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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 24/2020
Seite 3
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Werner Georgs Lyrikeckchen

Der Juni ist vielseitig

Juni: Zwilling und Krebs in ihm vereint,

die zwei Sternzeichen sind damit gemeint,

der Krebs, das ist ein Krustenteir,

der Zwilling hat so sein Pläsier.

Normale Menschen, Gelehrte, Dichter,

meinem der „Zwilling“ hätte zwei Gesichter,

ich, als Zwilling halt es für ein Gespinn,

sonst wär’n im Pass zwei Bilder drin.

Es Pfingstfest fällt auch in ihn rei,

e Fest, wo mer hot zwaa Tach frei,

der Wäldchestag, der sehr beliebt,

sich gleich hinner de Pfingstmontag schiebt.

Ein Volksfest wohl für „Jedermann“,

des mer schee im Wäldche feiern kann,

bei Äppelwoi, gespritzt ob sauer oder süsse,

gemütlich oder mit Rummel kann genieße. (*)

Für Frankfurter un annern Leut,

den zu feiern is e Freud,

doch wegen der Corona-Krise,

dut uns das Virus den vermiese.

Es gäb‘ da noch ne Menge Frache,

doch möchte zum Juni ich noch sache,

bis in die Mitt‘ enei ihr Leut,

bereit uns de Sparchel Gaumefreud.

Un wer schee gereifte Erdbeern schätzt,

der kimmt uff sei Koste jetzt,

am 27.6. is dann „Siebenschläfer“,

mer sieht ab und zu aach Juni-Käfer.

Der Käfer, bekannt als sehr klein,

halbrund, rot mit schwarze Punkte fein,

doch irrt der Mensch hier, wie ich mein,

des kann nur der „Marienkäfer“ sein.

Der Siebenschläfer is en Dachs,

wenn der am 27. Sein Schatte sieht, kein Flax,

dann hawwe mer ohne Fraache,

sieben Woche‘ Reechendaache.

Un was mer jetzt dut aach entdecke,

Blume blüh’n in alle Ecke,

die Wiesen, die sin herrlich grün,

viel Buntes ist darin am Blüh’n.

Jetzt is höchst Zeit, wie mer secht,

dass mer sich Gedanke mecht,

was dies Jahr aus em Urlaub werde,

weil Gaststätte, Hotel nicht mehr zugesperrt.

Doch übertreibt net gleich den Kram,

bleibt im Land, odder gar dehaam,

bei uns hier gibt’s so schöne Flecke,

die es neu gilt zu entdecke.

Für jed Wunschziel ist etwas debei,

ob Seen, Wälder, Berge – allerlei,

manchen fehlen halt südliche Länder mit Merr,

doch geht’s auch mal ohne – bitte sehr.

Mit allen Vorschriften, die uns vorgegeben,

müssen wir noch ne zeitlang leben,

hoffebntlich kam die Lockerung nicht zu früh,

und eine neue Welle macht das Erreichte hi‘.

Da hilft kein Jammern und kein Klagen,

wir bleiben vernünftig, müssen’s ertragen,

auch diese Zeit geht mal vorbei,

dann sind wir alle wieder frei!

Und dann! Es steht wohl außer Frach‘,

dann holen wir alles wieder nach.

Euer Werner betet:

„Der liebe Gott gebe uns seinen Segen

Und behüte uns auf all unsren Wegen.“

(*) Redaktion, Öffentlichkeitsarbeit und ein erklecklicher Teil der freien Welt distanzieren sich hiermit deutlich von dem barbarischen Ritus, Apfelwein mit Limonade zu verbrämen. Net ganz so herzlichst Ihne Ihrn „hb“.