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Kelsterbach aktuell
Ausgabe 24/2020
Seite 3
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Die Stadt stellt sich vor

Milena Gyr, Heike Mertens und Lisa Hampel arbeiten auch projektübergreifend zusammen, aus aktuellem Anlass mit Plexiglastrennwänden zum Schutz der Mitarbeiter. Robin Schmalz finden Sie aus Termingründen auf diesem Foto nicht, dafür auf Seite 1 beim Artikel "Kelsterbacher Kerb trotzt Corona".

Heute: Der Fachdienst Kultur

In unserer Reihe „Die Stadt stellt sich vor“ haben wir in den letzten Wochen bereits die Stadtwerke und den zum Personalamt gehörenden Bereich Aus- und Fortbildung vorgestellt. In dieser Ausgabe erläutern wir, was der Fachdienst Kultur im Rathaus so den lieben langen Tag macht – und welche Aufgaben anstehen, wenn mal keine Veranstaltung vor der Tür steht. Das Gespräch führte Anika Fabijanic aus der Fachabteilung Öffentlichkeitsarbeit mit Robin Schmalz, dem Leiter des Fachdienstes Kultur, Sport, Vereinsarbeit, Sport- und Wellnessbad, Museum. Der Fachdienst gehört zum Fachbereich Sport, Kultur und Bildung.

Stadt: Der Fachdienst Kultur, Sport, Vereinsarbeit, Sport- und Wellnessbad, Museum ist ein Zusammenschluss aus dem ehemaligen Sport- und Badeamt sowie dem Kulturamt. Was sind die Aufgaben des heutigen Fachdienstes?

Schmalz: Die Aufgaben unserer Fachabteilung sind umfangreich. Wir vergeben und vermieten städtische Liegenschaften in Zusammenarbeit mit dem städtischen Facility Management. Wir betreuen zudem die Kelsterbacher Vereine, Verbände und Organisationen und haben die administrative Zuständigkeit für den geregelten Vereinssport im Trainings- und Wettkampfbetrieb in städtischen Liegenschaften inne. Außerdem gehört noch der kulturelle Betrieb im Stadtmuseum in der Marktstraße in Kooperation mit dem Volksbildungswerk, die Zusammenarbeit mit dem Betreiber des Sport- und Wellnessbades sowie die Organisation des jährlichen Kulturprogramms zu unseren Aufgaben.

Stadt: Das klingt in der Tat vielfältig. Welche Gewichtung haben die einzelnen Aufgabenbereiche in der täglichen Arbeit? Gibt es Schwerpunkte oder Mitarbeiter, die sich schwerpunktmäßig eines Themas angenommen haben?

Schmalz: Die bürgernahen Aufgabengebiete wie die Vermietung von Räumlichkeiten oder die Betreuung der Vereine, Verbände und Organisationen sind alltägliche Aufgaben, die sich unter anderem an den Anfragen der Bürgerinnen und Bürgern orientieren. Die Kooperation mit der Firma GMF als Betreiber des Sport- und Wellnessbades sowie die Zusammenarbeit mit dem Volksbildungswerk sind ebenfalls ganzjährige Arbeitsaufgaben. Die Organisation von Veranstaltungen ist saisonal bedingt. Mal kümmern wir uns ausschließlich darum und mal steht es nur bedingt auf dem Tagesplan. Gerade wenn es aber Großveranstaltungen wie das Straßenfest, das Altstadtfest oder die Kerb zu organisieren gilt, arbeitet die Kulturabteilung über Monate auf diese Projekte hin.

Die Mitarbeiter unserer Fachabteilung kümmern sich dabei wie folgt um die einzelnen Liegenschaften und Projekte: Lisa Hampel ist verantwortlich für die Vergabe städtischer Liegenschaften, Milena Gyr kümmert sich um Kultur, Sport & Vereine genauso wie Heike Mertens, Robin Schmalz übernimmt neben der Leitung des Fachdienstes alle Aufgaben, die sonst noch den Fachdienst betreffen.

Stadt: Die Organisation von Veranstaltungen scheint einen großen Teil der Arbeit auszumachen. Wieviel konzeptionelle Arbeit steckt dahinter?

Schmalz: Es kommt immer auf die Veranstaltung an, je größer und aufwändiger das Event, umso mehr Vorarbeit muss geleistet werden. Gerade die Aspekte Sicherheit und Schutz der Besucherinnen und Besucher der Veranstaltungen aber auch die Schaffung der notwendigen Infrastruktur, nehmen einen großen Zeitanteil unserer Kulturarbeit in Anspruch. Auch gehen wir jedes Jahr auf neue, kreative Vorschläge, Wünsche und Ideen für unser Kulturprogramm ein. Gerade bei neuen, bisher nicht dagewesenen Events, ist die konzeptionelle Arbeit stets zeitaufwändiger als bei bereits vorhandenen Projektstrukturen. Für eine Veranstaltung in Größe und Art, wie zum Beispiel die des Altstadtfestes, organisieren wir teilweise bereits ein Jahr im Voraus. Unser Leitsatz „Vor dem Fest ist nach dem Fest“ trifft hier voll zu. Vor allem vertragliche Vereinbarungen mit Künstlern und Dienstleistern müssen frühzeitig abgeschlossen werden.

Stadt: Hat sich die Arbeit in den letzten Jahren grundlegend verändert?

Schmalz: Die Kulturarbeit ist heute schnelllebiger und facettenreicher denn je. Jährliche Anpassungen im Bereich Brand- und Katastrophenschutz sind wohl die größten Änderungen in den letzten Jahren. Unser Anspruch hierbei ist es, den Besucherinnen und Besuchern trotz Sicherheits- und Schutzmaßnahmen ein Event zu präsentieren, das diese nicht vordergründig aufzeigt, sondern unterbewusst durch ein Gefühl von Sicherheit Gelassenheit entstehen lässt. Gepaart mit einem bunten Kulturangebot ergibt das die Formel für einen glücklichen Besucher.

Stadt: Welche Rolle spielt die Zusammenarbeit mit anderen Ämtern des Rathauses in puncto Veranstaltungen?

Schmalz: Eine erfolgreiche Veranstaltung gelingt nur mit der Kooperation einzelner Fachabteilungen innerhalb des Rathauses. Der Magistrat fungiert stets als Veranstalter und die Fachabteilung als ausführendes Organ im Sinne des Organisators der Veranstaltungen. Zu den involvierten Abteilungen zählen unter anderem das Gewerbe- und Ordnungsamt, der Brand- und Katastrophenschutz, das Facility Management, die Finanzabteilungen oder auch die Öffentlichkeitsarbeit sowie die Wirtschaftsförderung. Für infrastrukturelle Aufgaben arbeiten wir engmaschig mit dem Kelsterbacher Kommunalbetrieb, den Stadtwerken oder auch externen Dienstleistern zusammen.

Stadt: Zum Stichwort "näher am Bürger" sein: Bringt die Organisation und Durchführung von Veranstaltungen den Kulturdienst automatisch näher an den Bürger? Welche Resonanz von Seiten der Bevölkerung ist spürbar?

Schmalz: Der größte Lohn ist es, nach monatelangen Vorbereitungen und einem erfolgreichen Veranstaltungsverlauf, die Besucherinnen und Besucher glücklich und mit einem Lächeln im Anschluss des Events nach Hause gehen zu sehen. Das ist für uns als Kulturschaffende das höchste Gut - eine Art Danke ohne Worte. Unser Anspruch ist es zudem, vor Ort für die Besucherinnen und Besucher als Ansprechpartner, Hilfesteller oder Vermittler zu fungieren. Aber nur durch einen direkten Kontakt im persönlichen Gespräch können wir ein unverblümtes und direktes Feedback erhalten. Das ist für uns Gold wert.

Stadt: Was hat sich durch die Corona-Pandemie an der Arbeit des Fachdienstes geändert?

Schmalz: Auch unser Fachdienst war gezwungen, in den letzten Monaten Arbeitsabläufe, Aufgabengebiete und bereits begonnene Projekte zunächst einzufrieren, neu zu definieren oder gar abzusagen. In engem Kontakt mit allen Beteiligten mussten wir für Veranstaltungen neue Wege und Lösungen finden, Vermietungen verschieben oder stornieren und Liegenschaften schließen. Wir sind froh, dass wir den abfallenden Trend der Pandemieausbreitung auch in unserem Bereich spüren können. Der Weg, den wir allerdings noch vor uns haben, ist lang und voller Hindernisse, Neuerungen und Unbekanntem – da sind wir uns ziemlich sicher.

Stadt: Wie wird das Zukunftskonzept während und nach Corona aussehen?

Schmalz: Gerade der Bereich der Großveranstaltungen, über die Liegenschaftsvermietungen bis hin zum Sportbetrieb, also im Prinzip alle Bereiche mit Personenkontakt und der damit verbundenen Organisation, sind durch Hygiene- und Abstandsregelungen umzudenken. Für die Zeit bis zum Erreichen der Normalität haben wir uns auf die Fahne geschrieben, Kultur & Sport 2020 im Rahmen unserer Zuständigkeit neu zu definieren - bunt und gesund.

Stadt: Vielen Dank für das Gespräch.

(Text und Bild ana)