweine hier geleistet.

Ein Herdengatter

Der Kelsterbacher Wald - zwischen Kelsterbach und dem Flughafen Frankfurt gelegen, beschallt durch die Autobahn und dennoch voller Leben. In den letzten Jahren hat er jedoch durch die Dürresommer stark gelitten, so wie viele Wälder Deutschlands. Die Trockenschäden zeigen sich dabei nicht direkt, sondern erst zwei Jahre später. Verwundert blickt man dann in einem regenreichen Jahr auf die absterbenden Bäume, dabei haben sie sich die letzten zwei Jahre einfach nur so lange am Leben gehalten wie möglich. Das Forstteam rund um Forstamts- und Betriebsleiter Martin Klepper ist ununterbrochen im Einsatz, um den Wald aufzuforsten, für Besucher sicher zu machen, aber auch um Vorgaben des Landes umzusetzen. Wir haben Martin Klepper einen Vormittag lang im Wald begleitet. (Text und Bilder ana)

Nein, zum Glück ist das nicht der Fall. Dies ist einer von sechs vom Forstamt angelegten Eidechsen-Hügeln. Die Steine speichern die Sonnenwärme, die die wechselwarmen Reptilien benötigen, und bieten gleichzeitig jede Menge Versteck- und Überwinterungsmöglichkeiten.

Schwach zu erkennen ist hier ein kleiner Trampelpfad. Dieser stammt nicht etwa von Wanderern, sondern vom Wild, das der Reihe nach Flächen überquert.

Wenn Corona die Menschen einerseits wieder näher an die Natur und in den Wald gebracht hat, bedeutet das für die Wildtiere andererseits mehr Stress. Die vielen Spaziergänger lassen die Tiere flüchten - und das geht an die Fettreserven. Gerade die Wildschweine seien in diesem Jahr sehr dünn, erklärt Martin Klepper.

Auf der Suche nach Nahrung wühlen sich die Schweine schonmal innerhalb einer Nacht durch den Waldboden. Dieses sogenannte Brechen, das Aufbrechen des Bodens, hilft dem Waldboden, denn dadurch ist er besser durchlüftet und die jungen Pflanzen können schneller wachsen.

Auf dem Speiseplan der Allesfresser stehen Klee, Gras, Brennnessel, Blätter, Eicheln, Bucheckern, Früchte, Getreide, Mais, Kartoffeln, aber auch Würmer, Schnecken, Insekten und ihre Larven. Auch Kleinsäuger wie z.B. Mäuse und Eier aus Nestern von Bodenbrütern werden gerne gefressen und nicht zuletzt Aas, womit die Wildschweine eine wichtige Rolle einnehmen, den Wald sauber zu halten und Schädlinge zu minimieren. (Quelle: www.wildschweine.net)

Dies ist ein Himmelsteich, ein kleiner, künstlich angelegter Teich. Diese Stillgewässer werden nicht durch einen Zulauf gespeist, sondern beziehen ihr Wasser lediglich aus Niederschlägen und aus dem Grundwasser. Momentan ist er gut gefüllt, durch den Regen der letzten Wochen. Wird es jedoch erst einmal heiß, dann liegt er trocken, so Klepper.

Diese Umzäunungen werden von den Forstmitarbeitern aufgebaut. In ihnen befinden sich die Setzlinge, die in Reihen mit zwei Metern Breite und 50 Centimetern Abstand gesetzt werden. Im letzten Jahr wurden die Pflanzen in verschiedenen Gattern gesetzt und regelmäßig gewässert und sind trotzdem aufgrund des beständigen Wassermangels sowie der großen Hitze zu einem großen Teil eingegangen.

Ob der Umbau eines Waldes gelingt, zeige sich im Schnitt erst nach 20 bis 30 Jahren, wenn die Bäume angegangen sowie gut gewachsen seien und sich gegen das Klima behauptet hätten, so Klepper. Gute Planung und das Lernen aus vergangenen Fehlschlägen sind das A und O. Kurzfristige Umstrukturierungen und schnelle Erfolge dagegen könne man im klimaangepassten Umbau des Waldes nicht erwarten.

Der Wald verjüngt sich. Manchmal ganz von alleine, wie hier bei dieser selbst ausgesäten Konifere…

oder hier bei dieser Buche, die sich neben einer Buchecker aus dem Waldboden arbeitet. Diese wilden Aussaaten begrüßt Martin Klepper. Meist sind er und sein Team jedoch mit dem Pflanzen vieler kleiner Setzlinge beschäftigt, bei denen sich erst nach ein oder mehreren Jahren zeigt, ob die Bemühungen gefruchtet haben.