Sängerin Julia Thon unterstützte die Big Band bei einigen Liedern.
Die Big Band "KelsterGroove" sorgte für Sommer-Feeling in der Christuskirche.
Am vergangenen Samstag waren nicht nur die Temperaturen sommerlich. Auch die Klänge, die in der Christuskirche zu hören waren, stimmten perfekt auf die sonnige Jahreszeit ein. Das Sommerkonzert von „KelsterGroove“, der Big Band der Musikschule Kelsterbach, stand auf dem Programm, und rund 70 Gäste waren der Einladung zu einem beswingten Nachmittag gefolgt. Der Vorplatz der Kirche hatte sich schon gut eine halbe Stunde vor dem Konzert gefüllt, denn erstmals schenkte die Musikschule zur Einstimmung auf die Veranstaltung Getränke aus. Die Einnahmen – 70 Euro kamen zusammen – gehen an den neuen Förderverein „Kulturelle Bildung in Kelsterbach“, der die Arbeit der Musikschule sowie der Stadt- und Schulbibliothek unterstützt.
Nach diesem geselligen und erfrischenden Vorspiel startete das Konzert unter der Leitung von Rebecca Pitter standesgemäß mit einem Stück von Duke Ellington, dem legendären Jazzmusiker, der den typischen Big-Band-Sound entscheidend mitgeprägt hat. Carsten Höfer, der die Moderation des Konzerts übernahm, sah in „It don‘t mean a thing“ den perfekten Einstieg für das Sommerkonzert, denn die Botschaft des Stücks sei: „Ohne den richtigen Swing ist Musik bedeutungslos.“ Und so transportierte die fünfzehnköpfige Big Band diesen „richtigen Swing“ dann auch für die nächsten 80 Minuten in das Publikum, das von der dargebotenen Mischung aus Jazz-Standards, Musical-Klassikern und Evergreens aus Funk und Soul schon nach wenigen Takten mitgerissen wurde.
Bei sechs der insgesamt 14 Stücke wurde das Ensemble gesanglich von Julia Thon, einer Kollegin eines der Big Band Mitglieder, unterstützt. Ob mit sanfter Zurückhaltung bei dem durch Norah Jones bekannt gewordenen „Don‘t know why“, rauchig-kraftvoll bei dem in unzähligen Versionen veröffentlichten „Fever“ oder fröhlich-verspielt bei „It‘s only a Paper Moon“, die Sängerin traf stets den richtigen Ton. Das Publikum quittierte dies mit kraftvollem Applaus, den auch die einzelnen Musikerinnen und Musiker von KelsterGroove ernteten, wenn sie bei eingestreuten Soli ihr Können besonders anschaulich unter Beweis stellen durften.
Umrahmt wurden die musikalischen Darbietungen von interessanten Fakten und kurzweiligen Anekdoten, die Höfer zu den einzelnen Stücken, deren Interpreten oder Komponisten zusammengetragen hatte. So zeichnete er die Erfolgsgeschichte des durch die Band The Platters zu einem Welthit gewordenen Songs „Smoke gets in your eyes“ nach, amüsierte mit einer Geschichte über das mysteriöse „Ba-dee-ya“ aus dem Refrain des Soul-Hits „September“ von Earth, Wind & Fire oder verblüffte mit Hintergründen zum instrumentalen Aufbau des Funk-Klassikers „Chameleon“ von Herbi Hancock.
Mit dem von Quincy Jones komponierten „Soul Bossa Nova“, vielen bekannt geworden als Titellied der drei Kinokomödien um den Geheimagenten „Austin Powers“, ging das Konzert zu Ende – nicht aber, bevor die einzelnen Mitglieder der Big Band vorgestellt wurden und den verschiedenen Akteuren auf und hinter der Bühne, wie auch dem Publikum gedankt wurde.
Dass den Besucherinnen und Besuchern das Konzert sehr gut gefallen hat, wurde nicht nur durch den Applaus, sondern auch durch die Spenden deutlich, die am Ausgang für die Musikschule gesammelt wurden. Über 540 Euro landeten im Spendenkörbchen, wofür sich Musikschulleiter Marc Fischer sehr dankbar zeigte. (sb)