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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 22/2026
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Bürgerversammlung und Infomesse zogen viele Interessierte an

Die erste Bürgerversammlung des Jahres lockte wieder zahlreiche Bürgerinnen und Bürger ins Fritz-Treutel-Haus.

(vl.) Julian Quis, Patrick Böhringer und Stephan Ehser vom Team Tiefbau informierten im Foyer anschaulich über ihre Arbeit.

(vl.) Ramona Krieger und Xenia Lämmle vom Team Smart City Management stellten digitale Plattformen sowie die Arbeit des KelsterLab vor.

Heiko Langelotz vom Team Nachhaltigkeit tauschte sich mit Interessierten unter anderem zum Thema Wärmeplanung aus.

Die erste Infomesse vor der Bürgerversammlung wurde gut angenommen.

 

Vergangene Woche fand im Bürgersaal des Fritz-Treutel-Hauses erneut eine Bürgerversammlung statt, die erstmals von einer einleitenden Infomesse im Foyer begleitet wurde. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung stellten dabei aktuelle Projekte aus ihrem Tätigkeitsbereich vor und standen für Fragen zur Verfügung. So hatte das Team vom Tiefbau ein Standrohr mitgebracht, das für die regelmäßig stattfindende Beprobung der rund 700 Hydranten im Stadtgebiet genutzt wird. Informationen über das Verlegen von Rohren und Hausanschlüssen konnten hier ebenfalls eingeholt werden. Die Mitarbeiter der Stadtplanung hatten ein Modell mitgebracht, das die nach derzeitigem Stand geplante Nachnutzung des Geländes der alten Karl-Treutel-Schule verdeutlichte. Zudem wurden die innerhalb des Fördergebiets Klimainsel verwirklichten Projekte vorgestellt.

Die Delegation aus dem städtischen Team Hochbau informierte die Besucher über den Neubau des Feuerwehrhauses, während die Wirtschaftsförderung über Themen wie Existenzgründungsberatung und das Förderprojekt IB Green im Gewerbegebiet Mönchhof Auskunft gab. Bei der Infomesse war auch das Team Smart City Management vertreten, das neben den Plattformen KelsterVoice und KelsterBoard auch einige Coding-Projekte vorstellte, die im KelsterLab gemeinsam mit den Techeroes angeboten werden, um Kindern Themen wie Programmierung und künstliche Intelligenz näherzubringen.

Ebenfalls mit einem Stand vertreten war der Bereich Nahmobilität, wo Informationen über den Siggi-Bus, einen Fahrradreparaturservice oder auch über eine Fahrradcodierungsaktion, die wenige Tage nach der Bürgerversammlung auf dem Rathausplatz stattfand, erteilt wurden. Daneben gab das Team Nachhaltigkeit Auskunft über Themen wie Energie-Management und Wärmeplanung. Für Heiko Langelotz, den für diesen Bereich zuständigen Mitarbeiter der Stadtverwaltung, war die Infomesse ein guter Weg, um mit den Menschen in Kontakt zu kommen. „Jedes Feedback ist wichtig, um zu erfahren, was die Bürger bewegt und was wir als Stadt nach außen kommunizieren sollten.“

Von Mainvorland bis Ärztehaus

Nachdem der einstündige Austausch mit den städtischen Mitarbeitern, der fortan einmal im Jahr stattfinden soll, sehr gut genutzt wurde, ging es mit der eigentlichen Bürgerversammlung weiter. Rund 70 interessierte Kelsterbacherinnen und Kelsterbacher nahmen an der Informationsveranstaltung teil, die von Bürgermeister Manfred Ockel mit der Begrüßung der Gäste und der Vorstellung der neuen Stadtverordnetenvorsteherin Dr. Karina Strübbe, die mit ihm gemeinsam durch den Abend führte, eröffnet wurde. Das erste Thema des Abends war die Umgestaltung der Rüsselsheimer Straße zu einer Fahrradstraße. Ockel sagte, ein konkreter Zeitpunkt für den Baubeginn könne noch nicht genannt werden. Für die Anwohner werde es noch in diesem Jahr eine eigene Bürgerversammlung geben, in der dann die Pläne im Detail vorgestellt werden.

Auskunft gab der Bürgermeister anschließend zum Sachstand bezüglich der Umgestaltung des Mainvorlandes, wo die Arbeiten derzeit aufgrund von notwendigen prüfstatistischen Anpassungen pausieren, zum geplanten Ärztehaus, wo es aktuell Gespräche mit interessierten Arztpraxen und deren Eigentümern gibt, sowie zur Erschließung der Baugéstraße, wo mit dem tatsächlichen Beginn des Endausbaus erst im Jahr 2027 gerechnet wird. Ebenfalls diskutiert wurde das Thema illegale Müllentsorgung. Ockel bemerkte, dass dieses Problem trotz kostenfreier Angebote wie dem Wertstoffhof und der Sperrmüllanmeldung immer größer werde. „Ich verstehe nicht, warum man die Stadt, in der man lebt, derart vermüllt“, so der Bürgermeister. Es gebe intensive Gespräche mit dem Kelsterbacher Kommunalbetrieb und der FES als Entsorgungsdienstleister mit dem Ziel, illegal abgestellten Sperrmüll schnellstmöglich zu entfernen.

Ein Thema, das schon länger viele Menschen in Kelsterbach beschäftigt, das aber mit der Eröffnung der neuen Karl-Treutel-Schule noch einmal an Bedeutung gewonnen hat, ist die Verkehrssituation an den Schulen zu Unterrichtsbeginn und -ende. Ockel erklärte, dass es hier besonders wichtig sei, mit den Eltern zu sprechen. Es müsse ihnen klargemacht werden, dass die Kinder eigentlich zu Fuß zur Schule gehen und nur in Ausnahmefällen mit dem Auto gebracht werden sollen. Wenn die Kinder gefahren werden, sollte dies zumindest verkehrssicher geschehen, was, wie regelmäßige Kontrollen der Stadtpolizei belegen, leider sehr oft nicht der Fall sei. Um dies zu vermitteln, werde die Stadtverwaltung eine Arbeitsgemeinschaft mit dem Schulelternbeirat und Lehrern bilden. „Hier gibt es ganz offensichtlich einen hohen Informationsbedarf“, konstatierte der Bürgermeister.

Auf die Frage, welche Themen die neu gewählte Stadtverordnetenversammlung mit höchster Priorität behandeln werde, antworteten Ockel und Strübbe, dass kommunale Finanzen und die Frage, ob die 55 Jahre alte Integrierte Gesamtschule saniert oder neugebaut werden soll, besondere Priorität hätten. Ebenfalls von Bedeutung seien die kommunale Wärmeplanung, die Stadtentwicklung, das Mobilitätsmanagement und die Digitalisierung.

Nach etwas mehr als zwei Stunden beendete der Bürgermeister die Veranstaltung. Insgesamt wurde die Möglichkeit zum Austausch mit dem Rathaus-Chef und der Stadtverordnetenvorsteherin rege genutzt. Es zeigte sich einmal mehr, dass dieses Format ein effektiver Weg ist, um auf die Belange der Bürgerschaft eingehen zu können. Wer die einzelnen behandelten Punkte noch einmal im Detail nachlesen möchte, der findet die am Abend der Bürgerversammlung gezeigte Präsentation auf der städtischen Homepage unter kelsterbach.de/Präsentationen/ (sb)